wie blind 5.10.2022, 0:00

In »Lebenskunst«, der sonntäglichen paritätischen Spiritualitätssendung, berichten sie, nach einem Beitrag über katholische Mönche, die keine sind, bei denen man aber zeitgemäß fasten kann, über ein neues tibetisches Zentrum in der Südweststeiermark. Ein Grazer bereitet sich da gerade auf einen viermonatigen Rückzug vor. Sein Zimmer, das sich neben dem Tempel befindet, hat er schon kundig – er macht sowas nicht zum ersten Mal – umgestaltet: das Bett in der einen Ecke, der Meditationsplatz in der anderen; im Vorzimmer eine kleine Koch- und Waschgelegenheit. Dann will er sich jeden Tag viermal je zwei Stunden alleine in völlige Dunkelheit begeben. Am Ende, aber auch zwischendurch ist ihm so die Erleuchtung so gut wie gewiss. 

So einfach es auch scheint, wie es innen ausschaut, wir wissen es nicht.

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Dunkelheit und Finsternis? Erleuchtung, Blendung?

_______________
[WSW] = KLAUS



Innenstadtrand 4.10.2022, 0:00

Brauchen Sie Speisekarte oder Wiener Schnitzel?
Gasthaus Reinthaler

(Keine weiteren Fragen.)
Tony Petrocelli

Das Leben könnte – und kann! – so einfach sein, findet man nur in jeder Situation seinen rechten Vereinfacher, und derer gibt es auch gute: Nicht jede Vereinfachung muss nämlich gleich prekär sein; wenn es leider auch die meisten sind. 

Vom Reinthaler geht keine Gefahr (m/d/w) aus. 



Falle 3.10.2022, 0:00

Mein Name ist Mariah Blanchett. Ich bin ein 19-jähriges Mädchen und die einzige Tochter meiner Eltern. Mein geliebter Vater ist kürzlich am Corona-Virus gestorben, obwohl meine Mutter bei meiner Geburt im Krankenhaus gestorben ist, also habe ich sie nie zu Gesicht bekommen.
Mariah Blanchett, Waise

Kausalitäten ist, auch weil einem nichts anderes übrigbleibt, in jedem Falle Folge zu leisten. Wer Fräulein Blanchett dennoch zu Gesicht bekommt, möge sich deshalb bitte bei mir melden. Unter der Hand kann ich Ihnen verraten, dass ich aus diesem Grund bereit bin, dafür zwanzig Prozent von dem Betrag herzugeben, der mir, streng vertraulich (aber Ihnen kann ich’s ja sagen) zugesagt wurde, wenn ich mein Konto für eine Transaktion zur Verfügung stelle, und da es sich um ein Erbe von fünf Millionen Dollar handelt, von denen mir zwanzig Prozent zugesagt wurden, sind das immer noch beträchtliche zweihunderttausend, danke also für Informationen, wo sich Mariah aufhält, weil mir verrät sie es nicht. Warum, diese Kausalität hat sich mir noch nicht erschlossen. 



verloren 2.10.2022, 0:00

Zwei Leichen am Grazer Zentralfriedhof gefunden
orfon

Wenn sie noch ein bisschen weitersuchen, graben und so, werden sie noch mehr finden. Es wird aber in Zukunft immer schwieriger werden, weil immer mehr Menschen bereits zu Lebzeiten (hernach: ginge es nimmer) verfügen, man möge sie, wenn sie nicht mehr sie sind, verbrennen, ein allerletzter Luxus (in diesen Tagen fast schon eine Frivolität!), wie wir erfahren haben. 

Das bestürzend traurig machende Paar, von dem aus Graz berichtet wird, wollte in seiner finalen Verzweiflung wohl auch noch Transportkosten sparen helfen. Es hat nichts geholfen.



