ausgemopst 31.12.2021, 0:00

Zwilling der Milchstraße entdeckt
orfon

›Zwillinge, bei der Geburt getrennt‹, so nennt sich eine beliebte alljährliche Rubrik in BoB (Best of Böse), einem verfemten österreichischen Periodikum. Heuer haben sie dort etwa Karl Nehammer/Roman Rafreider, Stephanie Krisper/Ursula Stenzel, Wolfgang Sobotka/Abdul Ghani Baradar und Wolfgang Mückstein/Frankenstein, sowie, zu allerletzt, Thomas Schmid/Mops in einen Sinn(es)zusammenhang gesetzt, es ist jedes Jahr ein Brüller, und bekanntermaßen werden jene Menschen, die sich an derartigen Verunglimpfungen delektieren, Bobos genannt.

Manche Zwillinge entwickeln sich bedenklich weit (um Lichtjahre!) auseinander. Nein, die Rede ist nicht von Thomas Schmid.

Der arme Mops.



ausgestreunt 30.12.2021, 0:00

Streunerkatzen: Chip statt Schnitt ins Ohr
orfon

Dem Bill Gates ist nichts mehr heilig. Jetzt lässt er schon die armen Katzerln impfen. Damit er immer weiß, wo sie und damit ihre Cat Content Video-Dreher:innen sich aufhalten. 

Dann sticht er, kurz und präzise, zu. 



abgerissen 29.12.2021, 0:00

Wolfsrudel ausgebrochen: Französischer Zoo geschlossen
orfon

Kann man von einem Ausbruch reden, wenn sich, wie wir erfahren dürfen, der Vorfall just während der Öffnungszeiten ereignete? Hereinspaziert – hinausspaziert! Drehkreuze stehen nur beim Eingang.

Diese Wölfe (nicht nur die mit ihnen stets zu assoziierenden Lämmer und Geißlein) sind, wir wissen es längst schon, gerissene Viecher.



Menschenfischer 28.12.2021, 0:00

Helene Fischer: Babygeschlecht enthüllt
kurier.at

Heutzutage ist es ja wirklich nicht mehr so, dass man (m/w/d) lebenslang (lebenslänglich?) an das Geschlecht gebunden ist, das bei der Geburt (oder vorher) detektiert wurde oder wird. Somit können wir, Diskretion heuchelnd, verkünden: Es wird ein Baby, das. Und kein Herodes wird das verhindern können. In 33 1/3 Jahren können wir ja weiterschaun. Dann ist die Erlösung so gut wie sicher.

Meiner Seel’, ob ich das dann noch erleb’!?

Jetzt: Erlösung, wovon? Insbesondere auf ihre unbedingte Privatheit erpichte Stars (m/w/d) sind auf unsere Diskretion ja angewiesen alswie auf ein Stückl Brot.



bekanntermaßen 27.12.2021, 0:00

Geologen haben das Fossil eines Tausendfüßlers entdeckt, das bisherige Größenrekorde bricht: Im Fachmagazin ›Journal of the Geological Society‹ berichtet ein Team, der Tausendfüßler sei wohl fast so groß wie ein Auto gewesen, schätzungsweise 55 Zentimeter breit und 2,6 Meter lang.
orfon

Das mag schon stimmen. Wir dürfen aber nicht außer Acht lassen, dass die Autos im Karbon auch entsprechend größer waren. 

Und überhaupt, heißt es nicht, dass wir endlich einmal aus diesem Karbonisierungswahn herauskommen müssen?



chillig 26.12.2021, 0:00

Entwarnung nach Kleinbrand auf Toilette
kurier.at

We have a lift-off
Vollzugsmeldung, NASA

Wir brauchen klare Klassifikationen, und es gilt, selbige stets weiter zu verfeinern. 

Gab es bislang Brände und Großbrände, sowie – seit 1974 (der so beliebte Katastrophenfilm) – Flammende Infernos, so gibt es nun also auch Kleinbrände, auf Toiletten, wo sonst. Es steht allerdings zu vermuten, dass es diese längst schon gibt, es hat sie nur noch niemand benannt. Wurde aber auch Zeit.

