Bosaunist 17.12.2020, 0:00

Pertl überrascht in Parallel-Qualifikation 
orfon

Auch ich erledige manches zugleich, qualifiziertest. So befinden sich etwa die beiden ineinander sinnfällig hin und her zu verschiebenden Metallröhren meines Blechblasinstruments in perfekt paralleler Harmonie.

Jedoch: Wen überrascht das noch?

Merke stets: Ein Saxophon ist kein Parallelereignis; mehr so eine Slalomsache. 



hört hört! 16.12.2020, 0:00

In Wien haben sich heuer bereits 200.000 Menschen gegen Influencer impfen lassen.
Radio Österreich 1

Warum nun aber just jetzt die so wohlverdiente Frau Stenzel unter die Bloggerinnen geht (und dafür, damit man keiner Seite eine Nähe zur anderen nachsagen kann, aus ihrer stämmigen Partei ausgetreten ist), muss ein Rätsel bleiben.

Fix indes ist: Das Weihnachtsgeschäft kann nun voll kommen.

Frage im Abgang: Nach wie vielen Teilimpfungen ist man eigentlich vollkommen immunisiert?



Pflegscharen 15.12.2020, 0:00

Arbeitslose werden zu Pflegern umgeschult
orfon

Die Großwetterlage (wirtschaftlich; human) ist ja, abgesehen von über billiges Lippenpathos hinausgehender tätiger Wertschätzung, gegenwärtig eher nicht eine den Pflegefachkräften Wind entgegenblasende, weshalb auch der Aktionspfeil eine unumkehrbare Vektorausrichtung verpasst bekommen hat müssen.

Die Umschulung auf Arbeitslose/r ist und bleibt jedoch mit Abstand die schwerste.



hochpotent 14.12.2020, 0:00

Biden: Klimaschutz mit Wermutstropfen 
orfon

Wir haben es immer gewusst: Oft einmal sind die kompliziertesten Probleme am einfachsten zu lösen. Nach dem Gordischen Knoten nun also der Bidensche Tropfen.

Wer mutig ist, gelangt zum Durchbruch! Dafür muss es zumindest drei Nobelpreise zugleich geben, genauer bedacht eigentlich alle (außer Literatur). Die Homöopathie hat also, in großem Maßstab, obsiegt! (Ein Wort mit derart biblischer Wucht ist hier gerade groß genug.) 

Zur Vorbereitung der liturgischen Gestaltung einer angemessen weihevollen Applikationszeremonie (des Tropfens, am Klima) werde fieberhafteste Geheimdiplomatie betrieben. Was (auch theoretisch!) nicht mit Verschwörungen irgendwelcher Art gleichzusetzen sei: Für diesmal sei mit zumindest passiver Kooperation aller einschlägig besorgten Bürger zu rechnen, wird weiters verlautet.



Schwelmbrand 13.12.2020, 0:00

Ein Fernsehbild von einem Kaminfeuer hat in Schwelm bei Wuppertal (Deutschland) für einen Großeinsatz der Feuerwehr gesorgt. Eine Anrainerin hatte heute Früh einen Notruf abgesetzt, weil sie in einer Wohnung des Nachbarhauses einen Feuerschein gesehen hatte. Als die mehr als 40 Einsatzkräfte am vermeintlichen Brandort eintrafen, stellte sich das Ganze rasch als Fehlalarm heraus: Auf dem Fernseher war ein flackerndes Kaminfeuer zu sehen.
Die Bewohner schalteten ihr Gerät daraufhin aus. Die Feuerwehr zog wieder ab.

orfon

Neuartige Phänomene werden sehr oft nach dem Ort ihres erstmaligen Auftretens (oder Wahrgenommenwerdens) benannt: Schengenland, Maastrichtkriterium, Riminiprotokoll, Linzerauge, Herzjesufeuer. In besonders stimmigen Fällen eröffnet bereits der Ortsname einen tatsächlich zutreffenden Assoziativraum. Brände also, die sich im teilvirtuellen ereignen, werden hinfort wohl Schwelmbrand genannt werden dürfen.

