relativ Sonntag, 14. 6. 2020, 0:00

Nürnberg und Wien: Brüder für immer
Graffito, Wien-Floridsdorf

Jetzt wollen wir aber wirklich wissen, wer die stolzen Eltern sind bzw., vermutlich wohl, waren. Und was zuerst war, das Nürnberg oder das Ei? Das Wien oder das Würstl pardon Schnitzl?



1/3 : 3/4 Samstag, 13. 6. 2020, 0:00

Jeder Dritte blinkt nicht 
orfon

… und vorwärts – rückwärts – seitwärts – stopp!
beliebter Marschiervers

Die Behauptung mag auf den ersten Blick etwas merkwürdig erscheinen, aber nicht erst heutzutage gibt es Verkehrsteilnehmer, die durchaus auch mal, stiff upper lip, schlicht geradeaus fahren. 

Die dürfen das!

(Dies zum kürzlich stattgehabten 75er von Wolfgang Schüssel.)



Har-Har Freitag, 12. 6. 2020, 0:00

Großrazzia gegen Camorra in Neapel
orfon

Bei dieser Meldung kann es sich nur um eine Ankündigung handeln. Müssen schwer aufpassen, die Camorristi, die nächste Zeit. 

Bald haben sie sie, alle.



41 : 4 Donnerstag, 11. 6. 2020, 0:00

Alle lebenden Ex-US-Präsidenten verurteilen anhaltenden Rassismus
kurier.at

Danke, liebe Ex-Präsidenten, für Ihre löbliche Intitiative. Ist sicherlich gut gemeint. Dennoch, bei dem ungenannt bleibenden Adressaten muss sie als, nunja, etwas ungeschickt eingefädelt erscheinen. Ist es doch ein billig verfügbares Dumpfargument der Demagogie, dass, wieviele Menschen immer sich etwa zu einer Manifestation versammelt haben mögen, dies nichts sei gegen jene, die ihre Meinung zur öffentlichen Streitsache durch ihr Daheimbleiben aktiv kundgetan hätten.

Wir halten beim 45. Präsidenten der USA; 4 Ex-Präsidenten leben noch.

Schaut nicht gut aus.



X <—> U Mittwoch, 10. 6. 2020, 0:00

Fixtarife für Taxi und Uber in Wien nicht fix
orfon

Nichts ist fix: Fichts an!



Nichts für Singles Dienstag, 9. 6. 2020, 0:00

Frau versuchte Pferd zu stehlen
orfon

In früheren Zeiten gab es noch gedruckte Heiratsannoncen, die waren nicht dynamisch, gnadenlos algorithmisch aussiebend. Für eine gewisse Alterskohorte fungierte die Suche nach einem Partner zum Pferdestehlen als fixe Wortschablone, mit der auch weniger originelle Werber sich verwegen fühlen durften.

Die bedauernswerte Dame hat einen solchen Partner ganz offenbar noch nicht gefunden. Sämtliche notorisch ungezählten Verehrer werden sich für einmal bestätigt fühlen, und hier dürfen sie’s, ohne alle Einschränkung.

Merke: Das rechtsfreie Entwenden von Gäulen geht ausschließlich zu zweit. (Bereits zu dritt kann’s schon wieder schwierig werden.)



Gewährleistung? Montag, 8. 6. 2020, 0:00

Neuer Koala im Tiergarten Schönbrunn
orfon

Ach, war der alte kaputt?



Philipp /2 Sonntag, 7. 6. 2020, 0:00

Dieses Projekt hat keinen Nutzen, es hat Sinn.
Philipp Harnoncourt (1931-2020)

Man stelle sich vor: Ein Mensch stellt sich mit über Achtzig eine Aufgabe, die gut ein Jahrzehnt immense Kräfte von ihm fordern wird – und er bringt sie auf! Heute feiern wir die Fertigstellung der renovierten Heiligen-Geist-Kapelle inmitten des Verkehrsstrudels von Bruck an der Mur, »ein Pfeil, der in den Himmel zeigt«, wie Philipp das so typisch plastisch benannt hat.

