einmal was anderes 30.11.2012, 0:00

ich möchte mich bei ihnen für ihren argumentativ sehr reichhaltigen und interessanten text bedanken
aufrichtiges vortragslob, widerspruchs- und vernichtungseinleitung (symposion)

und wenn aber gäste kommen und sie stürzen den feinen wein ohne schmecken (als wärs cola) hinunter und sie kauen die speise in ihren backen linksrechtslinks hinundher und sie sagen dann äääh, schmeckt intressant, dann schmeiß sie auf der stelle hinaus, lade sie nie nie wieder ein, streich sie aus deinem adressverzeichnis und aus deinem gedächtnis, sie waren nie da und werden nie wieder kommen, du wirst sie auf der straße garnicht nicht erkennen können, weil du sie nie gekannt hast.
immer vorbehaltlich dessen, was man zu schnitzlers referenzzeiten satisfaktionsfähigkeit genannt hat. (aber so etwas gibt es ohnehin nicht, kann es ja garnicht geben.)



totale niederlage 29.11.2012, 0:00

wien. symposion zum gordischen knoten. kurz vor dem ende der mittagspause hinein in das elegante italienische restaurant ums eck, schnell noch ein caffà¨, al banco. die chromblitzende espressomaschine wirkt auf den ersten blick tadellos. dann jedoch nimmt der barista, wie selbstverständlich, ein alupad, spannt es ein (schnallt es an), schaltet ein.
nospresso.
dreinhauen wollte man. sollte man.



journalismus, völlig neutral? 28.11.2012, 0:00

cern: seltener teilchen-zerfall weckt zweifel am supersymmetrie-konzept
bs-mesonen zerfielen in zwei myonen, ein ereignis, das sehr gut mit der vorhersage durch das standard-modell übereinstimmt.

derstandard.at

und doch: uns würden auch die vorhersagen durch das kurier-, presse- und krone-modell interessieren. dann noch, ganz speziell, jenes des österreich-modells, nach dem bzw. um das sich bekanntermaßen die erde – was sag ich? – das universum! – dreht, zu drehen hat.



geschäftsstraße, absteigend 27.11.2012, 0:00

gleitgesichtbrille
raubkopierer

schaufensterinformationsrezeption

es muss sich manches (allerlei) verschoben haben, dass eine vormals, wie man einst sagte, mondäne einkaufsmeile eher, wie es nunmehr scheinen muss, nicht gerade vollends vertrauen erweckende geschäfte bzw. geschäftsideen anzieht und zur auslagenseitigen bewerbungsanschauung bringt.
wichtig ist, genau, genauer zu schauen. so gleiten wir stadtwärts, unverschmiert.



erledigt! 26.11.2012, 0:00

lichterfest: hindus feiern sieg über das böse
orfon

womit auch dieses grundübel der menschheit – danke, liebe hindus! – endgültig abgehakt werden kann. nachzureichen wäre noch – vielen dank im voraus, liebe orfonauten! – die (oder zumindest eine) praktikable (wasserdichte) definition, was es denn sei, das böse.



drakonisch 25.11.2012, 0:00

bracanov wurde von dem bezirksgericht gegen zahlung einer kaution auf freien fuß gesetzt. er muss laut dem gerichtsentscheid künftig einen abstand von 500 metern zu prinz charles und seiner frau camilla halten.
orfon

was die heute schon alles können und in welcher präzision! wie herr bracanov das jedoch als zwangsbegleitender vasall bei den zahlreichen repräsentativen reises seiner königlichen hoheit anstellen soll und in welcher toleranzbreite die jeweils aktuelle räumliche distanz gemessen und ggflls. auch bußmäßig vergebührt werden soll, wird uns nicht berichtet. es muss zudem einem haufen geld kosten, vor allem bei flugreisen, so eine 500-meter-dauereskortierung, und dabei ist noch gar nicht die höchstprekäre frage berücksichtigt, wie denn das sein soll, wenn einmal camilla und ihr prinz getrennt reisen!



chuzpe, schienengebunden 24.11.2012, 0:00

der weg ist das ziel
beschwichtigungsinsert, öbb railjet

am ende waren es bei einer projektierten fahrzeit von zwei stunden etwas mehr als doppelt so viel wegzeit in der raumzeit. in einer anderen kontextlage stand der berichtende dem wegzielweisheitsspruch (gewissen überlieferungslagen zufolge entweder der autowerbung oder dem quell altasiatischer weisheit entstammend; vermutlich aber wirklich von öbb-werbezynikern radgleich neu erfunden) durchaus sympathisch gegenüber. als bahn- aber auch mit dem auto oder sonstwie ankunftsorientiert reisender (nicht als flaneur!) muss ich darauf bestehen: das ziel ist das ziel. und ich mag es bitte so rasch und angenehm wie möglich und ohne händeringende selbstexculpationen (wir entschuldigen uns …) erreichen dürfen!