Operation gelungen 1.10.2022, 0:00

Patienten verwechselt und falschen eingeäschert
orfon

Wen durchglühen beim Lesen dieser Schlagzeile nicht unwillkürlich die monströsesten Ahnungen? Kann man richtige Patienten einäschern? Dürfen’s denn das?

Nun, fangen wir uns. – Hinterher, auf dem Partezettel, ist noch ein jeder ein Übermensch gewesen, hat sein langes und schweres Leiden stets mit der allergrößten Geduld ertragen: Patient bedeutet nun einmal geduldig, und solange du nur irgend lebst, bleibst du dazu verdammt, dich als ein ebensolcher zu erweisen. Bereits die Prosekturgebühr (Tarif Nov. 2022: € 71,00) wird schon nicht mehr von der Gesundheits- (früher, trefflicher: Kranken-)kasse übernommen, was nichts anderes bedeutet, als dass diese finale Versehung nicht mehr als medizinische Leistung betrachtet wird: der Geduldsfaden gerissen, Patientenende. 

Wie können sie also den falschen eingeäschert haben? 

Alles wird teurer, und auch die Tarife der Krematorien steigen beträchtlich. Insbesondere das Aufheizen des Ofens auf die vorgeschriebene Einäscherungstemperatur verbraucht einen großen Teil der benötigten Energiemenge, sagen sie im Radio. Dann geht es aber erst los. Und man gönnt sich ja sonst nichts. Mehr.



weiß nicht 30.9.2022, 0:00

Bauer übergoss Polizisten mit Milch
orfon

Immerhin, angezunden hat er sie (oder ihn) nicht, und ob er es probiert hat, wird nicht berichtet. 

Welche Farbe hat die Milchflamme?



Wandel 29.9.2022, 0:00

Dorf an der Enns. Beim Wiederanfahren des Zugs merkst du, wie draußen die Kürbisse in gleichmäßig beschleunigter Bewegung an dir vorbeirasen. 

Das hat es früher nicht gegeben. Nicht hier. 

Früher hat es das hier nicht gegeben. Sicher nicht.  

Hebend, das Gefühl, Augenzeuge dieses Wandels zu sein.



Arbeitsjahr 28.9.2022, 0:00

Juli-Frontfrau studiert Psychologie
orfon 

Das Wintersemester beginnt im Oktober; da in Deutschland das Sommersemester erst mit April beginnt, beginnt die vorlesungsfreie Zeit dort erst gegen Ende Juli.

In den Ferien wird auch gerne mal musiziert.

Es ist ein einziges Beginnen.



geduldig 27.9.2022, 0:00

Bereits 14 Stunden Wartezeit für Queen
orfon 

Do muaß do’ amoi wås passier’n!
Anstellungsbedingter Dringlichkeitsaufruf (südbair.)

So lasst die alte Dame doch endlich vor!

In Österreich haben wir die Alleinfahrerspur, und der Schilehrer darf sowieso immer vor. Das, wir haben es selber erkannt, ist nämlich sinnvoll fürs gesamte System: In puncto Anstellen und Geduld gelten wir Österreicher (m/m/m) zurecht als Weltmeister, wie überhaupt bei fast allem (ausgenommen vielleicht Cricket, Polo oder die schöne Fuchsjagd).

Fast bis zuletzt ist Elizabeth geritten.



zerenkelt 26.9.2022, 0:00

Vereint in Trauer: Wie Versöhnung in der Familie gelingen kann
kurier.at

Reicht die Bruderhand als schönste aller Gaben
Graffito, Rederbrückenpfeiler, Steyr

Zwei Söhne sind, so behaupten die Medien, die ja davon leben (müssen), und namentlich dem Kurier ist es eines seiner monothematischen Hauptsubjekte der Berichterstattung (ein anderes: die traurige Schwimmerin von Monte Carlo), zwei Söhne sind einander nicht recht grün, ein älterer, der einmal den Staat tragen soll, und ein jüngerer, Rappelkopf, der noch dazu etwas mit einer vom Theater hat. Wie das halt so ist, ich sag’s Ihnen.

