welche? 15.8.2022, 0:00

POTENZPILLEN
Lieferung an die Tür

Warengruppenangebot, Internet

Bekanntlich (eig.: gerüchteweise) hat das Internet schier unendlich viele Räume, und Ställe für die Tiere. Aquarien. Volièren. 

Hosentüren werden ja, generell, über- oder aber unterschätzt.
Wie lange     noch?



Rasterfahndung 14.8.2022, 0:00

Probeführerscheinbesitzer rasten um die Wette
nachrichten.at

Man sagt immer (jede etwas ältere Generation sagt immer), die jungen Leute heutzutage haben nur Blödsinn im Kopf, Flausen, vergeude ihre Zeit, ja, ihr Leben, habe keine Vernunft oder Verantwortungsgefühl. Diese Jugend aber geht es mittlerweile eher pomali an, chillig, wie man sagt: Um die Wette rasten, was für eine sinnig-sinnliche Beschäftigung in diesem an Work-Life-Balance so wohlverdient übervollen Hochsommer!



Verdienst? 8.8.2022, 0:00

Unsere Kinder verdienen mehr
Kampagnenslogan, SPÖ Oberösterreich

Das ist meine kleine Welt
Sie ist frei und ohne Sorgen
(as sung by) Waterloo & Robinson, 1976 (5. Platz)

Wird hier geprahlt oder gefordert? Wieviel mehr aber verdienen die Kinder der Volkspartei (sei sie schwarz oder/und türkis)? Wobei, womit?

Fragen über Fragen.

Inwieweit so eine politische Kundgabe als missverständlich, mithin missglückt, politischer Bauchfleck mit Anlauf, unverzeihlich unerzwungener Eigenfehler (…) bezeichnet werden muss, ist gesondert zu untersuchen, insbesondere da es sich bei der den Spruch verbreitenden Partei um die Sozialdemokratische handelt, die sich bekanntlich seit eh und je um die Anliegen der arbeitenden Bevölkerung anzunehmen vorgibt.

Wessen Verdienst aber ist nun der gegenwärtige Zustand Unserer Kleinen Welt, sagen wir: seit der Kreiskyzeit?

Jedes kriege, was es verdient!



genornt 7.8.2022, 0:00

Gassparzwang
Modewort

Lehn’ deine Wang’ an meine Wang’
Dann fließen die Thränen zusammen

Heinrich Heine

(3) Wang’, poëtisch für: Wange.

(2) Kaum einer weiß heute noch was von den Parzen, den ins Römische importierten Moiren; ihre nordischen Kolleginnen sind (bzw. waren) die Nornen. Deren Einzahl dürfte, da feminin, eher nicht Parz lauten. Eine Parzwang’ stünde, poëtisch, für eine Wange einer der (wir haben zwischenzeitlich etwas recherchiert) drei Parzen: Es stünden also, da Parzwangen paarweise aufzutreten belieben, bis zu sechs ihrer Art zur heineschen Anlehnverfügung.

(1) In Südwestdeutschland werden Imbissleckerbissen schon auch mal ›über die Gass’‹ feilgeboten.

Dieweil ist Holz das neue Klopapier.

Hol’ Zofenleberkäse!

Schicksal als damenvermittelte Unentrinnbarkeitskategorie darf/muss heute als passé betrachtet werden. Im übrigen ist von einer Gassparparz’ nichts bekannt. Gassparnorn’? – Wär’ demkbar’.



planvoll 4.8.2022, 0:00

Riesengürteltiere, die vor etwa zwei Millionen bis 10.000 Jahren lebten, waren ungefähr so groß wie ein VW-Käfer.
archäozoologische Erkenntnis (1), derstandard.at

Der nächste, heute noch lebende Verwandte ist der Gürtelmull, also eher die Größenordnung eines Spielzeugautos.
archäozoologische Erkenntnis (2), derstandard.at

Der Name Käfer ist von der New York Times geprägt worden, im Juli 1938, ironisch und auf englisch: beetle (nicht: bug). Matchbox gibt es erst seit 1953, und gegen Ende der 50er-Jahre haben sie auch den ersten Käfer herausgebracht.

Was lernen wir daraus: Die Evolution der Technologie gehorcht anderen Zeitmaßstäben als jene der Biologie. Das muss wohl am Hineinspielen eines übergeordneten Willens liegen. Woll’n wir es für diesmal offenlassen, ob das als negativer Gottesbeweis durchgehen kann, und bei wem.

Als gesichert indes darf gelten, dass die Riesengürteltiere vom Menschen ausgerottet wurden. Man sagt, dass sie optisch an Panzer erinnerten, was aber unmöglich ist, da doch Erinnerung gemeinhin historisch zurückreicht. Demgemäß hätten die ersten Panzer an Riesengürteltiere erinnern müssen. Als diese erstmals auftauchten, war aber keiner zugegen, der sich der Riesengürteltiere erinnern konnte, die aber längst – wir wissen es bereits – ausgestorben waren.