Was wir aus der geschilderten Begebenheit weiters ersehen können: Selbst so bislang unbedingte physische Präsenz einfordernde Unternehmungen wie Feuerwehreinsätze könnten sich, bei entsprechend vorangehenden Entwicklungen (wir arbeiten dran!), ins dieser Tage Wochen Monate so brillant aufblühende Home Office aus- (bzw. eig.) einlagern lassen.

Jetzt aber raus an die frische Luft!



Wildwechsel 12.12.2020, 0:00

bitte geben sie mir eine maiwiesenkonserve 
etwas höher gelegen aber nicht zu abschüssig 
so, dass man darauf noch sitzen kann.

nun, dann vielleicht eine schneehalde, tiefgekühlt 
ohne wintersportler. eine fichte schön beschneit 
kann dabeisein.

auch nicht. bliebe noch – hasen sehe ich haben sie da hängen. 
zwei drei werden genügen. und natürlich einen jäger.
wo hängen denn die jäger?


ernst jandl, im delikatessenladen


Hirsch soll in Tschechien Jäger entwaffnet haben
orfon

Da das Wort Jäger allein nicht preisgibt, ob es sich um einen oder mehrere handelt, denken wir uns sogleich, dass der Respektbegriff Vierzehnender so zu einer völlig neuen Bedeutung gekommen sein könnte.

(Jägerspott, billiger Spott.)



unaufschiebbare Erwerbsarbeit 11.12.2020, 0:00

Drei Verdächtige sind gestern kurz nach einem Einbruch in eine Trafik in Floridsdorf (Wien) festgenommen werden. Sie wurden auch aufgrund des Covid-19-Maßnahmengesetzes angezeigt, da ein Einbruch keinen Ausnahmegrund für die Ausgangssperre darstellt.
orfon

Da wir gar so auf die Umsetzung des Rechts, unserem höchsten demokratischen Gut, aus sind, ist es an der Zeit, neue soziale Standards zu etablieren. Es ist Zeit für eine Pflichtversicherung (Versicherungspflicht) für Einbrecher. Dem folgend sollen hinkünftig Trafikanten u.dergl. ein blanko ausgestelltes Registrierformular für Einbrecher bereitliegen haben, ganz zuoberst in der Registrierkasse; mit Durchschlag, versteht sich. Darin trägt der Einbrecher (die einbrechende Person) den eben getätigten Umsatz ein (geschätzt; Aufwendungen können abgezogen werden) und kann so einigermaßen korrekt versicherungstechnisch, aber auch steuerlich erfasst werden. 

Sämtliche Unterlagen müssen sieben Jahre aufbewahrt bleiben.

Merke: Da es sich beim Einbrechen um ein Freies Gewerbe handelt, kann eine Arbeitslosenunterstützung leider nicht gewährt werden.



Kaukakao 10.12.2020, 0:00

Studie: Kakao macht schlau
orfon

Schlau mit Haut? Brrr. Oder gehören Sie zu denen, denen eine Gåugåuhåud Behagen verschafft?

Schreibt man Kaukau oder Kaokao, Relegion oder Religeon? Volksschülersorgen.

Später dann gab es Maoam, das fröhlich-fruchtige Kaubonbon; palindromisch ist es später geworden. Und Kakapos sind seltene (extrem seltene) Papageien, in Neuseeland, das ist weit.

Sind Kakaobonbons eine kluge Idee?



sperrig 9.12.2020, 0:00

Biden besetzt erste Schlüsselposten
orfon

Wir wollen hoffen, dass sie bei den richtigen Schlössern sperren. 

Aufsperren. Zusperren.