Dass es ausgerechnet Versöhnung heißen muss.



spitzwinkelstumpf 25.9.2022, 0:00

Tirols ÖVP-Spitzenkandidat Mattle isst Eis ›wie ein Normaler‹
derstandard.at

Bisch’ a Tiroler
Bisch’ a Mensch

lokal beliebte Selbstzuschreibung

Da auch ich mich nicht für einen irgend Normalen zu halten vermag (normal, wir wissen es, das ist der Rechte Winkel), befleißige ich mich, seit einiger Zeit bereits, selbst tunlich so normalen Eisessens wie mir das nur möglich ist: Sowas nennt man unbedingte Volksnähe.

Wie ist das, in der Nähe des Volkes? Welchen?

Welches Amt ich wohl anstreben mag. Puuh, ich bin gespannt. Wird aber sicher nichts normales.

Uns bleibt immer noch das Eisessen.

(In Wien fühle ich mich normalerweise am Schwedenplatz dem Volk am nächsten; für Innsbruck empfehle ich Tomaselli spezial.)



auffällig 24.9.2022, 0:00

Gegen 17.00 Uhr wurde die Leiche des 33-Jährigen in einem Schotterbereich unterhalb der Nordwände entdeckt und vom Hubschrauber geborgen. Der Mann dürfte abgestürzt sein.
orfon

Die medienrechtliche Selbstabsicherung ist schon recht weit gediehen. Fehlte nur noch, dass sie von einem mutmaßlich Toten reden, es gilt selbstverständlich die Untodesvermutung.

Wer schuld war – sowas und nichts anderes interessiert uns doch bitte!



Sein und Haben 23.9.2022, 0:00

Wozu man früher dem Liessmanne das Mikrophon hinhielt (oder hat er es zu sich herangezogen?), dass er sich dazu rasch und klug äußere, dazu befrägt man seit einiger Zeit die recht denk- und redegewandte Philosophin Hirn. Wir wollen es unterlassen, nachzurecherchieren, ob es sich dabei um ihren bürgerlich ererbt- bzw. erheirateten oder einen – klug oder nicht, das sei dahingestellt – Nom de Guerre handelt, das Lisz indes dürfte eine selbstgewählte Kurz- oder, je nachdem, im Freundeskreis dereinst vergebene Koseform sein, und wirklich, die ununterlassbare Kurzrecherche hat die Vornamen Elisabeth und Katharina geoffenbart, da ist es klar, dass sie nicht ihren schönen Zweitnamen Katharina, wie das etwa in den USA üblich wäre, mit K. zwischen das Elisabeth (oder: Lisz) und Hirn platzieren mag, es ergäbe unzulässig-dümmliche Schnellschlüsse. Zurück, reden wir wieder über Lisz Hirn, der man das Mikrophon hinhält. Auffällig, und das allein sei der Grund, warum ich ihr, ich geb’s zu, nicht gerne zuhören mag, nicht zuzuhören vermag, auffällig ist der Stress, den sie beim Reden ausstrahlt, als drohte ihren Emanationen der unmittelbare Entzug des Mikrophons, aber es ist eine klare Interview- oder sogar devote Wortspendesituation, kein Politiker einer anderen Partei, auch kein Precht will ihr ins Wort fallen, sie hätte alle Zeit, ihre Gedanken auszubreiten, es kommt aber ein dichter Strahl daher, wie aus einem Feuerwehrschlauch, als hätte sie sich selbst die Vorgabe gemacht, eine gewisse Silbenanzahl pro Sekunde zu liefern und diesen Weltrekord vor jedem neuen Mikrophon noch einmal überbieten zu müssen, ihre zweifellos brillianten Gedanken scheinen sich überholen zu wollen, es ist ein einziger amorph daherkommender Sprachbetonschwall, der die Zuhörenden abriegeln lässt, und wann bitte atmet die kluge Frau denn, bei einem Beistrich erlaubt sie es sich nicht, und es handelt sich um diesbezüglich ungeschnittene Aufnahmen, die sie da im Radio bringen, kein technisch beschleunigtes Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker (m/d/w sagen sie nicht, es ist keine Zeit, die Geld ist), was für eine Begabung, und bedenkt man erst, dass das Hirn zum Arbeiten viel Luft braucht, bräuchte, was da noch drin ist, drin wäre, ich empfehle jedenfalls, ihre Bücher zu erwerben und sie aber in langsamem Tempo zu studieren, wahre Philosophie verlangt danach, es lohnt, und wir wollen jetzt aber endlich tief durchatmen, ruckzuck!