Jetzt wie, erinnern? Die heute Dreißigjährigen, wenn sie Einer flog über das Kuckucksnest sehen, kennen den Indianer von den Simpsons. Thomas Pynchon, detto, von ihm haben wir zumindest die Stimme (wenn wir auf die Synchronisation verzichten), ansonsten sieht er aus wie ein übergestülpter Papiersack mit aufgemaltem Fragezeichen. 

Nicht einmal vor zehntausend Jahren konnten die Riesengürteltiere so groß sein wie ein VW-Käfer. Von heute besehen allerdings schon. Die Zeit, sie liegt in Spiralschleifen: Was vorher ist, kommt hinterher, man kennt sich nicht mehr aus: Mit ihren Schwanzkeulen sollten sie dreinschlagen, die Gürteltiere, dann würden wir schon sehen.

Auf den Gürtelmüll wiederum haben es die 48er abgesehen. Auch hier: keine gute Prognose.



Favoriten 27.7.2022, 0:00

Wien wieder lebenswerteste Stadt der Welt
orfon

Favoriten. Älteres Ehepaar. 

Sie: »Host g’lesn, Wien is ›wieder lebenswerteste Stadt der Welt‹.« 
Er: »Nåjå, wo ãnders is’ no g’schissena.«

Quod erat demonstrandum: Die Rückeroberung des Ersten Platzes ist hiermit aufs eindrucksvollste untermauert.



aufstehen 25.7.2022, 0:00

Wer auf einem Bein stehen kann, lebt länger
wissenschaftliche Erkenntnis

Die Welt steht auf kan Fall mehr lång
Johann Nestroy, Kometenlied

Das gilt auch für das kürzere Bein. Weil, wie wir Wiener wissen: »Waun a’m da Herrgod auf da an Seit’n an kiazan Haxn wåchsn håt låssn, håt a eam dafia auf da åndern an längan gem.« (Peter Ahorner zuzuschreiben.)

Auf lange Sicht gleicht sich am End’ alles aus.



Leuchten 18.7.2022, 0:00

Ich geh’ mit meiner Laterne
Und meine Laterne mit mir
Martinslied

herbst ist immer wenn du sterbst
H.C. Artmann, punch & judy

(zugetragen)

Steyr, auf der Ennsleite, dem historisch-politischen Arbeiterviertel (Februar 1934!), im Alten- und Pflegeheim (APE). Das Zimmer der verstorbenen Mutter war zu räumen, am Sonntag hatten alle Geschwister gemeinsam Zeit dafür, und geht es ja schnell, die hinterbliebenen Habseligkeiten zusammenzupacken. Vieles bekommt die Volkshilfe, deren Container, praktisch, schon im Ladehof wartet, gleichmütig, wie das nur ein Container kann. Wie sie fast fertig sind und sich noch einmal umschauen im Foyer, geht die Aufzugtür auf und heraus marschiert – eine Prozession, ein Umzug!, Hoch der Erste Mai! Mit einem kleinen Maibaum und Arbeiterliedern aus dem Kassettenrekorder, dazu Fähnchen, stapfen die noch halbwegs mobilen Heiminsassen (Rollatoren und Rollstühle inklusive) nach draußen und marschieren einmal rabimmel rabammel rabumm herum, mit einem Leuchten in den Augen. 

Großes Glücksgefühl unter den Umstehenden!

Der Mai ist der November vom Frühling und der November ist der Mai vom Herbst: Alles eine Frage der Betrachtung.

________________________________
In eigener (eig. gemeinsamer) Sache

Ein stetig wachsender Kreis (oder ists eine Ellipse?) befleißigt sich seit einiger Zeit des Lösens des täglichen WÖRDL-Rätsels. Dieses Rätsel kann man genau einmal am Tag lösen, und da auch das muetterlog täglich um Mitternacht neu erscheint, passt dies ideal zusammen. Da es amüsant und aufschlussreich sein kann, von einem je gemeinsamen Wort aus anzufangen, wird ab sofort mein Vorschlag zum WördlStartWort [WSW] des Tages unten bei jedem Text drangehängt. Wer will, bediene sich: Zu Ihrem (hoffentlichen) Lesevergnügen komme nun also größtmögliches Lösevergnügen!
Disclaimer: Jedwede assoziative Beziehung zwischen [WSW] und [MLB] (MuetterLogBeitrag) ist zufällig und unbeabsichtigt.



unmaskiert 12.7.2022, 0:00

Lebenserwartung durch Pandemie leicht gesunken
orfon 

Generell soll man sich vom Leben nichts (nichts allzu detailliertes) erwarten, jetzt im Sinne konsumistischer Forderungen, wie sie etwa einer aufstrebenden Generation wie selbstverständlich eingeboren sein dürften.

Es leben, das Leben, darum soll’s gehen, dem nachgehen, was das Leben von dir verlangt. Den sich stellenden Fragen Antworten (oder zumindest sinnfällige Fragen) beifügen: Man nennt sowas Verantwortung.

(Die Lebenserwartung meines Vaters ist in der Pandemie, wenn auch nur leicht, so doch radikal gesunken.)