Dass er nicht mehr dabei sein kann, erinnert daran, wie seinerzeit Moses (also Charlton Heston) nur von einer Anhöhe hinabschauen, aber selber nicht ins Gelobte Land ziehen durfte, darüber eigenartigerweise nicht grob unzufrieden war, sondern befand, dass das schon passe so. Sollen die Jüngeren weitermachen.

Philipp ist nun gut übern Berg, und wir haben die Mühen der Ebene. Im lebendigen Gedenken an seine Person und Persönlichkeit wird es uns vielleicht gelingen, den Sinn zu erkennen. Mit allen Sinnen.



Philipp /1 Samstag, 6. 6. 2020, 0:00

Wer nicht bereit ist, sich bloßzustellen, oder wer immer nur ein gutes Bild von sich selbst darstellen möchte, sollte besser schweigen.
Philipp Harnoncourt (1931-2020)

Philipp, Mutmacher du auch. Und was für einer!

(Es gibt Menschen, die einen für sich entdecken und solange mitheben, wie man von Vorteil für sie ist. Hernach allerhöchste(n)s Achselzucken. Eine gläserne, zugleich dumpfelastische Decke richtet’s, und sie bleiben unbefleckt: Es ist doch nichts passiert. Herkunft perpetuiert sich in ungeschriebenen Codes, und manch einer riecht nun einmal nach einem minderwertigen Stall. Parvenus des Geistes, alle, woimmer sie sitzen, gesichert von und vor ihresgleichen.)

Philipp Harnoncourt war mir in den letzten zehn Jahren ein im allerbesten Sinn kompromissloser Freund. Ein so aller Dünkel barerer ist schlicht unvorstellbar.

Es ist ein ehrenhafter, traurig-schöner Freundesdienst, wenn ich heute für ihn spielen darf, da wir ihn in Grundlsee zu Grabe tragen. Die lebendige Erinnerung an seine unvergleichliche Präsenz wird wohl mein Spiel unterfüttern, durchaus auch, was den Aspekt seiner Eigenwilligkeit, ja Schalkhaftigkeit betrifft – hat Philipp sich doch stets gern mit seinem Patron Philipp Neri identifiziert, in dessen Gedenktag er – man möchte sagen: so elegant – hineingestorben ist.

Ich indes darf zutiefst dankbar sein für eine wunderbar leichte gleichwie ernsthafte Freundschaft, die Philipp und mich verbunden und vielfältig inspiriert hat.

Wozu und vor wem also bitte sich genieren?



Polsprung Freitag, 5. 6. 2020, 0:00

Wärmster Tag in argentinischer Arktis seit Aufzeichnungsbeginn
orfon

Keine Sorge, die Welt wurde bald nach der Lancierung der einen gefrieren machenden Meldung raschest wieder umgepolt.

Und, hat’s irgendwer gemerkt in seinen Beinen? Na dann. 



Welttennis Donnerstag, 4. 6. 2020, 0:00

Rendezvous der heimischen Asse
orfon

Das Wesen eines Asses ist, dass es, zu seiner Gestehung, keines Gegenübers, gar Miteinanders bedarf: Es geht, bodenauf, ins Leere. Jedwedes Gegenüber, Partnerschaftliches, nichtet (annihiliert) alle Asse.
Irgendwie ist es eine sehr traurige Vorstellung, all die Asse, jedes trifft und Keiner trifft Keinen.

[25.5.2020]


Die Moral Mittwoch, 3. 6. 2020, 0:00

Was werden wir gelernt haben? – Infiziert, nicht infesziert; Karantäne, nicht Gwarantäne. Sowie: Die Bezeichnung Corona (Koron) für eine Fermate war so antiquiert nicht; eine Koron kann das Verweilen auf dem sie überkrönenden Ton, Akkord und insbesondere Tacet als Verweile-doch-du-bist-so-schön-Moment des Innehaltens weit über die Dauer eines sich einem tiefen Atemzug verdankenden Langaushaltens übersteigen. Insbesondere im gegebenen dritten Fall kann das bedeuten: Wochen, Monate, Saisonen. Merke dabei: Die Dauer des Anhaltens (der Anhaltung) obliegt den jeweiligen Interpreten, falls vorhanden, Dirigierenden. 

Jetzt aber wirklich weiter beim Doppelstrich. (Nächstens darüber mehr.)