dekapital 22.9.2022, 0:00

Tödlicher Autoraser-Unfall: Lenker enthaftet
orfon 

Wie wenig zivilisiert du in Wirklichkeit sein magst, wenn du beim Überfliegen dieser Artikelüberschrift unwillkürlich »enthauptet« liest: Da will sich ein dumpf-irreversibler Vergeltungsreflex seine Bahn brechen, an der Oberfläche eine dünne Kruste, wie kurz angefroren, und keine Katze würde auch nur den kleinsten Tapser auf diesen Teich hinaus machen.

Der Staat schützt uns zuallererst vor uns selbst, das ist die Hauptsache.



Matternicht 21.9.2022, 0:00

Matterhorn: Gestürzter Alpinist verbrachte Nacht am Seil
orfon

Kein Bergsteiger ist noch aufs Seil gefallen, das bleibet den -tänzern vorbehalten, denen es einzig vergönnt ist, die Schwerkraft aufzuheben oder gar umzukehren. Manch einer ist dabei schon in den Himmel gestürzt.

Des Morgens war unser Steilwandtänzer wesentlich matter. Man hob ihn, auswändig, heraus.



niederschwellig 20.9.2022, 0:00

Gelarex wird Ihnen helfen Hämorrhoiden nach nur 1 Kurs loszuwerden
Produktinformation (Initiativbewerbung)

SETZEN SIE IHREN QUALEN EIN FÜR ALLE MAL EIN ENDE!
Impulssatz, a.a.O.

Einen Kurs gegen krampfartige Schwellungen, welche Volkshochschule bietet bitte den an? Nur im Fall, man bräuchte sowas einmal, ist doch nichts so hinderlich alswie Schwellenangst: Du kommst nicht und nicht hoch, stößt an gläserne Gummidecken und kannst es dir aber nicht erklären.

Was den kapitalen Impulssatz betrifft: Der klingt doch bitte sehr nach Klippenspringen. 

Hämorrhoidenlogorrhöe: Wir brauchen so etwas nicht, und unten warten heutzutge oftmals die Quallen.



üblich übrig 19.9.2022, 0:00

Vier Kinder der Queen halten Totenwache 
orfon

Totenwache, ist das nicht eine irgendwie befremdliche Sitte? Wer würde denn einem Toten (mdw) was antun wollen oder können? Oder gar entwenden? Und sind Kinder – als persönlich Betroffene gewissermaßen Zustandsgebundene – zu so einer verantwortungsvollen Tätigkeit tatsächlich die bestgeeigneten? Gibt es doch eigens geschultes Wachpersonal, und außerdem sind Tote üblicherweise die letzten, die in einem unbeobachteten Moment davonliefen. Auferstehung geht ja gemeinhin anders, da hülfe nicht die beste Bewachung. Außerdem ist sie Gläubigen ohnehin gewiss: Wozu also bewachen?

Gräber werden üblicherweise nicht weiter bewacht, allerhöchstens die des Unbekannten Soldaten, von denen es überall leider allzuviele gibt.

Einmal bin ich in Jerusalem – am Berg Zion! – von einem zugesperrten Friedhof entkommen. Keiner hat es bemerkt, weshalb es auch mit der Religionsgründung nichts geworden ist. 