Einsperren.



wunderwonder 8.12.2020, 0:00

Sie werden sich noch wundern, was alles möglich ist!
Hofer

Tourismus hofft auf Weihnachtswunder
orfon

Jaja, schon gut. Hoffen dürfen sie, hoffen dürfen alle. Kann ja sein, dass sich manches fügt, so oder so. Es ist doch so viel möglich. Einschränkend eingeräumt werden muss allerdings, dass viele Wunder nur bis zu ihrer naturwissenschaftlichen Entzauberung als solche bestehen können:

Was an Wahrheit gerettet wird auf dieser Welt, wird an Magischem eingebüßt.
Albert Vigoleis Thelen

Anders gesagt: Wunder, Leute, Wunder gibt’s nicht!

(Wer dran glauben will: Bitte, gerne! – Es ist ja so viel möglich. Aber immer schön den Kausalitäten nach.)



aussitzen 7.12.2020, 0:00

Coronalockdown ist wie Weihnachten: Alle sitzen daheim und haben viel zu viel zu essen.
Radio Österreich 1

Wie müssen wir uns erst Coronalockdown zu Weihnachten vorstellen? – Mindestens so wie Weihnachten und Ostern zugleich!

O Stern!



Recht hat er 6.12.2020, 0:00

aufgehoben ist nicht aufgeschoben
probates Vertrostwort (gespiegelt)

Ein Teil von jener Kraft, 
die stets das Böse will und stets das Gute schafft.
Goethe, Faust (V. 1336–1337)

Ab 6. Dezember also soll der Lockdown langsam, schön langsam, wieder aufgehoben werden. Ob es einen traditionellen Nikolo heuer geben werde, werde noch überlegt, man sei aber eher skeptisch. Nun, gewisse Sachen und Termine lassen sich schwerlich nur verschieben. Drückt man aber ein Auge zu und lässt den Nikolo mit seinem prall gefüllten Sack ausschwärmen, droht, peinlich, juristisches Ungemach. Beim Höchsten Gericht. Der Krampus wird es sich nämlich nicht entgehen lassen und genüsslich den Gleichheitsgrundsatz einklagen.

Dann werden wir sehen.

[12.11.2020]


Einen Baum aufstellen 5.12.2020, 0:00

Wie man in den Wald hineinruft, so ruft es zurück
verhaltenspädagogisches Proverbium

Gustav aans an Gustav zwaa!
legendärer binnenorganischer Kommunikationsaufbau (codiert)

Große Ideen erstehen oftmals scheinbar unabhängig voneinander an verschiedenen Orten. Dennoch aber interessiert mich, wer auf die Idee gekommen ist, öffentlich-rechtlichen Weihnachtsbäumen auf zentralen Stadt- und Marktplätzen Namen zu geben? Muss man die rufen können können? Können sie zurück rufen und, wenn ja, rufen sie zurück, und wie?

Verwirrung kommt nun auf, wenn einem einem ebensolchen Weihnachtsbaum innewohnenden (immerhin zu einem gattungsspezifischen Rufen befähigten) Käuzchen der gleiche Rufname verpasst wird wie dem ihm so schreckhafte Behausung bietenden Baum, es ist ein öliger, und keiner der beiden würde reagieren, riefe man ihn damit in ernsthafter Absicht: »Rockefeller!« (Die Lautung »Fäller« für einen frisch errichteten Jahresendaufputz hat ihren eigenen prekären Reiz.)

Wohingegen ich allerdings hiermit aufs heftigste zu protestieren habe, ist die Benennung der von der Stadt Frankfurt am Main aufgestellten einigermaßen zernepften Fichte mit dem wohlklingenden Falscheinsilber »Bertl«. Zur Unterstreichung der Heftigkeit meines Protests hole ich mir höchstrangige Schützinnenhilfe bei keiner geringeren als unserer sehr geschätzten Frau Verteidigungsministerin, die zudem den dafür besonders tauglichen Namen Tanner trägt (ganzjährig). Ihre denkwürdigen Warnworte hat sie an den Konzern, der die Eurofighter (ADHS oder so ähnlich; bitte selbst recherchieren) herstellt, gerichtet, und es war eine heftige Warnung: »Sie werden mich noch kennenlernen!« Genützt hat es nichts, aber zumindest den Namen haben sie sich gemerkt.

