noch besser 31.12.2020, 0:00

Es war ein gutes Jahr. 

Wieder wurden die zahllosen, vom Kameraauge meines Tablets heimtückisch aufgenommenen Videos, in denen man mich, als Hauptdarsteller meiner selbst explizite Filmchen betrachtend, heftig Hand an meine Mitte legen sehen kann, an sämtliche in meiner Adressdatei gespeicherte Kontakte nicht versendet, und das, obwohl ich nicht fristgerecht die 3.000 Dollar in Bitcoins bezahlt habe. 

Auch meine Festplatte (eig. die meines Computers) wurde nicht verschlüsselt, und auch hier habe ich nicht fristgerecht überwiesen, noch dazu unter Ignorieren der wahrlich horrenden Verzugszinsen.

Das Jahr hat so viele Möglichkeiten geboten. Ich kann jederzeit alle ennuyierten Singlefrauen mit Tagesfreizeit in der Nähe (Google weiß gottlob stets, wo ich mich befinde; ich weniger) kontaktieren. Egal wo ich gehe, es blinzeln mich alle permanent an, jedoch geht mir keine über Julia aus meiner Umgebung, die fast täglich mein Profil besucht: Mit ihr im Talon bin ich für alle Eventualitäten gerüstet, wenn die Singlefrauen dann doch keine Zeit haben sollten, was ja, obwohl in höchstem Maße unwahrscheinlich, immerhin passieren kann. 

In welcher Epoche war die Menschheit derart von einem Ring aus garantierten Sicherheiten umgeben wie der unsrigen? Ich sag’s ja: Es war ein gutes Jahr. Als nächstes nehme ich mir die Business-Opportunities vor, wie sie täglich hereintrudeln; das Investment Project von Herrn Mr. Richard Sun from Hong Kong erscheint mir am erfolgversprechendsten, es steht fifty-fifty, denn er hat außer mir nur Roger Jones angefragt, und he!, mit dem werde ich wohl noch fertigwerden! (Unter uns: Es geht um Mil-li-ar-den!)

Und auch den 5G-Chip, den mir Bill Gates bei der, wie sich herausgestellt hat, erfreulich nichtflächendeckenden angeblichen Testabstrichnahme mittels eines als Wattestäbchen getarnten Applikators in der Nasenhöhle verankern hat lassen, kletzl ich mir heute noch mit meinem inzwischen von mir gezielt wachsen haben lassenden Nagel am Kleinen Finger meiner linken Hand geschickt schraubschabend aus dem rechten Nasenloch. Was wird es denen krachen in ihren Wanzenkopfhörern! Von wegen, schickst du mir eine Ansichtskarte, wenn du oben bist? Nasenbohren ist Wi-der-stand!

Nächstes Jahr wird alles besser.

Noch einmal viel besser.



ungeheuer 30.12.2020, 0:00

Akzeptieren ist ein schwaches Verb, lehrt uns die deutsche Grammatik.

So einfach ist das nicht hinzunehmen. 

Siehda, hinnehmen, das ist die Lösung! 

Derart bestärkt nun in den Tag!

Oije, auch bestärken ist ein schwaches Verb!

Ob das heuer noch was wird?



Bananenbefindliches 29.12.2020, 0:00

Allein schon der Warenabwaagetassennummer 1 wegen müssen Bananenhasserinnen und Bananenhasser an sich allgemein als unerwünscht gelten. Aber kann es eine relevante Zahl Bananenhasserinnen und Bananenhasser überhaupt geben? Lass uns doch die Notation vereinfachen: So werden aus Bananenhasserinnen und Bananenhassern, all inclusive, Bananenhassende. Allesamt mit nagendem Bananenesshass.

Bananenliebende (Bananenliebhaberinnen, Bananenliebhaber) atmen beim Begriff Bananenhassende auf, Bananenindifferente bleiben, was sie immer schon waren: bananenindifferent, banal. 

Selber bananenindifferent mit – insbesondere kanarischer – Tendenz zum Bananenliebhaber bekenne ich: Ich liebe Bananenhasserinnen. -hasser weniger: Ich bin inkonsequent, aber nicht immer.