ceterum censeo
im übrigen halte ich den railjet für die aufwendigste verschlimmbesserung der jüngeren österreichischen eisenbahngeschichte. was für eine ruppige rumpelkiste, als steckten die öbb mit der innung der österreichischen bandscheibenaufdoppler unter einer decke!



katarrhskatharsis 23.11.2012, 0:00

unbewusst, höchste lust
richard wagner, tristan und isolde

tristan in der lungenheilanstalt vlg. haus für mozart, salzburg. so viel leid auf der bühne (und aus dem orchestergraben) schicksalshaft-unentrinnbar ins auditorium strömen mag, das publikum bietet dem eindrucksvoll paroli. natürlich krachen vor allem in den leisen passagen die sternschnuppenartig-eruptiven schleimauswurfkaskaden. namentlich die traurige weise am beginn des dritten aufzugs gleicht einem parcours durch minenverseuchtes terroir, irgendwie durchaus der seelischen situation entsprechend.
am ende sind unten alle tot, die es sein müssen, sogar ein paar mehr. das publikum insgesamt ist gesundet. ein wunder. oder schlicht: die heilende kraft der musik.



von steingrill, historisch 22.11.2012, 0:00

die ersten fische
speisekartenrubrik, italien (übersetzung, mangelhaft)

und wir, als profifeinschmecker wissen wir naturalmente, wie wir uns beim restaurantpersonal als besonders ausgepichte kenner zu – äh – erkennen geben, nämlich, indem wir (so akzentfrei, dass sie uns dafür unaufgefordert loben müssen) nach den tagesspezialitäten und etwaigen, noch spezielleren spezialitäten erkundigen, jenen, die aus besonderen gründen nicht auf der karte stehen (dürfen), dabei ist verschwörerisches lächeln und schulteranheben unerlässlich. dieses sesamöffnedich bringt zutage, dass man heute frischen und zugleich gut abgelegenen quastenflosser kredenzen könnte. im gingkomantel langsam gegart, wie auch sonst?
am nebentisch, pizza wurstel con crauti (viennese). die habens gut.
mahlzeit.



voll im aug 21.11.2012, 0:00

kärnten-gipfel zur vorbereitung auf neue unwetter
orfon

die werden nämlich dort geplant, da haben wirs! oder meinen sie das metaphorisch? auch hier ist eine ebenso umfassende (nichts weniger als liebevoll zu bezeichnende) planung unerlässlich – wie weit sind sie eigentlich beim einschlägigen fristenlauf im südlichen doppelscheuchtum?
katastrophenwetterplanung: da bleibt jetzt aber schon die antwort auf frage der fragen über: wer schoss damals die sonne vom himmel?
(mein alibi ist wasserdicht. wie ein hydrant.)



double blind 20.11.2012, 0:00

studie: vorname kevin halb so schlimm
orfon

wollen sie ernst zu mir sagen?
ernst drögel zu renate lohse, in: loriot, pappa ante portas (1991)

der prekäre trend zu doppelnamen wird nun endlich auch wissenschaftlich evaluiert. stellen wir uns elektroenzephalisch verkabelte probanden vor, denen von horrorfilmdarstellern und unterstützt von dramatischen licht- und klangeffekten die zeitgemäßesten vornamenkombinationen entgegengeschleudert werden. weiters gemessen werden hautwiderstandsschwankungsbreite, schweißausschüttung samt zitterfaktoren – und selbstverständlich werden sämtliche sexuellen implikationen penibelst detek- und dokumentiert.
die kontrollgruppe wird in angenehmer atmosphäre mit den neuesten konfektkreationen verwöhnt, von hans-helmut müller als süßriegelfabrikant drögel. mit hygienehäubchen.
man merkt dann recht schnell: alles halb so schlimm. es hätte noch viel ärger kommen können.



powerpointtopor 19.11.2012, 0:00

endlich schaltet sich der bildschirm – und für alle im plenum der beamer – auf ruhezustand. bei uns nennt man das den blauen tod, sagt der ungarische freund.
der kühlungsventilator indes bläst weiter.
zieh‘ bitte einer den stecker!
es gilt: ein leben ohne powerpoint ist denkbar. (wir wären so dankbar.)