Schaumschläger 18.9.2022, 0:00

Die David-Skulptur, die Michelangelo aus einem einzigen Marmorblock erschuf, wird bereits seit 1873 in der Galleria dell’Accademia aufbewahrt. Sie zeigt den biblischen David in dem Moment, in dem er mit der Steinschleuder den Kampf gegen den Riesen Goliath aufnehmen will.
orfon

Wo steht denn nun eigentlich der Goliath? Bei der – einfach hochzurechnenden* – Größe muss er sich doch finden lassen. Weil zu dem Zeitpunkt, da Michelangelo den David darstellte, muss er ja noch gelebt haben.**

Ein David ohne Goliath ist kein Held nicht.

___________________

* Laut biblischer Maßangabe (1 Sam 17, 4) sechs Ellen und eine Spanne, das ergibt, je nachdem, ob gewöhnlich oder königlich vermessen, zwischen 2 Meter 98 und 3 Meter 42; nehmen wir also an, dass Goliath gut doppelt so groß wie der Jüngling David war, so ergibt sich, maßnehmend am michelangelischen, welcher in einer übermenschlichen Größe von 5 Meter 17 dasteht, eine Länge von etwa zehn Meter Marmor – und mit dem Erweis einer derartigen Akribie glaube ich, mich bei Jehovas Zeugen zum Straßensteher qualifiziert zu haben: Wir sehen uns!

**Donatello hat es sich da etwas gar zu leicht gemacht!



Auf! 17.9.2022, 0:00

Dieses Release enthält Fehlerkorrekturen, durch die unser Produkt verbessert wird. Du kannst nun einfacher neue Orte entdecken und zu ihnen navigieren.
Eselskarotte, Programmerneuerungsaufforderung

Wir wollen und sollen beständig auf zu neuen Orten, es gibt kein Verweilen. Ach, hätten sie doch in früheren Jahrhunderten derart praktische und präzise Applikationen gehabt! Dann wären, längst schon, alle Orte entdeckt. 

Mir gefällt es hier; obwohl, in Italien ist es schon auch ganz schön schön, in Florenz etwa. 

(Mehr dazu morgen.)



Omertà 16.9.2022, 0:00

Im Sommer wächst Gras über allerhand Sachen, und Ende August, Anfang September wird wieder gemäht in den Bergen, wo wenig sonst nur gedeiht. 

Ob es uns was besonderes sagen soll, wenn ein Fernsehbeitrag, der über die Rückkehr eines aufgrund Erschöpfung den Sommer über in Erholungskrankenstand sich zurückgezogen habenden Landeshauptmanns in sein verantwortungsvolles Amt berichtet, wenn ein solcher Beitrag mitsamt Interview die recht auf beredtes Schweigen verweisende Dauer von ausgerechnet 4 Minuten und 33 Sekunden aufweist.

Befragt habe man ihn bislang nicht, und irgendetwas vorzuwerfen (gar das Touchieren mit Sphären des Korrupten) habe er sich jedenfalls keinesfalls irgendetwas. Die Familie biete Rückhalt gleichwie die Natur, insbesondere bei jedem Wind und Wetter.

Es gibt Menschen und, mehr noch, Parteien, bei denen ist es schlichtweg undenkbar, dass sie je etwas falsch machen, auch mit den besten Absichten nicht.

Sei Lenz!



Möbenhaus 15.9.2022, 0:00

Riesenotter wurden einst so groß wie Löwen
derstandard.at

und brüllzten wesentlich
Ernst Jandl

Die Frage ist, wie groß die Löwen einst wurden.

In Oberösterreich sagt man Löbe. Und Amöbe ist ein Vogel, ein einzelner, im Winter kommen sie aus dem Norden, um über dem Zusammenfluss von Enns und Steyr mit ihrem Lachgebell zu kreisen, hunderte!