(Homerisches Gelächter.)



Heidenchristen? 4.12.2020, 0:00

Hugin und Munin müssen jeden Tag
Über die Erde fliegen.
Ich [Odin] fürchte, dass Hugin nicht nach Hause kehrt;
Doch sorg ich mehr um Munin.
Lieder-Edda (13. Jhdt.)

Seine Raben beide sandt’ er auf Reise:
kehrten die einst mit guter Kunde zurück,
dann noch einmal, zum letztenmal,
lächelte ewig der Gott.
Waltraute, in: Richard Wagner, Götterdämmerung (19. Jhdt.)

Fliegt heim, ihr Raben!
Richard Wagner, Götterdämmerung (19. Jhdt.)

Denken und sich erinnern, darum geht’s wohl grundlegend im Leben, und gegen Ende lässt beides, oftmals rasant, nach, das Denken vor allem, und nicht minder prekär das Erinnern (des Kurzvergangnen, nicht der frühen Jahre, an die das Vergessen bald wie täglich spiral sich beschleunigend herannagt).

»Denken« und »sich erinnern« ist auch die Bedeutung der Namen der beiden Odin/Wotan zugeordneten Raben Hugin und Mugin. … Was aber soll es nun bedeuten, dass auf dem Portal der brutalistischen Maria-Namen-Kirche in der Hasnerstraße, Wien-Ottakring ausgerechnet zwei Krähenvögel Wache halten? 

Was denkt sich Hugin, wessen erinnert sich Mugin? 

Gibt’s was zu denken oder zu erinnern? Dass just eine Gemeinde, die sich insbesondere der polnischen und spanischen Christen annimmt (beides keine traditionell unkatholischen Weltgegenden), sich derart heidnisch gebärden muss?



Japser 3.12.2020, 0:00

Klassiktreffpunkt im Radio. Ein Gast lässt sich spielen, rezitierend. Daraufhin singt Konstantin Wecker, zum bösen Schluss auch italienisch deklamierend, dazu dieses diatonisch perlende Klaviergewäsch. Das auf der Aufnahme dokumentierte Publikum kippt schnappatmend kollektiv um vor Glück.

Vor Fassungslosigkeit erstarrt klaffen ungeahnte Dimensionen des Fremdschämens auf.

AUFHÖREN!



verwitzt 2.12.2020, 0:00

Quid est veritas?
Pilatusfrage

Bei einer der Aufklärung der Wahrheit entscheidend dienlichen Pressekonferenz hat Rudy Giuliani bräunlich geschwitzt. Wer sich nun amüsiert, dass da ein älterer Herr sein Ergrauen untauglich verbirgt, was sich in vorgeblich braunem Schweiß äußert, der ihm von Schläfen und Stirn regelrecht rinnt, verkennt eine tatsächlich sich ereignende Beglaubigung wunderlichster (wenn nicht wundervollster) Art.

Rufen wir uns nichts geringeres als Il Sindone in Erinnerung, seinen Sepia-Farbton, und kombinieren wir damit Rudys italienische Herkunft (der Name deutet auf Napolinähe), so wird sich das, was sich jüngst in Washington zutrug, als zweifellos lupenreines Blutwunder erweisen, und was könnte es beglaubigenderes geben als Blutzeugenschaft?

Mit der Bestätigung durch den Vatikan ist noch vor dem 20. Jänner zu rechnen. 