[22.5.2020] 



saisonal Dienstag, 2. 6. 2020, 0:00

Bügelbretter werden vor allem im Herbst gekauft, weshalb man gegenwärtig noch keine Aussagen machen könne, inwieweit sich die Coronakrise auf den Umsatz des Unternehmens auswirke. 
Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin

Hals-Nasen-Ohrenschützer, Bügelbrett, Bikinizone, Waschmaschinenbauch, Coronabund: Ein jegliches hat seine Zeit. 

[22.5.2020]


entgegenkommend Montag, 1. 6. 2020, 0:00

Geisterfahrer fuhr 20 Kilometer in falsche Richtung
orfon

Was ein richtiger Geisterfahrer ist, der weiß stets, wie man sich als solcher zu verhalten hat, nämlich, stets korrekt in die falsche Richtung zu fahren. Alles andere würde doch jegliche Standesehre untergraben, aushöhlen, ad absurdum führen, also wirklich, in die richtige Richtung, wie könnte er sich da je offenbaren? Richtig falsch, falsch falsch, falsch richtig, (…). Wir bekommen es recht rasch mit einem doppelhelisch sich verschwurbelnden Zirkelschluss zu tun. 

(Von einem Musikerkollegen haben sie einmal gesagt, das einzige, was er gut könne, sei, schlecht Akkordeon zu spielen.)

Es gibt allzu vielzuviele allzu gute.

[25.5.2020]


Mondsee Sonntag, 31. 5. 2020, 0:00

Neusiedler See trocknet zunehmend aus
derstandard.at

Mag sich mancher (in aller Regel reichlich passiv) eine abnehmende Zunahme wünschen, so haben wir es hier mit einer zunehmenden Abnahme zu tun. Galoppiert eine solche, braucht es zuallererst zunehmende Zufuhr, dann, nach und nach, zunehmend abnehmende Zufuhr, keinesfalls aber zunehmende Abfuhr, was kurioserweise im dietätischen Fall nicht Ab- oder Aus-, sondern Einlauf genannt wird, worüber es allerlei Witze gibt, die, je näher desto zunehmend bei Tische weniger geeignet sind, selbst wenn nur vier Erwachsene und ihre minderjährigen Kinder dort Platz genommen haben.

[22.5.2020]


nah dran Samstag, 30. 5. 2020, 0:00

Damit alle, die – maskiert – hineindürfen (also weit nicht alle), weiter herumfliegen können, müsse, zu aller Sicherheit, der Service im Flugzeug auf ein Minimum reduziert werden.

Dass es in diesen Dingen immer noch Einsparungspotenzial gibt! Bedenkt man, dass der Mittelsitz leerbleiben soll oder überhaupt vorne und hinter dir eine Reihe herausgenommen wird, müssen sie sich schwer überlegen, wie man es den verbleibenden Reisenden doch noch angemessen unbequem machen kann. Man könnte etwa tiefen- und höhenverstellbare Alulatten vor jedem Sitzplatz anbringen, die einen Zentimeter weniger Platz lassen, als das zuvor biometrisch vermessene Knie des jeweiligen Passagiers beanspruchen würde.

Wir waren, zuletzt, schon nah dran: Es gibt immer Luft nach unten.

[21.5.2020]


Pseudonym? Freitag, 29. 5. 2020, 0:00

Niemand neuer Rektor an der Katholischen Privat-Uni
orfon

Auf ihre alten Tag’ greift nun also die Religion auf die Mythologie zurück. Vielleicht hilft’s ja.

[19.5.2020]


eingebüxt Donnerstag, 28. 5. 2020, 0:00

Ausgebüxte Schafherde frisst Garten kahl 
orfon

Das Schaf ist nicht nur Rasenmäher sondern auch Gartenkähler.

Mmmääähhh!

[16.5.2020]



ungewohnt Mittwoch, 27. 5. 2020, 0:00

Möbelbranche verzeichnet Rekordumsätze
orfon

Gegenwärtig wird gewohnt auf Teufel komm raus: So gewohnt haben wir noch nie, seit Menschengedenken nicht, und selbst der Teufel bleibt daheim. Bei uns, soll heißen: in jedem Haushalt. Gewohnt.