Wie brüllten die Riesenotter dereinst, und was?



und xund 14.9.2022, 0:00

Zur Frage, ob Schülerinnen und Schüler auch dann am Unterricht teilnehmen müssen, wenn sie Corona-positiv sind, verlautete der Bildungsminister unlängst (dem Standard sei Dank fürs Transkript): 

»Wenn sie sich gesund fühlen, ja, dann müssen sie. Aber auch das ist subjektiv. Wenn ich mich nicht gesund fühle, dann muss ich nicht. Wenn ich mich nicht gesund fühle, dann sage ich, mah, ich fühle mich jetzt so gesund, ich will eigentlich nicht in die Schule, aber ich muss. Ich bitte, einmal das einfach in Ruhe durchzudenken.« 

(Pause. Luftholen. Weiter.)

»Dann werde ich mich auch nicht gesund fühlen, wenn ich schon das Gefühl habe, dass ich net g’sund bin. Und wenn ich das Gefühl hab’, ich muss um jeden Preis in die Schule, obwohl ich keine Merkma…, keine Symptome habe, dann habe ich ja in mir ja schon das Gefühl, dass ich nicht zu hundert Prozent fit bin. Und das ist eine gesundheitspolitische Debatte darüber. Ich bitte darum, das einfach sehr gelassen und pragmatisch zu sehen.«

Danke, wir sehen’s gelassen und pragmatisch.

Einmal habe ich ihn in Grado gesehen. Pausbäckig und gesund hat er ausgeschaut. Wie er sich gefühlt hat, wird nur er gewusst haben. Aber er war da, ganz klar er.



Zehnneunzig 13.9.2022, 0:00

Italien: Zehn Prozent der Cafes und Restaurants droht Aus
orfon 

Ich kenne eines, in Verona, wenn Sie mich ganz ehrlich fragen, um das wär’s nicht wirklich schade.

Soll man aber nicht sagen. Es ist bitte immer eine zweite Chance zu gewähren, aber wenn an meiner Statt jemand anderer hingeht, soll’s mir recht sein.

Die anderen neunzig Prozent waren aber eh voll ok.

Meine Mutter (sie kann sich noch an die Krönung der Queen erinnern), wenn sie ihre Meinung zu äußern beabsichtigt, leitet sie deren Kundgabe zu neunzig Prozent mit der Floskel »Also wenn du mich ganz ehrlich fragst« ein. Das ist in dieser Generation so drinnen, und es wird wohl seine in der Zeit ihrer Kindheit begründeten absicherungstechnischen Gründe haben.

Ich versuche zumeist ganz ehrlich zu fragen, so bin ich erzogen.



generationengeweitet  12.9.2022, 0:00

Ach die Queen. Wird viel geredet darüber, dass kaum jemand Erinnerungen hat, wie es vor ihr war. So ähnlich hat es sich bei mir angefühlt, wie damals der Papst, schon seit je im Amt, gestorben ist. 1978 war das, Paul VI, da war ich schon recht groß, so groß und erfahren wie nie zuvor. Dann kam der nette und ist gleich wieder gestorben (der Franger Markus hat es mir in der Früh beim Treppenaufgang im Gymnasium gesagt), dann der Pole, wo eine ganze weitere Generation keinen anderen sich vorstellen hat können.

In Südtirol hat es eine Generation gegeben, die haben alle nur den Luis gekannt. Ich bin südtirolmäßig noch Generation Magnano, Silvius. Nordtirol: Wallnöfer, Eduard. Bayern: Strauss. Oberösterreich: Ratzenböck. 

Meine Mutter hat mich vom Tod der Königin von England informiert, sie kann sich noch an die Krönung erinnern.

Gach kommt er ja noch einmal zurück, der Luis. 

Es gilt, bis auf weiteres: God save the king. 

Königliche Standarten werden niemals auf halbmast gesetzt; im Gegenzug wird halbmast immer klein geschrieben, selbst in England.