(Vor der jedenfalls folgenden Selig- und Heiligsprechung müssen auch damit verbundene Wunderheilungen belegt und bestätigt werden. Jetzt schon steht fest: Es werden die größten aller Zeiten sein.)



scharf gefragt 1.12.2020, 0:00

Katholische Kirche verschärft Schutzmaßnahmen 
orfon

Weide meine Lämmer
Jesuswort

Wer wird geschützt? Vor wem? Von wem? Vor wem schützt die Katholische Kirche, uns?, sich?, verschärft?!

Das zu erfahren sind wir möglicherweise gar nicht so scharf drauf.



F., Å., N., … 30.11.2020, 0:00

… Kirchschlägerrul
beliebte Verspaarhälfte (ober-öst. auszusprechen)

Morgen um 5 vor 9: Schlafen im Rudel
Radio Österreich 1, Vom Leben der Natur

Was für eine Ankündigung, und sie ist keinesfalls zum Einschlafen (oder Weiterschlafen). Handelt es sich doch um den so beliebten wie aufregenden – laut aussprechen! (witzig!) – Fadenwurm C. elegans. Konkret (morgen um 5 vor 9) um Rudel von Würmern. Wurmrudel. Fadenwurmrudel (schlafende). Erinnert unwillkürlich an Fadennudelsuppen. 

Fadennudelwurmrudelsuppe, mmmh!

Moizeid! (o.ö.)



zugetragen 29.11.2020, 0:00

A: Wie geht’s Dir?
B: Gestern ging es mir noch bass. Heute schon besser.
Beliebter lustiger Witz (musisches Milieu)

Folgender Dialog zwischen einer älteren (Ä) und einer jüngeren Person (J) wurde mir vertrauensvoll zugetragen.

Ä: … im Literaturhaus sind ja immer so nette Veranstaltungen, da hat der Bertl Mütter gespielt, mit seiner Trompete – den musst du dir einmal anhören!
(vorsichtig berichtigend): Posaune, und ja, ich hab schon gehört von ihm.
Ä: Der Bertl Mütter ist ja unser berühmtester Trompeter überhaupt.
J: Posaunist…?
Ä: Mein Vater war ja auch ein sehr guter Trompeter. Der hat in der Musikkapelle Steyr gespielt, und einmal sogar vorm Kreisky. Die Trompete ist ein wunderbares Instrument. Und den Mütter hab ich einmal beim Festival St. Gallen gehört.
J: Mit der Trompete?
Ä: NEIN, mit der Posaune. Der ist Posaunist!

Jetzt kenne ich mich aus. Was aber soll ich nun üben? – Basstrompete!?



Msuiker 28.11.2020, 0:00

Autokorrektur, Geißel aller Kreativität! Jedes große Systemupdate probiert aufs neue, sich zwischen Sender und Empfänger hineinzuzwängen. Aber manchmal will ich antwroten schreiben – gemäß Pumuckllogik eine skurrilisierend verdrehte Antwort, von Berlt asu Setyr udn Wein. 

Ich bin natürlich ein Schelm, und als solcher muss ich übertreiben. Was ich sagen will: Durchlesen ist auch eines oftmals prekären übereilten Abschickens einer Nachricht wegen eine durchaus empfehlenswerte und zugleich hochpraktikable Kulturtechnik, die nicht aussterben sollte. Danach wollen wir streben.

Autokorrektur! Allein schon des Klimawandels wegen: Wir sollten mehr zu Fuß schreiben!

Ich lasse mir lediglich das Wort Musik korrigieren, weil mir da oftmals Musik passiert, hach: Musik, na warte!: Musik … wie umschiffen? … M-s-u-i-k !

Bei der Musik hört sich bei mir aller Spaß auf. 



Leckvieh 27.11.2020, 0:00

Sieben Uhr fünfunddreißig, raus aus den Federn! Denn wie heißt ein französisches Sprichwort: »Die Kuh, die als erstes auf der Weide ist, kann den ganzen Tau auflecken.« Hhha hhaaa … vielleicht motiviert Sie das ja.
Sonja Watzka, Guten Morgen Österreich, Radio Österreich 1

Eine Kuh macht Muh
Viele Kühe machen Mühe

kindlich beliebte Pluralbildung

Sich der prekären Gleichsetzung innewerdend, musste sie akut eckig auflachen.