Seinerzeit, nach dem nachmalig so segensreichen Weinskandal, hat der große Manfred Deix weitere einschlägige Skandale prophezeit, als eindrücklichsten den Tortenskandal (»Kerosin in der Sachertorte«): Eine idealtypische Seniorenclub-Seniorin (der Verfasser, selbst einmal zu Gast in diesem sonntäglichen Fernsehperiodikum, weiß: es gab, jahrzehntelang, veritable Profi-Seniorinnen) hebt beim Verzehr eines Tortenstücks raketengleich aus einem altwiener Konditoreisessel ab.

Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Letztlich aber ist nicht alles halb so scharf.



still 25.12.2021, 0:00

Kein Instrument bildet wohl den Klang der menschlichen Stimme so unmittelbar ab wie der/die/das …………………………………… (zutr. bitte einsetzen).
beliebte Anmoderation (Musikvermittlung)

froe weinacht
froe weinacht
und ich bin nur ein hund

aus Ernst Jandls Weihnachtslied

Gambenconsortmusik gilt ja als besonders weihnachtlich.
Blechbläserensemblemusik gilt ja als besonders weihnachtlich.
Blockflötenmusik gilt ja als besonders weihnachtlich.
Lautenmusik gilt ja als besonders weihnachtlich.
Harfenmusik gilt ja als besonders weihnachtlich.
Holzbläserkammermusik gilt ja als besonders weihnachtlich.
Gitarrenmusik gilt ja als besonders weihnachtlich.
Paukenundtrompetenmusik gilt ja als besonders weihnachtlich.
Zithermusik gilt ja als besonders weihnachtlich.
Hackbrettmusik gilt ja als besonders weihnachtlich.
Bassetthorntriomusik gilt ja als besonders weihnachtlich.
Akkordeonmusik gilt ja als besonders weihnachtlich.
Saxophonorchestermusik, naja.

Was sind wir doch fro!



… aber jetzt! 24.12.2021, 0:00

Noch etwa 0 Tage
Downloaddauerhinweis

Wenn eine solche Meldung erscheint, dauert es in Oberösterreich (z.B. Christkindl) nu a Neichtl bzw., überall sonst (international übersetzbar), noch ein Weilchen, fürwahr. 

Soviel für heuer also zum Thema Weihnachten. Wie lange Alles Andere noch dauert, wird erst im Nachhinein gesagt werden können; dann aber werden wir es immer schon gewusst haben.



nouvelle cuisine 23.12.2021, 0:00

Kusine Hermine
imaginäre Verwandte

Am Tag, da der alte P. gestorben ist (die Rettung hat ihn auf Nachfrage gefunden, er hatte nicht einmal ausreichend Zeit gehabt, den Roten Knopf zu drücken), war er, so sein zurechtgelegtes Narrativ – die Nachbarin war ihm gar zu aufdringlich geworden –, angeblich in Linz, beim Begräbnis seiner Kusine, Kusine Hermine. Er hatte wohl einen Cousin, Hermann, dessen Namen da hineinzuziehen erschien ihm aber denn doch zu menetekelhaft. Damit er sich seine wohlbegründeten Ausflüchte aber behielt, hatte er überall verstreut in der Wohnung Zettel mit den aktuellen Narrativen abgelegt, dazu die – abwischbare – Schiefertafel mit den allerdringlichsten Verhaltens- und Handlungsanweisungen: »Versteckt bleiben. Alle Vorhänge zumachen. Bin in Linz. Wegen Begräbnis Kusine.« Selbstredend hatte er auch das Licht nicht aufgedreht, was auch sonst, wenn du tagsüber in Linz bist.

Nun, an jenem 16. März ist es finster geblieben in Steyr, und zu einem Begräbnis war er allerdings unterwegs.

Sind wir alle, unentwegt.

Meine Stiefgroßmutter mütterlicherseits – konkret: die zweite Frau des Vaters Edmund meines Vaters Edmund – hat auch Hermine geheißen, Hermine Mütter mit der Eheschließung, so steht es auch am Grabstein. Wessen Kusine sie allenfalls war, habe ich bislang nicht eruiert noch gedenke ich, je derartiges zu tun.

Früher hat man geschrieben: Cousine, und bei Cousin ist das ja heute noch so – Kusö oder wie!? Eben.