Belanglossendung 28.12.2020, 0:00

… wipe them up, and shove them off the face of the earth … mash that dirty red scum, kick ‚em in the teeth where it hurts. (…) I hate ‚em! I hate ‚em! Aaargh! Aaargh!
Abmoderation Bicycle Repair Man, Monty Python’s Flying Circus

Extralive-Streaming montags im Radio. Da träufeln geschlechtslose, glatthaarige Bleichgesichter ihr destilliertes Wasser lauwarm aus ihren schönen Instrumenten. Dazu hauchzen duttbetopfte Cyborgfräuleins angesagte Befindlichkeiten mit Fuchstraubenintonation ins künstliche Vintage-Interieur und diffundieren so Hochnebel zum Weghören. Norah Jones etwa wäre dagegen eine Vitalitätsbombe.

Es gibt griechische Hirtenhunde, die kannst du nicht von einem versifften Flokatiteppich unterscheiden. Beide aber, Hund gleichwie Teppich, strahlen größere Lebendigkeit aus als diese katatonisch kraftlosen Zumutungen. 

Hypotonie wird auch mit Pulverln behandelt. Kneipppulverl?

Bitte dann wieder einmal Musik, adressierende!



Verweser 27.12.2020, 0:00

Kroatische Staatsbeamte missachteten Regeln und randalierten
orfon

Randalieren verboten
Erste Regel für Kroatische Staatsbeamte

Regeln missachten verboten
Zweite Regel für Kroatische Staatsbeamte

Es stimmt übrigens nicht, dass Piloten nichts verboten sei. Lediglich den Toten ist nichts verboten. Man muss sich allerdings hüten, ihnen irgendetwas aufzutragen: Das wird nichts mehr.

Was freuen wir uns darauf, wieder erfüllbare Aufgaben gestellt zu bekommen, solange wir leben.



Traumzeit 26.12.2020, 0:00

Nachtzug Wien-Paris startet in einem Jahr
orfon

Und wann kommt er an? Gegenzug? Wo treffen sie sich?

Derweil stellen wir uns schon einmal den Wecker. (Reisewecker, versteht sich.)



meeting 25.12.2020, 0:00

Samuelsson gewinnt Biathlon-Verfolgung, einzig Eder schießt fehlerfrei
derstandard.at

Das wollen wir uns jetzt aber, so wie frisch mündende Schneeflocken, feuchtgenüsslich auf der Zunge zergehen lassen, nämlich die Vorstellung, wie es bei so einer Biathlon-Verfolgung zugehen mag, und wieso Herr Samuelsson gewinnen konnte, wenn einzig Herr Eder fehlerfrei und also meisterhaft geschossen hat? 

Wobei, schießen, fehlerfreies, das kann bald jemand; es geht ums Treffen.



Haarende 24.12.2020, 0:00

Vor Weihnachten: Es könnte knapp werden mit dem Friseurtermin
kurier.at

Das nun also auch noch. Jetzt reicht’s aber wirklich end-gül-tig! Lediglich des Verfassers (mittlerweile recht dünne) Schicht disziplinierter Zivilisiertheit beim Niederschreiben und Freischalten eines Texteintrags in diesem historischen Diarium erspart den p.t. Lesenden einen Schwall touretteartig herausgeworfener Fäkal- und Genitalausdrücke. Damit Sie sich nicht (weiter) die Haare raufen müssen, machen Sie doch das letzte Türl auf in Ihrem Adventkalender, und siehe da: Wir haben wieder Zeit, ein ganzes Jahr!

Wieder Zeit, so lange Zeit, Zeit, so lange, bis Gras über die Sache gewachsen sein wird.

Wir harren der Dinge: Es ist immer vor Weihnachten. Außer eben heute.

(Es geht, generell, um gezielte Umnachtung.)