In Wien gibt es für jeden Haushalt einen Gutschein für die Gastronomie.

Jetzt, wie?

[15.5.2020]


Lauteres Klingen Dienstag, 26. 5. 2020, 0:00

Mir schupft es das Blut eimerweise durch den Körper
Andreas Okopenko

Du spielst ein kleines Motiv, variierst es sinnreich, addierst deinem frühlingshaften Florilegium einen wohlklingenden Gedanken. Da passiert dir eine kleine, völlig unbedeutende Unreinheit im Ton, ein leichtes Bröseln, eine Bindung gerät etwas holprig und das Intervall ist nicht so sauber, wie du es gerne gehabt hättest und es jedenfalls sein müsste: Fehler! Um zu kaschieren, wiederholst du ihn, sie!, wörtlich, sinngemäß, in Paraphrasen, so gut es geht. Dadurch erscheint jetzt alles Erklungene wie genau so gewollt: ›Wenn du einen Fehler machst, wiederhole ihn dreimal, dann ist er richtig.‹ Diese Strategie hat als unfreiwillig verinnerlichtes Erbe der einst mehr durchlittenen Schule des Jazz in dein Spiel hineingewirkt, fein marmoriert, manchesmal auch gröber: nicht jeder hat immer das Zeug zum Kobe-Rind, und wer täte einen auch dreimal täglich wohlig und zielführend massieren, zu wessen Vorteil, der vom persönlichen Jenseits her jedenfalls anderen schmeckt?!

Beim Weiterspielen passierst du zusätzliche Unebenheiten, regelrechte Schlaglöcher klaffen auf, üble Patzer passieren. Derart steckst du mitten im dich beim Tun zunehmend abschätziger Kritisieren, gleich von allem Anfang an war es das erschreckend wohlbegründet befürchtete ausufernde Schlamassel! Nichtswürdiger du, nüchtern besehen hast du nie noch im mindesten einen klar artikulierten, korrekt intonierten Ton hervorgebracht! … Die immer verzweifelteren Rechtfertigungsaffirmationen überwuchern, umklammern jedes zarte melodische Rinnsal, wie du es möglicherweise intendieren würdest, kanalisieren es unter die Erde, ein trauriger Wienfluss dem gleichermaßen avitalen Donaukanal zu, Rattenzone im besten Fall. Bereits der erste Schritt brachte dich vom Weg aller Tugend ab. Sich verselbständigender Bestemm ist der Höllenweg zu polterndem Populismus unseligster Art. Es ist ein großes Glück für die Menschheit, dass unsereins fast nie irgendein hochrangiges öffentliches Amt zu bekleiden bekommt! Mea culpa! Mea culpa!

Derart in selbstdestruktiven Zwangsgedanken eingesponnen klingt indes draußen dein Spiel fort, es verhallt, der Meister der Aufnahme zeigt mit beiden Daumen nach oben, und du kannst dir nicht vorstellen, was er damit andeuten könnte. Was ist geschehen?

(Soviel zur gerne propagierten Mär vom achso lauteren, seelenreinen und aller Absichten frischfreien Sein im Spiel; womit ich nichts weniger als die Weltherrschaft anstrebe. Sie werden sich noch wundern!)

[14.5.2020]


Paradiese der Tiere Montag, 25. 5. 2020, 0:00

Auch Flamingos haben Freunde 
orfon

Derweilen vereinsamen in Japan alle Aale. Haben sie tatsächlich gemeldet.

Jaja, die Japaner.

Doch nun, o Freunde, lasset uns nicht über all das in diesen Tagen allzu präsente Unerquickliche murren, sondern woll’n wir uns besser am Guten erfreuen! (Wenn wir auch bis heute nicht genau wissen, wie und wo die Vermehrung gelingt.)

Und ob.

Aale Japaner Flamingos, und die Kirschen längst verblüht.

[8.5.2020]


bissig Sonntag, 24. 5. 2020, 0:00

Mundschutz 8€
Reinerlös für Tierschutz

Werbetafel, Einzelhandel

Schutz vor? Schutz für?

Sicher erscheint: Wir, die Mundschutzerwerbenden, schützen – und erlösen! – uns vor allen wilden Tieren, sie seien so groß und riesenhaft, wie sie nun einmal sind: Bestien, minusquamanimalische. 