Danke, es hat uns immens motiviert.

Diese täglichen Mühen des Aufstehens. Federschwer.



Wisser ’20 26.11.2020, 0:00

Was gibt es denn Langweiligeres, als im Reisebüro einen Abenteuerurlaub zu buchen, anstatt allein in die Wildnis zu gehen?
Xaver Bayer

Die Letten werden die Esten sein
Erstes Wiener Heimorgelorchester

Aber das Reisebüro ist doch die Wildnis! Man stelle nur einmal sommers sein Rad links vom Eissalon am Schwedenplatz ab, beziehe sein Eis (Haselnuss-Cremango) und äse eisessend die Auslage entlang. Ein einziges Abenteuer, vor allem in den Polargebieten!

Xaver Bayer, diesem Wisser, sollte das doch bekannt sein!



verröstet 25.11.2020, 0:00

Lemon Curry?
Monty Python’s Flying Circus

Hat schon einmal jemand beim Erdnussrösten zugesehen? Wie röstet man Erdnüsse? Warum eigentlich? Können Erdnüsse auch Corona bekommen? Sind sie ansteckend? Wie ansteckend?

Und Mandarinen? Um Mitternacht, Hossa!?

Geröstete Mandarinen? … Zwetschkenröster? … Aromenexplosionen! … Unplug!!!

(Dass mir jetzt nur keiner nachgoogelt.)



Energie! 24.11.2020, 0:00

Die EU hat bereits 300 Millionen Dosen fix bestellt 
Radio Österreich 1

Wenn wir die beträchtliche Aluernte am Straßenrand in Anschlag bringen und hochrechnen, so lässt sich sagen, dass Red Bull dafür mit großer Wahrscheinlichkeit der geeignete Geschäftspartner sein dürfte. Wer, wenn nicht der, schafft das?

Und doch, wir brauchen frische Ware! Nichts eingedostes. 

(Gute) Energie, das auch. Da wäre jede Skepsis fehl am Platz.



Durchsicht, nebuloskopisch 23.11.2020, 0:00

An der Nebel-Sonne-Konstellation ändert sich kaum etwas
Wetterbericht, Radio Österreich 1

Er hätte auch sagen können: »Morgen entfällt das Wetter.« Das wäre zumutbar ehrlich gewesen.

Jetzt täte uns dann noch der Aszendent interessieren … Wie heißt eigentlich der ägyptische Nebelgott? Gibt’s einen? Nilnebel, Nebel am Nil?

Man müsste Egon Friedell fragen können. Der hat das sicherlich gewusst.



Gesamtausfall? 22.11.2020, 0:00

Garde testet »Blackout« in Wien
orfon

Zumindest die Musik spielt ihre essenziellen Stücke ohnehin stets auswendig. Dieser Teil des Tests kann somit bereits vorab als abgehakt verbucht werden. Wenn sie aber erst einmal aufdrehen, dann spielt’s Granada!

»Granada, auf siebzehn Plastikgeigen«, wie es einst hieß. Was wiederum heutzutage einiges an Sprengstoff beinhalten dürfte.

Keine Angst, wir sind sicher sicher, lässt uns die Ministerin beruhigen.



viel mehr 21.11.2020, 0:00

Rosa Diamant für mehr als 19 Mio. Euro versteigert 
orfon

»Menschenhandel!?«, schießt es mir aufwallend durch den Kopf. Das kann ein Mensch doch nicht wert sein! – Aber nein, Kafkas letzte Geliebte hieß ja Dora.

Wertzuschreibungen bestimmen oftmals den Preis eines Handelsgutes mehr als sein wie immer gearteter tatsächlicher praktischer Nutzen. Der Geist der Rose, unvergänglich, pah! (Der Käufer: blieb anonym.)