1018614000181870845009 23.12.2020, 0:00

Es geht darum, die Botschaft erst einmal zu verschlüsseln und erst nach und nach freizugeben.
Otto M. Zykan, Fouché 

Sie möchten Pakete nur noch von der Post bekommen?
Gängelungsfrage, post.at

Die neue CD das erste Mal in Händen zu halten, sie nach all der umfangreichen Arbeit endlich persönlich in Augenschein nehmen und – hoffentlich! – für gelungen befinden zu können, bleibt auch bei der gefühlt zwanzigsten Produktion ein mit einer gewissen Sentimentalität herbeigesehntes Schmachtereignis. Das Paket (17,16 kg) ist für Freitag avisiert, und die so segensreiche Post-App unterrichtet dich fast schon sekundengenau über den je aktuellen Status des Transports (»20:06 Sendung in Verteilung 6005; 01:17 Sendung in Verteilung 4005; 22:14 Sendung in Verteilung). Als Kunde spürst du richtiggehend, dass sie (als gesamtes Unternehmen!) mindestens genauso darauf hinfiebert, dir endlich deinen gefüllten Kartonquader (55x31x28 cm) überreichen zu dürfen, du siehst schon förmlich deinen Zustellmeister mit dem Finger an seine Tellermütze tippen, ein zufriedenes Lächeln, und schon steigt er wieder in seinen strombetriebenen Liefercaddy, um anderen Kunden ähnlichartige Freuden zu bereiten: »Wenn’s wirklich wichtig ist, dann lieber mit der Post.«

Hiatus. 

Die in der App vorgesehene Meldung »Sendung in Zustellung« bleibt aus. Stattdessen liest du beim Aufwachen: »07:13 Firma (vorübergehend) geschlossen 4400«. Du hattest die Sendung (bestätigterweise) in deine Bäckerei umleiten lassen, die sind nämlich auch samstags da, und auch in der Früh schon. Irgendwie kann das so nicht ganz stimmen. In der App liest du, gelb hinterlegt: »Achtung – bei Ihrer Sendung ist ein Problem aufgetreten (siehe Sendungsverlauf).«

Ach.
Loriot

Nach längerer Recherche (im Internet, nicht in der App) findest du tatsächlich die Nummer der Hotline. Und keine zwanzig Minuten später hast du auch schon eine Mitarbeiterin persönlich in der Leitung, die dich mit einem etwas schnoddrigen »Na na, des wår a Fehlscan, håmma heut schon öfter ghåbt. Kommt am Montag.« abspeist, abspeisen muss, nicht unfreundlich, immerhin.

Es ist und bleibt ein Schmachtereignis. Ich aber mag mein Paket nur noch bekommen, egal von wem.

Kann ich bitte wo klikken? Ich will ja nur noch klikken, dann bin ich schon zufrieden.



HalleluNein! 22.12.2020, 0:00

… und im Musikunterricht ist Singen und das Musizieren mit Blasinstrumenten verboten
Verkündigung qua Radio, Advent 2020

Dass so etwas von unserem Herrn Nationalratspräsidenten paraphiert worden sein kann, ist nur schwer vorstellbar. Für das weihnachtliche Gloria wird man sich heuer in seiner parlamentarischen Gebetsliga spezielle Beschwörungsformeln einfallen lassen müssen, damit das hallelujanuamoi! doch noch was wird.

Irgendwer muss immer dran glauben.



leb endig 21.12.2020, 0:00

Tot denn alles, alles tot
König Marke 

Soso, die kommende Pressesprecherin des Weißen Hauses will sich also insbesondere für die jungen Kinder stark machen. Wer will und wird dann bei unsereins alten Trotteln noch schwach werden? Indes, man wird uns dereinst auf Händen tragen. 

Im hohen Alter verkinden wir stark, und die Hoffnung stirbt zwar zuletzt aber schließlich doch.

Soviel ist sicher.



Patriotten 20.12.2020, 0:00

immer vorwärts
Vereinsmotto

Steyr ist der Unentschieden-König der 2. Bundesliga
nachrichten.at

Irgendwas besonderes will ja schließlich ein jeder sein: Der Durchschnitt ist der wahre Sonderfall. Außerdem: Er ist statistisch tatsächlich relevant. 

Sind wir sich ehrlich, recht viel österreichischer geht es dann wirklich nicht mehr.



Lassen 19.12.2020, 0:00

Neuschnee großteils unter dem Durchschnitt 
orfon

Ein kleiner Teil des Neuschnees ist überdurchschnittlich. Und ganz ein kleiner Teil (ein paar Flocken) ist exakt im Durchschnitt.