G-sus 22.12.2021, 0:00

»Jaja, das Leben zollt eben seinen Tribut«, sagt die Jazzsängerin als Kolleginneninterviewerin zur älteren Jazzsängerinnenkollegin im Jazzskypeinterview, und sogleich nicken sie beide hörbar, oh yeah, was wollte man da auch sonst noch sagen, es gibt nichts mehr zu sagen, und ju no worüber man nicht sprechen kann, sollte man besser vorher schon, auch singing, geschwiegen haben, oder so, ju no, oder wie hat es der Philosoph gesagt einmal ganz am Schluss (Letzte Worte), weil die Welt ist ab initio ja doch Alles was der Fall ist, ju no, und das Leben, ach das Leben, o mei oh my oh yeah, G-sus aber auch.



Überohrhau 21.12.2021, 0:00

Ein selektives Unrechtsbewusstsein greift um sich, wir haben es längst, passiv, d.h. widerwillig protokollierend, geahnt. Und doch: Es kann einem schon ganz schön hineinscheißen damit.

Erzählt wird die Geschichte zweier Freunde (viele Große Erzählungen beginnen damit), die beschlossen hatten, Auto fahren zu wollen. Kleines Hindernis: Es mangelte an der behördlichen Fahrerlaubnis, in unseren Breiten immer noch, ganzundgar unverständlicherweise, Führerschein genannt (der gröfaz selber hatte gar keinen, man weiß nicht, warum, vielleicht aber auch diessfalls: Prüfungsangst?). Anstatt nun den orthodoxen Weg einer einigermaßen erschwinglichen und mit gewissen Sicherheitsgarantien versehenen Fahrerausbildung (nicht: Führerausb.) in einer der vielen landesüblichen Fahrschulen zu machen und dort einen dafür vorgesehenen Betrag zu berappen (nein, die Fahrschulen sind kein Kartell, es gilt freie Preisbildung), erwog man und einigte sich auf den rechtsfreien Weg eines Ankaufs sicherlich perfekt nachgemachter Dokumente, im Internet, woauchsonst. Man zahlte, viel (mehr als so eine Fahrerausbildung kosten kann), und es kam – nichts daher, sowasaberauch. Mist. Urgieren. Nachfragen. Nichts. Beratschlagen. War man also über’s Ohr gehauen worden. Was nun tun? Das kann doch nicht sein! So geht man mit keinem Kunden nicht um! – Nichts wie auf zur Polizei, Anzeige erstatten.

Au weh. Oder, anders gesagt: Autsch!

Wie gesagt, Unrechtsbewusstsein, selektives. Widewidewie es mir gefällt.



zu gut 20.12.2021, 0:00

Zureich
simples Anagramm (Schweiz)

Schweiz. Zizerlweise Einreise mit der S-Bahn. Am Zielbahnhof fällt dir sogleich der das kleine Etwas feinere Asphalt auf. Überhaupt – es ist keine Platitüde – ist alles feiner, sauberer und: genauer hier. Genau: Der Zug kommt zwar am Gleis daher, der Fahrgast aber befindet sich ›an der Steigkante‹. Und wenn der Zug mehr als zehn Sekunden nach der vollen Minute abfährt, gibt’s kollektive Schnappatmung, willst du ihnen sofort und taxfrei unterstellen. Im Hotel werden von einer Expertenfirma Goldstücke der Expertise unterzogen und im Hafen (dem größten des Bodensees; wobei unklar ist, in welcher Hinsicht) bitten fest vertäute Schiffe zum Fondue, darein Menschen, grimmig entschlossen, sich so richtig verwöhnen zu lassen, gesittet-frivol. Das Personal dafür stammt aus dem Osten, mit Österreicherinnen, weil aus dem Nahen Osten, im oberen Servicesegment, immerhin. 

Zum Frühstück reicht man (auch so ein niederschmetternd präcises Wort) Vorzugsbutter, wir sind es uns schließlich wert. 