Unruh 11.9.2022, 0:00

Streit um Wasser in Feldkirch entbrannt
orfon 

Man lösche, dringlich!

Feldkircher Wasserstreit schlägt Wellen
orfon (nachgeschoben)

Nun, so war wenigstens die Brandgefahr fürs erste gebannt. Dieweil jedoch war zu Wolfurt (nicht Rankweil) ein Känguru entsprungen. Aus einem Zoo zart. Womöglich in den Gatsch gehupft, wellenschlagend.

Kommt denn Vorarlberg nicht und nicht zur Ruh?

(Ob Wassergräben eine taugliche Gehegeeinhausung für sprunghafte Beuteltiere darstellen könnten?)



dynamische Erscheinung 10.9.2022, 0:00

CARIND dynamic
Toilettepapierspezifikation (Italien)

Was das denn sein könne, dynamisches Toilettepapier? Was wäre etwa statisches?

Auf dem Heimweg von der Oper am auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindlichen Gehsteig spazierend, habe ich einmal eine Dame der Besseren Grazer Gesellschaft gesehen, mittelschwer bis schwer betrunken wankend, und aus ihrem dem Opernbesuch mehr als angemessenen opulenten Abendkleid sind ihr, als wär’s ein Schleierband, gut zweieinhalb Meter Klopapier verwegen wehend hervorgezüngelt, nachgerade heraldisch: ein Anblick für die Ewigkeit.

Statisches Klopapier wird vermutlich für (angestrebte) Verstopfungen empfohlen, historische Zeitungen etwa. Vielleicht auch Opernbesetzungszettel.



verlaufen 9.9.2022, 0:00

Im Zug von Neapel aus weiter in den Süden zu reisen erscheint einigermaßen umständlich. Für die schnelleren Verbindungen hat man sich dafür entschieden, die Trasse nordostsüdwärts, hinter, um den Vesuv herum, verlaufen zu lassen. Warum ist noch keiner auf die Idee eines Tunnels gekommen?, außer mir, jetzt? Das hätte doch einigen, insbesondere auch touristisch verwertbaren Impact.

Wenn auch nicht durchs Magma, zuletzt kommt doch ein Tunnel, ein langer Tunnel, und er hört erst unmittelbar vor dem Bahnhof von Salerno auf.

Wie oft trügt doch die Erinnerung, und am unglaubwürdigsten sind allemal die Augenzeugen. Ich habe es selbst gesehen.



… und darüberhinaus!  8.9.2022, 0:00

»Wenn ich erwachsen bin, dann gehe ich alleine auf den Spielplatz.«
Kindermund

Hier ist heute nicht der Ort zu originellen Gedankengängen, und, wenn auch an Jahren erwachsen, wir dürfen gerne auch miteinander dorthin. In Gedanken, Worten und Werken. Und Hundert Prozent schuldlos … ähmpardon: unschuldig!

(Norbert Trawöger hat uns zum SPIEL ein zauberhaftes Büchlein geschenkt.)



Am Gipfel 7.9.2022, 0:00

Höll schreibt mit Downhill-Gold Geschichte
orfon

Transeas ad superos
Redeas ad inferos
Hos si vis videre
Hos si vis videre

Altes Studentenlied (2. Strophe)

Downhöll. Und Jubel; unbeschreiblicher Jubel.



talwärts fahren 6.9.2022, 0:00

Maria Schnee
Wallfahrtskirche, Kalkstein (sic!)

Bittschön passt’s ma auf, es ist so viel gestrecktes Zeug im Umlauf! Jedoch: Himmlischer Beistand naht. Auf ins Villgraten!



Eisbrecher 5.9.2022, 0:00

Friede, Freude, Eierkochen. Oder heißt’s Eierbecher?

Bald wird die Nordostpassage zumindest sommers fix befahrbar sein.

Ich kenne einen Becher, der macht in Holz.

(Musikwissenschaftler.)



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