Daran wollen wir uns messen.



Parallelschwenk 18.12.2020, 0:00

Pertl verpasst Parallel-Podest knapp
orfon 

Schifahrer leben an sich in einer Parallelwelt. Schielende Schilegenden enden zwischen allen Stühlen, welche hier Stangen und Tore sind.

Absturz dräut: Auch die Expedition auf die beiden Gipfel des Mt. Kilimanjaro (ein Schwank) musste seinerzeit scheitern.



Bosaunist 17.12.2020, 0:00

Pertl überrascht in Parallel-Qualifikation 
orfon

Auch ich erledige manches zugleich, qualifiziertest. So befinden sich etwa die beiden ineinander sinnfällig hin und her zu verschiebenden Metallröhren meines Blechblasinstruments in perfekt paralleler Harmonie.

Jedoch: Wen überrascht das noch?

Merke stets: Ein Saxophon ist kein Parallelereignis; mehr so eine Slalomsache. 



hört hört! 16.12.2020, 0:00

In Wien haben sich heuer bereits 200.000 Menschen gegen Influencer impfen lassen.
Radio Österreich 1

Warum nun aber just jetzt die so wohlverdiente Frau Stenzel unter die Bloggerinnen geht (und dafür, damit man keiner Seite eine Nähe zur anderen nachsagen kann, aus ihrer stämmigen Partei ausgetreten ist), muss ein Rätsel bleiben.

Fix indes ist: Das Weihnachtsgeschäft kann nun voll kommen.

Frage im Abgang: Nach wie vielen Teilimpfungen ist man eigentlich vollkommen immunisiert?



Pflegscharen 15.12.2020, 0:00

Arbeitslose werden zu Pflegern umgeschult
orfon

Die Großwetterlage (wirtschaftlich; human) ist ja, abgesehen von über billiges Lippenpathos hinausgehender tätiger Wertschätzung, gegenwärtig eher nicht eine den Pflegefachkräften Wind entgegenblasende, weshalb auch der Aktionspfeil eine unumkehrbare Vektorausrichtung verpasst bekommen hat müssen.

Die Umschulung auf Arbeitslose/r ist und bleibt jedoch mit Abstand die schwerste.



hochpotent 14.12.2020, 0:00

Biden: Klimaschutz mit Wermutstropfen 
orfon

Wir haben es immer gewusst: Oft einmal sind die kompliziertesten Probleme am einfachsten zu lösen. Nach dem Gordischen Knoten nun also der Bidensche Tropfen.

Wer mutig ist, gelangt zum Durchbruch! Dafür muss es zumindest drei Nobelpreise zugleich geben, genauer bedacht eigentlich alle (außer Literatur). Die Homöopathie hat also, in großem Maßstab, obsiegt! (Ein Wort mit derart biblischer Wucht ist hier gerade groß genug.) 

Zur Vorbereitung der liturgischen Gestaltung einer angemessen weihevollen Applikationszeremonie (des Tropfens, am Klima) werde fieberhafteste Geheimdiplomatie betrieben. Was (auch theoretisch!) nicht mit Verschwörungen irgendwelcher Art gleichzusetzen sei: Für diesmal sei mit zumindest passiver Kooperation aller einschlägig besorgten Bürger zu rechnen, wird weiters verlautet.



Schwelmbrand 13.12.2020, 0:00

Ein Fernsehbild von einem Kaminfeuer hat in Schwelm bei Wuppertal (Deutschland) für einen Großeinsatz der Feuerwehr gesorgt. Eine Anrainerin hatte heute Früh einen Notruf abgesetzt, weil sie in einer Wohnung des Nachbarhauses einen Feuerschein gesehen hatte. Als die mehr als 40 Einsatzkräfte am vermeintlichen Brandort eintrafen, stellte sich das Ganze rasch als Fehlalarm heraus: Auf dem Fernseher war ein flackerndes Kaminfeuer zu sehen.
Die Bewohner schalteten ihr Gerät daraufhin aus. Die Feuerwehr zog wieder ab.

orfon

Neuartige Phänomene werden sehr oft nach dem Ort ihres erstmaligen Auftretens (oder Wahrgenommenwerdens) benannt: Schengenland, Maastrichtkriterium, Riminiprotokoll, Linzerauge, Herzjesufeuer. In besonders stimmigen Fällen eröffnet bereits der Ortsname einen tatsächlich zutreffenden Assoziativraum. Brände also, die sich im teilvirtuellen ereignen, werden hinfort wohl Schwelmbrand genannt werden dürfen.