würschtlglück /2 18.11.2012, 0:00

krokodilmaul sensibler als unsere fingerspitzen
orfon

als wärs eine bestellte affirmation zu den gestrigen glückserörterungen. da zitierte ich robert walser (den feinen, ich empfehle seine geschwister tanner), nämlich hanswurst ist jedenfalls glücklich in seiner haut. einen eindrucksvolleren beleg für das zutreffen dieser historischen einschätzung, nämlich durch topaktuelle wissenschaftliche spitzenergebnisse habe ich nicht vorausahnen können.
so gesehen schaut es jetzt, auf einmal, für sisyphos nicht mehr garsogut aus: ein krokodil! ein krokodil! ein königreich für ein krokodil!
bis es soweit ist, lasst uns ein paar tränen herauspressen. (den – heutzutage unerlässlichen – soundtrack dazu mögen die rolling stones liefern.)



würschtlglück /1 17.11.2012, 0:00

hanswurst ist jedenfalls glücklich in seiner haut
robert walser

senf, zum wurschtl dazugegeben vom liebenswürdigen walser, vor 1942 wohl, als albert camus ähnliches über sisyphos zu sagen wusste. (ich stelle mir beide als glückliche menschen vor. sehr g. .)

merke: a wuaschd is a gfüüde haud.
ugs. volksweisheit



bei abnehmendem lichte besehen 16.11.2012, 0:00

sehr geehrter herr mütter! herbstzeit ist keksebackzeit!
gefährliche drohung, direct-marketing (mediaprint)

herbst ist immer, wenn du sterbst
h.c.artmann, punch & judy

keine weiteren fragen
petrocelli (et. al.)

(ohne worte)



halali lt. tarif 15.11.2012, 0:00

leitl kann sich prämien für politiker vorstellen
orfon

und wieviel soll man nun für einen, sagen wir: minister, klubobmann, bundesrat oder gewöhnlichen parlamentarier kriegen? wieviel zahlt man für einen sozialpartnerschaftlichen kammerboss? was bringt gar ein unschuldsvermutlicher exminister?



team des monats 14.11.2012, 0:00

herrenreise. ich bekomme den ersten preis im einschlafen, der freund jenen im ausschlafen: gemeinsam sind wir unbesiegbar. und dabei haben wir nichts (nichts) verschlafen. traumhaft, wenn nicht traumwandlerisch.



gemach, gemächt! 13.11.2012, 0:00

tschigong und die kunst, seine unterhose zu besteigen. da gibt es kein wanken. wie auch kein zagen. superzeitlupe. ein chamäleon wäre schneller. aber das braucht keine unterhose: wäre es gesellschaftlich gefordert, es würde sich von innen eine auf seine haut projizieren.
(ein weiterer populärer irrtum.)



too close to call 12.11.2012, 0:00

34.000 drogensüchtige in österreich
orfon

jetzt, definitionsfrage: droge? sucht? österreich?
gewiss etwas mehr als 34.000 österreicher gehen nicht vor die hunde, sie folgen ihnen. (wollen ja nur spielen.)



bedient 11.11.2012, 0:00

kehrt um!
bibelwort

wir suchen:
maschinenbediener (m/w)
stellenangebot

vermutet hatte man es ja schon länger, nun aber ist es heraußen: wollten uns (bzw. unseren vorvorfahren) die proponenten der industriellen revolution noch weismachen, sie seien dafür da, dass sie den menschen die arbeit abnehmen, in nicht allzuferner zukunft nämlich würden uns (bzw. deren nachnachfahren, also uns) praktisch überall maschinen erwarten, bereit (bzw. dazu designt), uns buchstäblich vorne und hinten zu bedienen. immerhin, die sich zaubergleich selbststeuernden staubsaug- bzw. rasenpedikürtrilobiten etwa verbreiten nun doch schon einige zeit flächendeckend ihren segen zum wohle einer rasenpedikürbedürftigen, staubgeplagten menschheitsteilmenge.
wie ist es aber jetzt zu dieser umkehrung gekommen? haben sie uns also bereits übernommen, die maschinen? (ich vermute, sie greifen über genau diese front der selbsttätigen rasen- und staubbetreurollgeräte an.)
ich empfehle: jeder (m/w) soll zuallererst bei sich selber kehren.



im trudel (eine engführung) 10.11.2012, 0:00

also ist es so, dass österreichs größtes talent ein hochspringender hund und sein frauerl (oder sagt man weiberl?) ist. und wir hier schon seit ein paar wochen eine gemäßigte diktatur (zit. f. baumgartner) bräuchten.
zusammen retten uns die noch womöglich die welt.
es ist zum abspringen.
bitte, wo ist der knopf?



tele-verkostung 9.11.2012, 0:00

„curiosity”-probe: boden des mars ähnelt dem auf hawaii
orfon

oft einmal, wenn man allzu neugierig ist, ist das, was herauskommt, eine nur schwer also solche zurechtzubiegende sensation. das hättet ihr also billiger haben können.
jetzt finden sie dann noch ananasringerl. wichtig, auch noch: das toastbrot. (wir wissen: spendet in der not trost.)



auaende 8.11.2012, 0:00

pflaster ablösen ohne schmerz
orfon

schmerzfreiheit als lifestyle: endlich, die äpp! (aber nur im mäc-store.)