Dora war für Kafka von unschätzbarem Wert. Er hat sie nicht mehr hergegeben. Sie ihn erst, als sie musste, unwiederbringlich. 

Kierling ist nicht Genf, was ein großes Glück ist für die Menschlichkeit.



put put put 20.11.2020, 0:00

Nach Razzia lässt der letzte Käfighalter seine Legehennen im Boden scharren
nachrichten.at

put / put / put – setzen, legen, stellen
Ann and Pat (1)

Pa! — Pa!-Pa!
Emanuel Schikaneder

Im schönen Almtal, in Pettenbach, hält Herr Pühringer als allerletzter Walter seiner Art seinen Käfig, wartend, dass sich Federvieh darin einfinde, so anachronistisch das auch sein möge. Er erinnert unmittelbar an seinen zuhöchst populären Vorfahren: Im Reich der Königin der Nacht hat dereinst Papageno Vögelein (und hätte allzugern Mädchen) gehalten in seinem buglkraxn getragenen Käfig.

Derweil scharren die Hennen im Boden: Eine neue Zeit bricht an. 

Käfighalter, aussterbender Beruf.



vorletztlich 19.11.2020, 0:00

We put the fun in funeral
Werbewahrspruch, Bestattung Wien

Sich etwas zuunterst auf die Todolist setzen
mau ambitionierter Vorsatz

Todolist. Wir wollen dieses überaus hässliche Wort einmal aussprechen, als wär’s dem Deutschen entstammend (vermutlich maskulin): Der Todolist. Es muss sich um einen ungenießbaren Pilz handeln, den Tod hat er schon in seinem Namen eingeschrieben. Wer vom Todolist gekostet hat, steht unter seiner Knute, lebenslang: eine irreversible Infektion.

Der alte Bialetti (der Erfinder; nicht sein Bub, der Vermarkter, der sich, also seine Asche, in einer Makro-Moka bestatten hat lassen) hat ihm (dem Todolisten) sein persönliches Schnippchen geschlagen und sein Leben, was die zeitliche Ausdehnung betrifft, voll (völlig!) ausgekostet: Geboren zu Neujahr, gestorben an einem Silvestertag. Für an einem ersten Jänner Geborene (und nur für die!) könnte es nun ein (tunlichst unverbissen) anzulegendes Spiel mit dem Tod sein, das mit exakt jedem ersten mitternächtlichen Pummerinschlag in seine einjährige Verlängerung zu gehen hat. Der Wichtigkeitszuordnungsvorschlag für diesen einigermaßen exklusiven Vorsatz ist oben abzulesen. Menschen gibt’s ja, die tun sowas. 

Interessant wäre, welches Vorhaben an der vorletzten Stelle dieses letztlich monströsen Mau-Mau-Spiels lauert.

Soviel also zum 19. November, meinem persönlichen Allerheiligentag. (Morton Feldman auf die Frage, warum er komponiere: »Aus Trauer über Schuberts Tod.«)



Bande 18.11.2020, 0:00

Filmreife Flucht vor Polizei im Mühlviertel
orfon

Sie hätten sich die Verfolgungsjagd sparen können. Denn wohin ist der 50-jährige gefahren? – Heim zu den Eltern!

Wohin sonst?



unwiederbringlich 17.11.2020, 0:00

Heintje trauert um Mutter
orfon

Immerhin, die – zugegeben: herausgepickten, ihres Kontextes beraubten – Zeilen »Du wirst doch nicht um deinen Jungen weinen« haben sich nun auf traurigste Weise bewahrheitet: Herr Hein weint um seine Maama. Zwar haben wir immer gewusst, dass es wohl einmal so kommen würde müssen, aber den Gedanken nur an die Möglichkeit in dumpfer Panik stets weit von uns gewiesen. 

Unser aller Kindheit ist nun endgültig vorbei.



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