Was wir aus der geschilderten Begebenheit weiters ersehen können: Selbst so bislang unbedingte physische Präsenz einfordernde Unternehmungen wie Feuerwehreinsätze könnten sich, bei entsprechend vorangehenden Entwicklungen (wir arbeiten dran!), ins dieser Tage Wochen Monate so brillant aufblühende Home Office aus- (bzw. eig.) einlagern lassen.

Jetzt aber raus an die frische Luft!



Wildwechsel 12.12.2020, 0:00

bitte geben sie mir eine maiwiesenkonserve 
etwas höher gelegen aber nicht zu abschüssig 
so, dass man darauf noch sitzen kann.

nun, dann vielleicht eine schneehalde, tiefgekühlt 
ohne wintersportler. eine fichte schön beschneit 
kann dabeisein.

auch nicht. bliebe noch – hasen sehe ich haben sie da hängen. 
zwei drei werden genügen. und natürlich einen jäger.
wo hängen denn die jäger?


ernst jandl, im delikatessenladen


Hirsch soll in Tschechien Jäger entwaffnet haben
orfon

Da das Wort Jäger allein nicht preisgibt, ob es sich um einen oder mehrere handelt, denken wir uns sogleich, dass der Respektbegriff Vierzehnender so zu einer völlig neuen Bedeutung gekommen sein könnte.

(Jägerspott, billiger Spott.)



unaufschiebbare Erwerbsarbeit 11.12.2020, 0:00

Drei Verdächtige sind gestern kurz nach einem Einbruch in eine Trafik in Floridsdorf (Wien) festgenommen werden. Sie wurden auch aufgrund des Covid-19-Maßnahmengesetzes angezeigt, da ein Einbruch keinen Ausnahmegrund für die Ausgangssperre darstellt.
orfon

Da wir gar so auf die Umsetzung des Rechts, unserem höchsten demokratischen Gut, aus sind, ist es an der Zeit, neue soziale Standards zu etablieren. Es ist Zeit für eine Pflichtversicherung (Versicherungspflicht) für Einbrecher. Dem folgend sollen hinkünftig Trafikanten u.dergl. ein blanko ausgestelltes Registrierformular für Einbrecher bereitliegen haben, ganz zuoberst in der Registrierkasse; mit Durchschlag, versteht sich. Darin trägt der Einbrecher (die einbrechende Person) den eben getätigten Umsatz ein (geschätzt; Aufwendungen können abgezogen werden) und kann so einigermaßen korrekt versicherungstechnisch, aber auch steuerlich erfasst werden. 

Sämtliche Unterlagen müssen sieben Jahre aufbewahrt bleiben.

Merke: Da es sich beim Einbrechen um ein Freies Gewerbe handelt, kann eine Arbeitslosenunterstützung leider nicht gewährt werden.



Kaukakao 10.12.2020, 0:00

Studie: Kakao macht schlau
orfon

Schlau mit Haut? Brrr. Oder gehören Sie zu denen, denen eine Gåugåuhåud Behagen verschafft?

Schreibt man Kaukau oder Kaokao, Relegion oder Religeon? Volksschülersorgen.

Später dann gab es Maoam, das fröhlich-fruchtige Kaubonbon; palindromisch ist es später geworden. Und Kakapos sind seltene (extrem seltene) Papageien, in Neuseeland, das ist weit.

Sind Kakaobonbons eine kluge Idee?



sperrig 9.12.2020, 0:00

Biden besetzt erste Schlüsselposten
orfon

Wir wollen hoffen, dass sie bei den richtigen Schlössern sperren. 

Aufsperren. Zusperren.