Keine weiteren Vorurteile mehr: So lebt sich’s richtig richtig. 



glatt verkehrt 19.12.2021, 0:00

Jetz’ no die ›Reblaus‹, daun sand’s waach
historische Wickelworte

Die zentraleuropäische Amazone und ihr falscher Cowboy
Filmdrehbuchimagination (völlig aus der Luft gegriffen)

Immerhin, es ist ein philanthropischer Rassismus. Dennoch ist und bleibt es: Special Olympics in Musik, Sparte Improviseren-und-so-tun-als-wär’s-genau-so-geplant. Voll auf Redundanz. Dabei alles durchgehend sehr wohlmeinend, ethnoversteherisch. »Schaut her, wir sind so eines Muts!«, biedert sich das Bleichgesicht an die schamanisch-wissende Exotin von nebenan an, was das Zeug hält. Affirmative Unterordnung unter eine imaginierte Priesterin einer herbeigesehnten tropischen Ur-Religion. Und keiner merkt, wie herablassend dieses nachgerade greifbare Exotenangehimmle ist. Auf Augen-/Ohrenhöhe, das west anders.

Lass dir das nicht gefallen. Tu da nicht mit. Gib dich nicht mit sowas ab. Und nicht für sowas her: Regenwaldregenerationenerretten, das geht anders.

(Ich weiß aber nicht wie; dieser Sog!)



Wechselstrom? 18.12.2021, 0:00

Energie!
Spock an Scotty

AC DC
australische Schulband

Aus dem schönen Biberach (als eine der ›gar viele Statione‹ an der legendären ›schwäbsche Eisenbahne‹ gelegen) wird von einer in konfessionsgemischten Gebieten gebräuchlichen sog. ›paritätischen Kirche‹ erzählt. Derartige Gotteshäuser werden nämlich von mehr als einer Konfession genutzt, man könnte auch sagen: bespielt. In gewissermaßen transaugsburgischem Pragmatismus teilt man sich, wenn schon nicht die Schäfchenseelen, so wenigstens den in aller Regel – damit protestantenkonform – schlicht gehaltenen Raum. 

Alles? Nun, beinah, nämlich: Bekanntermaßen kommt die Erleuchtung, da göttliche Energie, grundsätzlich von oben, für die Beleuchtung müssen jedoch auch irdische Beiträge geleistet werden. In Biberach haben sie zwei Stromzähler. Einen katholischen, einen reformierten. Ob und, wenn ja, welcher per Fernablese betrieben wird, konnte, gibt es auch gewisse Indizien, bislang noch nicht zweifelsfrei eruiert werden. 



grantiert 17.12.2021, 0:00

Expats: Wien unfreundlichste Stadt
orfon

Meldungen gibt es, die machen einen irgendwie zufrieden, satt-zufrieden. (Stolz – ist bitte keine taugliche Kategorie!) Ein berühmter Spruch schießt mir ein, und wer weiß, hätte er ihn gesagt, wäre Wien nach dem Krieg gleichwie Berlin – als die Schnoddermetropole gewissermaßen die (kleine, ohja!) Schwester von Wien – derart langfristig kaltkriegerisch mauergeteilt gewesen. In Anverwandlung und aus voller Brust darf ich es nun – endlich! – in die Welt hinausrufen (meinetwegen, ausnahmsweise, gar hinausposaunen): ICH BIN EIN WIENER!

(Steyrer, jaja, das sowieso; ist eine Variante lediglich, Grantvariante.)

Plus: Die gleiche Umfrage verortet Wien in puncto Lebensqualität ganz oben. Wir dürfen, STOLZ, von einer somit eindeutig belegten Korrelation berichten.



Das war kurz 16.12.2021, 0:00

Kurz zieht sich aus Politik zurück
Breaking News (via Bild und Krone), 2. Dezember 2021

Jetzt hat Er aber alle, die ganze Hetzmeute, noch einmal so richtig beschämt. Nämlich: Anderswo, vornehmlich in linkslinken Parteien und bei den widerlichen Sozen, da drängen die jungen Mütter in die Parlamente und stillen Kampf. Er aber, Er ist der Neue Mann, kriegt einen dreisilbigen Bubim – und zieht sich aus einzigundallein diesem Grund aus der politisch-polemischen Öffentlichkeit zurück.

Die Welt wäre eine bessere, täten mehr desgleichen. Gehet hin!

Beidewäi, was wurde eigentlich aus der Pippi Strache?



beständig 15.12.2021, 0:00

Sebastian Kurz gibt den Namen seines Sohnes bekannt
kurier.at

habemus papam
habemus mamam
habemus bubim

Ernst Jandl

(Vorweg: Im Namen des Vaters scheint das Märtyrertum bereits angelegt zu sein; immerhin, es handelt sich um einen der Allzeit-Beliebtesten.)