Nachfragen: Wie ist das mit dem Mundschutz beim Zahnarzt? Tierzahnärzte, womit schützen die sich? Wovor?

[7.5.2020]


Dekantäne Samstag, 23. 5. 2020, 0:00

Das Buch ist sehr gut!
Der versand war sehr dauer
Rosio Pfeiffer-Tafur, Rezension zu Decameron (Versandhandel)

Tja, die Geister, die er rief. Nämlich, wir wissen bzw. werden dieser Tage bei jeder der sich so zahlreich aufdrängenden bildungsheischerischen Gelegenheiten sinnenreich belehrt, dass, seinerzeit, 1348, als die Pest in Florenz wütete, zehn junge Edelleute (7f, 3m) außerhalb der Stadt, in faucibus etruriæ (in den Schluchten Etruriens, remember Cicero), konkret: in Fiesole (sprich: Fiësole – hat nichts mit Strankalan zu tun), einander zehn Tage lang täglich zehn Geschichten erzählt haben, Novellen, auf dass die Zeit in Neuer Normalität vergehe. Sowas dauert, und nicht erst dieser Tage auch im Versand, sind ja Bücher und Geschichten angeblich nicht von vitaler Wichtigkeit.

Im Ernst und ohne unangebrachte Humorigkeit: Wer’s nicht derwarten kann, geht ab jetzt nur mehr in die Buchhandlung des persönlichen Vertrauens, und Vertrauen verdient, wer, bei Gewinnen, Steuern zahlt, dann gewinnen wir alle.

[7.5.2020]


Philichef Freitag, 22. 5. 2020, 0:00

Der Rasierer, was für ein Wunderding. Papa hat immer einen Philishave gehabt, also musste auch der neue wieder einer sein, mit drei Rotorscherköpfen: der wankelmotorische unter den Rasiergeräten. Weil immer alles sehr sorgsam gepflegt werden muss, nimmt ihn Papa, bei beständig abnehmenden feinmotorischen Fertigkeiten, deutlich mehr auseinander (auseinanderer) als er sollte. Die Söhne dürfen sich dann spielen, und es ist wirklich eine Tüftelei, alle Teile wieder korrekt zusammenzusetzen. Ist dieses Werk schlussendlich – man kann nicht sagen, wie – doch noch gelungen, erzählt Papa (stets mit Neuigkeitswert), dass man sich mit dem Rasierer auch rasieren kann, ohne dass er an der Steckdose angesteckt sein muss, eben: ein Wunderding. – Man nennt sowas Batterie, erinnere ich ihn, woraufhin er nickt, aber er traut dem nicht recht, fragt nach dem Kabel, mit dem fühlt er sich wohler, weil da rasiert er besser. Es ist in der Lade, in der der Rasierer tagsüber ruht, die untere in der Mitte vom Allibert, und auch die verschiedenen Bürsten und Beserln sind da drin, vor allem aber, das wichtigste: der Pemsl, die kleinere Ausgabe jenes Pinsels, mit dem einen der Friseur am Ende der Behandlung wohlig weich die übrigen Härchen vom zugekreppten Kragen streichelt. Ich nehme das Kabel heraus, um es anzustecken, da wendet Papa ein, dass das wohl ein Kabel, aber eben nicht das richtige Kabel sei. Ich zeige ihm, dass es funktioniert, wenn man es vorne und hinten richtig zusammensteckt, außerdem stehe ja sowohl auf dem Rasierer als auch auf dem kleinen integrierten Trafoteil der Schriftzug Philishave drauf. – Ja schon, aber es sei doch das falsche Kabel, beharrt Papa. Das richtige habe nämlich in der Mitte so einen Hebel. Wir regen an, er solle doch im Nachtkästchen nachschauen, weil dort ist immer alles, aber es ist nicht und nicht aufzufinden, und warum auch. Schließlich gibt er sich, wenig überzeugt vom durch beruhigendes Pulsieren erkennbar korrekt ablaufenden Aufladevorgang, für ein Weilchen mit dem angebotenen Kabel zufrieden. Abermals kann er es nicht glauben, dass er sich rasieren kann, ohne dass ein Kabel angesteckt sein muss. Aber wo ist jetzt das richtige Kabel? Das hier kann es nämlich sicher nicht sein, es fehlt ja dieser Hebel. (…)

(Papa war Elektriker.)