Einsperren.



wunderwonder 8.12.2020, 0:00

Sie werden sich noch wundern, was alles möglich ist!
Hofer

Tourismus hofft auf Weihnachtswunder
orfon

Jaja, schon gut. Hoffen dürfen sie, hoffen dürfen alle. Kann ja sein, dass sich manches fügt, so oder so. Es ist doch so viel möglich. Einschränkend eingeräumt werden muss allerdings, dass viele Wunder nur bis zu ihrer naturwissenschaftlichen Entzauberung als solche bestehen können:

Was an Wahrheit gerettet wird auf dieser Welt, wird an Magischem eingebüßt.
Albert Vigoleis Thelen

Anders gesagt: Wunder, Leute, Wunder gibt’s nicht!

(Wer dran glauben will: Bitte, gerne! – Es ist ja so viel möglich. Aber immer schön den Kausalitäten nach.)



aussitzen 7.12.2020, 0:00

Coronalockdown ist wie Weihnachten: Alle sitzen daheim und haben viel zu viel zu essen.
Radio Österreich 1

Wie müssen wir uns erst Coronalockdown zu Weihnachten vorstellen? – Mindestens so wie Weihnachten und Ostern zugleich!

O Stern!



Recht hat er 6.12.2020, 0:00

aufgehoben ist nicht aufgeschoben
probates Vertrostwort (gespiegelt)

Ein Teil von jener Kraft, 
die stets das Böse will und stets das Gute schafft.
Goethe, Faust (V. 1336–1337)

Ab 6. Dezember also soll der Lockdown langsam, schön langsam, wieder aufgehoben werden. Ob es einen traditionellen Nikolo heuer geben werde, werde noch überlegt, man sei aber eher skeptisch. Nun, gewisse Sachen und Termine lassen sich schwerlich nur verschieben. Drückt man aber ein Auge zu und lässt den Nikolo mit seinem prall gefüllten Sack ausschwärmen, droht, peinlich, juristisches Ungemach. Beim Höchsten Gericht. Der Krampus wird es sich nämlich nicht entgehen lassen und genüsslich den Gleichheitsgrundsatz einklagen.

Dann werden wir sehen.

[12.11.2020]


Einen Baum aufstellen 5.12.2020, 0:00

Wie man in den Wald hineinruft, so ruft es zurück
verhaltenspädagogisches Proverbium

Gustav aans an Gustav zwaa!
legendärer binnenorganischer Kommunikationsaufbau (codiert)

Große Ideen erstehen oftmals scheinbar unabhängig voneinander an verschiedenen Orten. Dennoch aber interessiert mich, wer auf die Idee gekommen ist, öffentlich-rechtlichen Weihnachtsbäumen auf zentralen Stadt- und Marktplätzen Namen zu geben? Muss man die rufen können können? Können sie zurück rufen und, wenn ja, rufen sie zurück, und wie?

Verwirrung kommt nun auf, wenn einem einem ebensolchen Weihnachtsbaum innewohnenden (immerhin zu einem gattungsspezifischen Rufen befähigten) Käuzchen der gleiche Rufname verpasst wird wie dem ihm so schreckhafte Behausung bietenden Baum, es ist ein öliger, und keiner der beiden würde reagieren, riefe man ihn damit in ernsthafter Absicht: »Rockefeller!« (Die Lautung »Fäller« für einen frisch errichteten Jahresendaufputz hat ihren eigenen prekären Reiz.)

Wohingegen ich allerdings hiermit aufs heftigste zu protestieren habe, ist die Benennung der von der Stadt Frankfurt am Main aufgestellten einigermaßen zernepften Fichte mit dem wohlklingenden Falscheinsilber »Bertl«. Zur Unterstreichung der Heftigkeit meines Protests hole ich mir höchstrangige Schützinnenhilfe bei keiner geringeren als unserer sehr geschätzten Frau Verteidigungsministerin, die zudem den dafür besonders tauglichen Namen Tanner trägt (ganzjährig). Ihre denkwürdigen Warnworte hat sie an den Konzern, der die Eurofighter (ADHS oder so ähnlich; bitte selbst recherchieren) herstellt, gerichtet, und es war eine heftige Warnung: »Sie werden mich noch kennenlernen!« Genützt hat es nichts, aber zumindest den Namen haben sie sich gemerkt.