Schade, dass es, entgegen allen heutzutage üblichen medialen Verbreitungsusancen, keine Bilder, keine via Satellit internationalisierte Fernsehberichte gibt, die Ihn zeigen, wie er (in Meidling) auf den Balkon herauskommt, lässig die Hand zum Gruße seitlich hebt – doch nein, zurück! –, wie sein Sprecher (Wöginger? Mahrer? Das Blümel? Alle Drei, als Sprecherchor?) herauskommt, obiges Jandlwort rezitiert, woraufhin, in spontaner Abweichung vom Protokoll, Seinesgleichen Höchstselbst mild und leise lächelnd und fast wie schüchtern zum plexiglasbewehrten Podium tritt, und es überschlägt Ihm (wie wir es sosehr lieben) dezent das juvenile Stimmchen, Er spricht den Namen des Sohnes aus, die Verkündigung geht jedoch im Jubel der zu gleichen Teilen schwarzgelben und türkisen, vornehmlich femininen Fanschar unter, massenweise fallen sie in Ohnmacht, es schneit Riechsalz und sogleich sind sie alle wieder pumperlvergnügt, der Jubel kennt kein Ende und umkreist sogleich taumelnd den Erdball.

Später erfahren wir, online: Wie zu erwarten stand, wurde es ein nom de guerre: Konstantin! Ein Kurz gibt nämlich so schnell nicht auf.

Der legt es dynastisch an.

_______________
In eigener Sache
Hier zeigt sich wieder einmal besonders eindrückllich, dass das muetterlog kein tagesaktuelles Kleinstmedium ist noch sein will. Die hierlogs veröffentlichten Texte haben unterschiedlich lange Vorlaufzeiten, zwischen der Abfassung und der Veröffentlichung können bis zu vier Wochen liegen. Da es nun so ist, dass sich Tiefes Vergessen über vormals in den Ersten Reihen Stehende zu senken pflegt: Namen und Ereignisse, Schall & Rauch, Pulver (weißes?) und Blei, (…) – das lässt sich alles recht einfach nach kurzer elektronischer Recherche nachlesen, mit der Suchstrategie der je eigenen Wahl und Weltenüberzeugung, wozu ich Sie hiermit erforderlichenfalls aufs herzlichste ermuntern will.



Wo?! 14.12.2021, 0:00

Oberösterreichische Polizisten fassten Eierdiebe
kurier.at

Wo?! – Na, in Oberösterreich! Wo denn sonst?

Bei uns im hoamatlånd wird nämlich hart durchgegriffen, da gibt’s kein Pardon!



Poesie, aufpoppend 13.12.2021, 0:00

Maisteppich auf Bundesstraße 
orfon 

Heute back ich, morgen brau ich, 
übermorgen hol ich der Königin ihr Kind; 
ach, wie gut, dass niemand weiß, 
dass ich Rumpelstilzchen heiß!

unfreiwillige Datenpreisgabe

Ein Alkoven ist eine Bettnische oder aber eine Gemeinde im Bezirk Eferding, und eines von Oberösterreichs ersten Erdbeerländern war in Alkoven, aber die Erdbeeren von dort waren mehr wassrig, nicht so schön säuerlich wie die Ananas von der Oma ihrem Oberen Garten. Wie ja auch die holländischen Tomaten keine Paradeiser waren, alles hochgezüchtet auf Gewicht und ohne Geschmack: Der Kapitalismus hatte s’hoamatlånd endgültig erreicht. 

Die Erdbeerlanderdbeeren gab es ab Ende Juni, und stellt man sich dazu ein (das) alkovner Rumpelstilzchen vor, so könnte es, sich unbeobachtet wähnend, in wilder Tanz- und Gesangsekstase ›und im Mai stepp’ ich auf der Bundesstraße‹ deklamieren. Ach wie gut, dass wir, weiter im Jahreskreis zurückschreitend, aus der ungeheurlichen Begebenheitskoinzidenz nachösterlich, also osterspazierend entlassen werden, und das zum Ersten Advent!, heißt es doch in orfon abschließend:

»Nach fast zwei Stunden Arbeit war die Bundesstraße wieder vom Maise befreit.«

Den einen, alles andere denn überflüssigen Buchstaben habe ich mir aus poetischen Gründen anzuhängen erlaubt.