[6.5.2020]



Er will nur spielen Donnerstag, 21. 5. 2020, 0:00

Schlangen vor Indiens Alkoholgeschäften
orfon

Schlangenlinien hinter Indiens Alkoholgeschäften
mutmaßlich unterbliebene Meldung, orfon

Notwendige Grundbedürfnisse gibt es eben weltweit – und gattungübergreifend: Unwillkürlich müssen wir uns den berühmten Yogi mit weiß gewickeltem Turban vorstellen, aus seinem Bastkörbchen sich emporschlängelnd die Kobra. Keine Angst, er hat sie zuverlässig im Griff: Sie reagiert auf jeden Triller.

[4.5.2020]


outdoor Mittwoch, 20. 5. 2020, 0:00

Jetzt dürfen auch die Museen wieder aufmachen. Aber vorerst können noch keine Interieurs gezeigt werden, nur die Landschaftsbilder. Ausnahmsweise auch Veduten, immer aber mit bzw. aus sicherem Abstand. 

[1.5.2020]


vertigo Dienstag, 19. 5. 2020, 0:00

Die Zahl der Todesfälle in NY geht zurück
derstandard.at

Durchatmen. Das wäre dann doch ein starkes Stück! 

Indes, wir müssen davon ausgehen, dass niemand aus dem Reich der Toten zurückkehrt, was entweder, kämen sie strahlenumkränzt-verklärt daher, (zunächst) Große Freude auslösen würde oder aber (im zombistischen Fall) das Pure Entsetzen.

So aber fördert bereits kürzeste Recherche (check, re-check, double-check) zutage, dass es sich beim vermeintlichen newyorker Coronawunder um eine verringerte Zuwachsrate bei den Neuverstorbenen handelt.

Was mit ihnen in der Folge passieren wird, darüber gibt es weltweit geteilte Meinungen.

[29.4.2020]


leggero Montag, 18. 5. 2020, 0:00

Italien lockert Lockdown
kurier.at

In Österreich geht’s, warte nur, balde, zum Friseur, dominiert derweil die Lockdown-Locke locker das haupthaarige Trachten, dem Vater fliegen die Federn um die Ohren und über den Kragenrand hinaus, halswärts hinab. 

Wir dürfen nun den oberen Knopf aufmachen. Und, das hatten wir bereits, den Gürtel noch weiter schnallen. 

Lockerungen allenthalben. 

[28.4.2020]


tavola calda Sonntag, 17. 5. 2020, 0:00

Coronavirus: Italiener entwickeln Fiebermesser für Lokale
kurier.at

Bratenthermometer lassen sich zu so allerhand Sinnvollem umfunktionieren.

Vor jeder Cooling-Down-Phase gilt: Nichts wird so heiß gekocht, wie es gegessen wird.

Zerschneiden, dieses Fieber, in seine kleinsten Bestandteile, jawohl. Atomisieren.

[24.4.2020]


aufzu Samstag, 16. 5. 2020, 0:00

Offene Fragen zu geschlossenen Berghütten
orfon

Gibt es eigentlich sowas wie geschlossene Fragen?

(Offene Berghütten ja gegenwärtig eher nicht.)

[23.4.2020]


Eigennutz Freitag, 15. 5. 2020, 0:00

Teufel freut sich über Öffnung der Kirchen
Presseaussendung, Freiheitlicher Klub im NÖ Landtag

Der Teufel ist ein Ingenieur. Es überrascht wenig, dass ER auch (möglicherweise vor allem) hier seine Finger im Spiel hat: Man braucht sich nun einmal gegenseitig, bedingt einander, und was wäre das auch, der Nikolaus ohne Krampus (…)?

Mit der Öffnung der Kirchen für Gottesdienste wird nun ein wesentlicher Schritt zur Erlangung der Neuen Normalität gesetzt. Halt ohne Weihwasser, was einen gewissen, möglicherweise nicht unentscheidenden Wettbewerbsvorteil für die andere Partei darstellen dürfte.

[24.4.2020]


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