(Homerisches Gelächter.)



Heidenchristen? 4.12.2020, 0:00

Hugin und Munin müssen jeden Tag
Über die Erde fliegen.
Ich [Odin] fürchte, dass Hugin nicht nach Hause kehrt;
Doch sorg ich mehr um Munin.
Lieder-Edda (13. Jhdt.)

Seine Raben beide sandt’ er auf Reise:
kehrten die einst mit guter Kunde zurück,
dann noch einmal, zum letztenmal,
lächelte ewig der Gott.
Waltraute, in: Richard Wagner, Götterdämmerung (19. Jhdt.)

Fliegt heim, ihr Raben!
Richard Wagner, Götterdämmerung (19. Jhdt.)

Denken und sich erinnern, darum geht’s wohl grundlegend im Leben, und gegen Ende lässt beides, oftmals rasant, nach, das Denken vor allem, und nicht minder prekär das Erinnern (des Kurzvergangnen, nicht der frühen Jahre, an die das Vergessen bald wie täglich spiral sich beschleunigend herannagt).

»Denken« und »sich erinnern« ist auch die Bedeutung der Namen der beiden Odin/Wotan zugeordneten Raben Hugin und Mugin. … Was aber soll es nun bedeuten, dass auf dem Portal der brutalistischen Maria-Namen-Kirche in der Hasnerstraße, Wien-Ottakring ausgerechnet zwei Krähenvögel Wache halten? 

Was denkt sich Hugin, wessen erinnert sich Mugin? 

Gibt’s was zu denken oder zu erinnern? Dass just eine Gemeinde, die sich insbesondere der polnischen und spanischen Christen annimmt (beides keine traditionell unkatholischen Weltgegenden), sich derart heidnisch gebärden muss?



Japser 3.12.2020, 0:00

Klassiktreffpunkt im Radio. Ein Gast lässt sich spielen, rezitierend. Daraufhin singt Konstantin Wecker, zum bösen Schluss auch italienisch deklamierend, dazu dieses diatonisch perlende Klaviergewäsch. Das auf der Aufnahme dokumentierte Publikum kippt schnappatmend kollektiv um vor Glück.

Vor Fassungslosigkeit erstarrt klaffen ungeahnte Dimensionen des Fremdschämens auf.

AUFHÖREN!



verwitzt 2.12.2020, 0:00

Quid est veritas?
Pilatusfrage

Bei einer der Aufklärung der Wahrheit entscheidend dienlichen Pressekonferenz hat Rudy Giuliani bräunlich geschwitzt. Wer sich nun amüsiert, dass da ein älterer Herr sein Ergrauen untauglich verbirgt, was sich in vorgeblich braunem Schweiß äußert, der ihm von Schläfen und Stirn regelrecht rinnt, verkennt eine tatsächlich sich ereignende Beglaubigung wunderlichster (wenn nicht wundervollster) Art.

Rufen wir uns nichts geringeres als Il Sindone in Erinnerung, seinen Sepia-Farbton, und kombinieren wir damit Rudys italienische Herkunft (der Name deutet auf Napolinähe), so wird sich das, was sich jüngst in Washington zutrug, als zweifellos lupenreines Blutwunder erweisen, und was könnte es beglaubigenderes geben als Blutzeugenschaft?

Mit der Bestätigung durch den Vatikan ist noch vor dem 20. Jänner zu rechnen. 

(Vor der jedenfalls folgenden Selig- und Heiligsprechung müssen auch damit verbundene Wunderheilungen belegt und bestätigt werden. Jetzt schon steht fest: Es werden die größten aller Zeiten sein.)



scharf gefragt 1.12.2020, 0:00

Katholische Kirche verschärft Schutzmaßnahmen 
orfon

Weide meine Lämmer
Jesuswort

Wer wird geschützt? Vor wem? Von wem? Vor wem schützt die Katholische Kirche, uns?, sich?, verschärft?!

Das zu erfahren sind wir möglicherweise gar nicht so scharf drauf.



Powered by WordPress /* kostenloser Counter

*/