Der November ist der Mai des Herbsts. Es wird wieder warm werden.



Sinowatzsatzreminiszenz 12.12.2021, 0:00

Es ist alles sehr kompliziert
einst zunächst belächelte Aussage

Im Radio hören wir, es gelte »das Risiko maximal zu minimieren«. Der spontan ausgelachte Sprecher spricht wahr, weil anders überlebst du dein Leben ja wirklich nicht.

Anders aber auch nicht.

Der Sinowatzsatz ist übrigens von ihm so nicht gesagt worden. Das Protokoll seiner Regierungserklärung (1983) gibt folgenden Satz wieder: 

»Ich weiß schon, meine Damen und Herren, das alles ist sehr kompliziert so wie diese Welt, in der wir leben und handeln, und die Gesellschaft, in der wir uns entfalten wollen. Haben wir daher den Mut, mehr als bisher auf diese Kompliziertheit hinzuweisen; zuzu­geben, daß es perfekte Lösungen für alles und für jeden in einer pluralistischen Demokratie gar nicht geben kann.« 

Wie wahr, damals zudem noch mit scharfem ß. 

Wie traurig wahr!



In der Igittschleife 11.12.2021, 0:00

Ekeliges Sex-Geständnis: Was Sie wahrscheinlich nicht über Will Smith wissen wollten
kurier.at

Danke, jetzt wissen wir’s. 

Komische Schleife: Weil wir es wohl nicht wissen wollten, haben wir hingeklikkt, jetzt wissen wir’s, weil wir es nicht nicht wissen wollten und wissen nun, dass wir es eh nicht wissen wollen hätten müssen.

Sie auch!?



Geschäftsgang 10.12.2021, 0:00

Räuber brach dem Angestellten das Nasenbein
kurier.at

Ein Räuber, der (zumindest) einen eigenen Angestellten hat? Das lässt auf guten Geschäftsgang schließen, wir gratulieren. Der goldene Boden indes, auf dem jenes Räubers Handwerk gebaut zu sein scheint, muss als ein sich patinierender bezeichnet werden. Merke: Mit seinen Angestellten muss man unter allen Umständen pfleglichen Umgang pflegen. Nasenbeinbrechen fällt da bitte nicht darunter. Keine Gewalt, kein Knockdown im Lockdown! Sonst findet der doch keine Mitarbeiter mehr. Wirklich gutes Personal ist bekanntermaßen heutzutage Mangelware.

Räuberinnen dürften übrigens als sanfterbehandschuht gelten. Einbrechen ohne Beinbrechen. Muss ja nicht überall gleich ein Überfall gemacht werden.



Große Bescherung 9.12.2021, 0:00

Mehr als 90 Präsidentschaftsbewerber in Libyen
orfon

Da scheint sich eine neue, revolutionäre Regierungsform abzuzeichnen, sowas wie ein Präsidialparlament, mit lauter Präsidenten als Abgeordneten. Ein paar Bewerber brauchen wir noch, damit es sich ausgeht, dass Libyen das erste Land der Welt werden kann, das zeitgleich in jedem Staat der Welt einen Staatsbesuch abstatten kann, könnte, endlich eine positive Nachricht aus dieser so gebeutelten Region, und sie wäre so richtig gut geeignet in unserer ausschließlich an Häppcheninformation interessierten Zeit!

Da aber beständig die Dosis erhöht werden muss, fragen wir uns, was dann als nächstes kommt. – Die Abwicklung und Abhaltung des Gegenbesuchs, streng nach Protokoll, Alle für Alle!

»Die Präsidentschaftswahl in Libyen ist auf den 24. Dezember angesetzt«, erfahren wir weiter unten im Text. Es klingelt, und alles wird gut. 

Irgendwie klingt mir das beklemmend nach Kindergeburtstag bei McDonald’s, und jedes kriegt seine eigene Papierkrone, das gibt ein Geheul!



Analoggott 8.12.2021, 0:00

Kleine Gottesdienste auch im Lockdown möglich
orfon

Großer Gott, wir loben dich
beliebtes Preislied

nix xogd is globt gnua
oberösterreichischer Weltzugang

Warum in tempore coronæ ausgerechnet den Großen Göttern nicht gehuldigt werden darf, das verstehe wer kann. Man würde ja annehmen, dass Große Götter (m/w/d) über eine entsprechende Behauptungskapazität verfügen müssten.