(schmähohne: natürlich ist das vermutlich zweifellos eine segensreiche entwicklung zum wohle der gesamten menschheit. gewisser großstadtkrawalliere wohl auch.)



bubble tea? 7.11.2012, 0:00

wie doch manche konsumationsprodukte (s. überschrift) und zeitgeistige aktivitäten (nordic walking, modern talking etc.) sich leichter (oder überhaupt erst) verkaufen, wenn man ihnen vermittelst derart internationalisierter namensgebung flair von welt verleiht. wieviele jugendliche im alkopopalter etwa ließen sich für blasentee (von oder auch nicht von dr. – vorm. mag., der sohn hat übernommen – kottas) begeistern?



silent night 6.11.2012, 0:00

zufrieden und voll vorfreude auf das cage-konzert am nächsten tag legte er sich nieder. nachts drängte es ihn einmal aus dem warmen bett, worüber nicht gesondert zu berichten wäre, hätte die gewohnheitsmäßig angetippte funkuhr nicht als exakte zeit 4:33 gezeigt.
alles war ruhig.



bildungsauftrag, komplettiert 5.11.2012, 0:00

… finden heute wahlen statt. (…) die ukraine ist der zweitgrößte flächenstaat europas. (russland ist der größte.)
radionachrichten, österreich 1

was für ein erkenntnis- und zweitgewinn uns derart aus den nachrichten in unsere stets lernpflichtigen ohren gespült wird.
man sollte bitte aber nicht in dieser unkomplettheit verharren und das volk halbgebildet in den tag und damit in die nächsten multiplechoice-quizfragen-kalamitäten locken. demgemäß wollen (ja, müssen!) wir dringendst gleichermaßen zumindest den kleinsten wie auch zweitkleinsten flächenstaat, wie auch den größten (zweitgrößten; kleinsten, zweitkleinsten) bevölkerungsstaat europas erfahren.
so viel zeit muss sein. das ist ein bildungsradio.

nb.: die mongolei ist nach kasachstan der zweitgrößte binnenstaat. der erde, zumindest.



fahrerflüchtig 4.11.2012, 0:00

formel 1: vettel fährt alonso auf und davon
orfon

das ist ja mal ein krasser fall von fahrerflucht. und ungeschickt allemal: haben sie doch gerade beim höchstgeschwindigkeitshöchstleistungsrennsport mittlerweile praktisch überall eine kamera montiert. weit kommt der nicht, dann haben sie ihn, winken ihn ab.



vergelt’s gott 1.000 x 3.11.2012, 0:00

die schuld ist immer zweifellos
franz kafka

seine krankheit war stärker als sein wille zum leben
geistlicher partezettel (konsistorialrat)

so kann man es auch sagen. und implizit den verstorbenen selber für seine alkoholkrankheit und ihre folgen verantwortlich machen. keinesfalls irgendetwas damit zu tun aber hat ein zynisches system, das für sog. seelsorger keinerlei persönliche probleme vorgesehen hat. wer scheitert, bei dem kann es sich nur um mangelhafte gott-, d. h. kirchensystemergebenheit handeln. selber schuld.
gebet einander ein zeichen des friedens.



vorläufer 2.11.2012, 0:00

im herbst seines lebens ist er mit 96 von uns gegangen
partezettel

… wann ereignet sich eigentlich der herbst? sommer? wann ist winterbeginn? heuer? astronomischer? meteorologischer? astrologischer? des lebens?
ohne zweifel lässt sich zu lebzeiten alleine die leibesmitte, während sich retrospektiv allein die lebensmitte leichter, ja zweifelsfrei, bestimmen lässt.
(der frühe wintereinbruch 2012 war nur ein vorläufiger.)



opfertraining 1.11.2012, 0:00

vermehrt profis bei überfällen am werk
orfon

bei den opfern handelt es sich – zumindest in aller regel – immer noch um (allzu laienhafte) amateure. was können wir nun also unternehmen, dieser asymmetrie entgegenzutreten? wo und wie können wir uns zu opfern (anfänger – fortgeschrittene – profis) ausbilden lassen?
man nähme ja an, wir im österreich wären ohnehin von vorneherein in einem der opferbewusstesten länder weltweit, zumindest seit 1938. (ich würde da ja noch viel früher ansetzen.)



hirn blanchiert 31.10.2012, 0:00

kochen machte unsere vorfahren klüger
orfon

… wobei es möglicherweise so sein dürfte, dass in diesem zusammenhang auch dünsten und dampfgaren zum kochen gezählt werden; grillen, wie es scheint, jedoch nicht.
tja, tut mir leid, meine herren!



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