Im Gotteslob (GL), dem Gesangsbuch der römisch-katholischen Kirche, hat »Großer Gott« die Nummer 380. Es muss sich also, analog zu Airbus, um einen sehr sehr Großen Gott handeln; nur die Antonow An-225 ist noch größer. GL 225 wäre »Wir ziehen vor die Tore der Stadt«. Das kennen aber nur die Spezialisten, es ist wie bei den Fliegern.

Schon erstaunlich, wie lobbedürftig diese allmachtsphantastischen Hervorbringungen der menschlichen Phantasie sind. Ich stellte mir ja vor, dass ein wirklich souveräner Gott über so was kalkulierbares wie Lob erhaben sein müsste; was ist das für ein schwaches Wesen (m/w/d), dass es derart leicht um den Finger zu wickeln ist? So besehen könnten sämtliche eigentlich Großen Göttern gewidmeten Unterordnungsrituale als Kleine Gottesdienste gewertet werden. Sowas ist auch im Großen Lockdown möglich. Aufatmen, kleingottgeschenkt.

kleine götter, sind das die von Mäusen, Läusen, Amöben, Bakterien, Viren (huch!)? Wo können wir ihnen huldigen? Weil bitte gehuldigt muss werden: Die Kirche, weil sie ja nicht blöd ist, sagt ja auch, dass eh nicht Gott, aber wir das Lob brauchen; neinnein, nicht das Lob, das Loben.

Nichts gesagt ist gelobt genug.



Wurfspiele 7.12.2021, 0:00

Waffenverbot nach Schüssen auf Maulwurf 
orfon

Hagelt’s jetzt Schneebälle? Wenn du sie lediglich schupfst, können sie doch nicht als Waffe gelten. Wo beginnt beim Wurf also die Waffenwerdung?

Schneekanonen? Nicht auszudenken! Auch nicht, damit das bitte ausdrücklich gesagt ist, auf Spatzen. 

Es kommt immer auf die Absicht an, und meist wollen sie eh nur spielen.



Zirkus 6.12.2021, 0:00

Diözese Eisenstadt schult Nikoläuse
orfon

Reiterinnen werden immer gesucht 
Loriot

Beim Nikolaussein (ein mehr angedeutetes denn klassisches Re-Enactment) handelt es sich um eine saisonale Beschäftigung, deren Wert und Wichtigkeit für die Erziehung der Jugend keinesfalls geringgeachtet werden soll. Nikoläuse stellen einen Bischof dar, sind aber selbst keine, selbst wenn sie das Wort Diözese ohne mit der Zimper zu wucken korrekt auszusprechen in der Lage sein sollten. Umgekehrt ist es für einen Bischofsamtsanwärter oder aktiven Bischof kein Ausschließungsgrund vom Amt, wenn ihm (hier entfällt das in der heutigen Ausschreibungsprosa oftmals nur allzu geheuchelte ›m/w/d‹, und auf schwarzen Brettern ausgehangene Aufforderungen, sich als Bischof zu bewerben sind zumindest in der Wahren Kirche bis heute nicht üblich) die Vokale nur in einer der deutschen Sprache naturgemäßeren Abfolge über die Lippen kommen mag. Die seinerzeitigen Scherze über Claus Peymann und seine dann doch nicht ergriffene Schangse auf seine definitive Österreicherwerdung fallen einem ein. Aber lassen Sie uns nun, ausnahmsweise, ein bisschen üben: »i-ö-i-ö-i-ö-i-ö«. Das geht ja schon recht gut, nun schneller: »iöiöiöiöiöiöi—«. Splendid! Wir haben bereits ein paar Runden in dieser – zugegeben kleinen – Manege gedreht.

Die Diözese Smyrna heißt heute Izmir, das ist leichter auszusprechen, und ob sie aktuell noch ein Bistum (sehen Sie, es gibt auch hier elegante Umschiffungsmöglichkeiten) ist, kann jeder (m/w/d) vermittelst einer kurzen Internetrecherche selber/selbsie/selbhen herausfinden.

Nikoläusemützen haben mit Kosakenzipfeln (außer, dass beide in diesem Text erwähnt werden, in dieser Sinneinheit, gerade eben, jetzt!) wenig bis gar nichts zu tun, und man kann sie auch nicht wirklich gut teilen, wie etwa einen Mantel.

Der Patron der Diözese Eisenstadt ist der Heilige Martin.

Läuse tragen weder Mitren, Bärte noch Mäntel, in früheren Zeiten war das jedoch oftmals, juckreizgenerierend, umgekehrt.

Kehren wir also um.



kommt vor 5.12.2021, 0:00

Landwirt in Schacht voller Mais erstickt
orfon 

Man liest so einen tragische Nachricht gebenden Artikel mit einem ganz anderen Bewusstsein, hat man am Vorabend Chili con Carne gegessen. 

Sowas kommt vor.



i oda i? 4.12.2021, 0:00

Johnson & Johnson will sich in zwei Firmen aufspalten
orfon

Ach!?
Loriot

(Johnjohn & Sonson?!) 

Geht da wem das Gimpfte auf? Populärpsychologisch spräche man wohl von einer schizoiden Situation. Moderner gesagt: Borderline.

Wer ist auf unserer Seite?



vorbildlich 3.12.2021, 0:00

Helene Fischer plant 2023 »Rausch« in Wien
orfon 

Wir sind immer wieder erstaunt ob nachgerade pubertären Verhaltens, das gewisse – wie wir meinen wollten zurecht – wichtigsten Vorbilder für unsere Jugend von Zeit zu Zeit an den Tag zu legen sich befleißigen. Nämlich: Einen Rausch planen. Das ist so, wie sich zu verlieben planen. Bitte, das geht nicht! So  landest du doch nur – streng metaphorisch gesagt! – mit dem Gesicht in der Sachertorte, mit Anlauf, und gibst dich für alle Zeiten dem Gespött preis. Und heutzutage bringt ja nicht einmal mehr ein Ortswechsel was.

Wie ich seinerzeit mehr als eineinhalb Jahre über geplant habe, mich nach der Matura zu besaufen, ist mir das auf selbstniederschmetternde Art gelungen. Später war mir zwar nicht mehr schlecht, aber gehabt habe ich auch nichts mehr von der sicherlich schönen Party, wie man mir erzählte.

Also bitte Helene, überdenk deine Pläne!



disziplinlos 2.12.2021, 0:00

Ruttensteiner sieht Österreich als Favoriten
orfon

Die Frage ist nur: Wofür? Beruhigt darf aber werden: Die Vision wird eingelöst, je-den-falls. 

Oder halt – diszipliniert, wie wir nun einmal sind, allesamt! – adaptiert.



mit links 1.12.2021, 0:00

Das Erlebnis großer praktischer Poesie (sowas gibt es) verdanken wir der ohnehin grundgrandiosen Nadja Kayali für eine wie beiläufig und desto ziselierend virtuosere Moderation. Es ging um den ersten als solcher auftretenden einarmigen Pianisten; dafür brauchte es keinen Ersten Weltkrieg, auch zuvor schon kamen Pianisten in Militärdingen Arme abhanden. Genauer besehen reicht ja schon eine abgefallene Hand für den glaubwürdigen Start einer entsprechenden Karriere, – »allerhand, mit einer Hand nur!«

Der sein Schicksal beeindruckend meisternde Pianist war, so erfuhren wir, ein gewisser Graf Zichy Geza, natürlich Schüler auch von Liszt Ferenc, und der Herr Graf haben auch ganz passabel komponiert, hatte er sich sein Repertoire doch seinerzeit selber schreiben müssen und ja noch keinen Ravel an der Hand, Etüden für die linke Hand, eine Valse d’Adèle, und diese Valse habe dem Liszt so gut gefallen, dass er sie sich – und jetzt kommt’s – kurzerhand selber für Klavier zu zwei Händen arrangiert habe, und das hat uns dann der Leslie Howard im Radio vorgespielt, in der Früh, was für ein Pasticcio, aufwühlend, anregend.

Für weitere derart verzaubernde Ansagen darf ich der mutigen Moderatorin als Gewährsmann ausrichten, dass selbst ich mir manchesmal die Haare raufe, obwohl ich alles andere denn ein Löwe (in OÖ: Löbe) bin, rein phänotypisch jetzt.



Powered by WordPress /* kostenloser Counter

*/