Mändosko 10.7.2022, 0:00

Doskozil: Umbenennung der Energie Burgenland auf Burgenland Energie kostete nicht drei Millionen
derstandard.at

Energie!
Enterprise Raumschiff

Zudem erzeugen sie jetzt auch noch Energie im Burgenland, sapperlot aber auch, damit wäre doch wirklich als letztes zu rechnen gewesen.

Am Neusiedlersee wird ganzjährig gesegelt: Legen wir doch in Wind an. Allerdings: Heiße Luft, heißt es, sei ein schlechter Energiespeicher.

Ich zahle nicht 300 Euro Miete im Monat. Aber ich habe mich ja nicht umbenannt. Obwohl, aus Oberösterreich kommend, war ich ehklar lange Zeit der Mütterbertl. Hat mich etliches gekostet, das umzudrehen.

Damals hat man noch in Schilling geträumt.



auweeeee—  8.7.2022, 0:00

Schmerzmittel können Rückenschmerzen verlängern
orfon

Hier handelt es sich um eine sprachliche Ungenauigkeit. Wie man sich auch selber nicht entschuldigen kann, sondern nur die anderen (an denen man sich möglicherweise schuldig gemacht hat) um Entschuldigung (die – generöse – Entlassung aus der Schuld) bitten kann, wird es wohl besser sein, im Fall, man hat Schmerzen, ein Mittel gegen Schmerzen zu nehmen, keinesfalls aber ein Schmerzmittel.

Ein Hammer kann ein Schmerzmittel sein (Fingerschmerzen). Das ungeschickte Hochreißen eines Möbelstücks (Stuhl, Tisch,…) kann arge Rückenschmerzen verursachen und dieselben verlängern.

Der Begriff ›verlängerter Rücken‹ ist ein volkstümlicher Verschleierungsausdruck für podex, man nimmt ihn dorthin mit, wo auch der Kaiser (selbst der Bundespräsident!) zu Fuß hingehe (Stuhlgang); das Bild vom Zufußgehen entspringt einer klimapolitisch überholten Vorstellung von Luxus und welche Fortbewegungsarten einer hochgestellten Persönlichkeit angemessen seien: Bitte, wie sonst, soll er mit dem Helikopter scheißen geh’n?

Respektlos.



Altausseher 30.6.2022, 0:00

Schneemann siegt beim Narzissenfest
orfon

Im Drogeriemårkt ham’s an Eisbärn daschossn
Muttertag (A, 1993)

Im Mai geschah schon immer so einiges. Was jetzt unangemessen oder unzeitgemäß sei, wäre gesondert zu untersuchen. 

Heutzutage wird wieder mehr geheiratet, auf den Standesämtern ist ein regelrechter Rückstau abzuarbeiten. In den Kirchen auch. Begräbnisse haben aber Vorrang, und es ist ein Glück, dass du dafür nicht aufs Standesamt musst, die jugendliche Bestatterin kümmert sich um die Urkunde, die Aufwendungen dafür sind dann in der Abrechnung penibelst aufgelistet, in Österreich kaufst du da nämlich nicht die Katze im Leichensack, anders in Deutschland. 

Alles, was nicht einfriert, zerrinnt, letztlich. 

Heirate keinen Schneemann (m/d/w).

Schamanen werden allgemein überschätzt. 



ab- und angelegt 21.6.2022, 0:00

Einsame Kinder sind auch im Alter oft einsam
orfon

Kinder im Alter, danke, das ist allerdings wirklich ein Thema, das wir, generell, dringend breiter diskutieren sollten.

Gelebte Jahre sind nicht vorbei, sondern sie legen sich als (anfangs unsichtbare) Jahresringe um einen.

Ob wir im Alter einsam (oder blöde; beides) werden, das haben wir nur sehr bedingt in der Hand. 

Altklug? Pah!



verschieden 13.6.2022, 0:00

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Systemantwort (Internet)

Neben Wien (unschlagbar!) ist auch Steyr eine Stadt, in der man es versteht, die Schöne Leich’ zu inszenieren, und das an ihren zentralsten Orten. Die wichtigsten Schaufenster, jenes von der städtischen Bestattung (rot) und das vom Stigler, dem Bestatter der Bürgerlichen, befinden sich in unmittelbarer Nähe des Gestehungsorts der Ur-Ansiedlung, direkt unter der Styraburg, zwischen den Brücken. Das von den Roten ist gleich neben den gerne Touristen gezeigten Hochwassermarken, der Stigler befindet sich am Eingang zur Enge, zwei Häuser weiter ist der Fleischhauer Zellinger. Die Partezettelaushänge sind die meistgelesenen (man sagt hier auch gerne: die meistgelesensten) Informationen der Stadt, jeder hat irgendwen gekannt und kein Einheimischer kommt vorbei, ohne zumindest mit kurzem Blick die Totenzettel abzuäsen. Vorm Stiglerfenster einen halblauten Kommentar abzugeben ist ein wichtiges Distinktionsmerkmal, dazuzugehören.

Mittlerweile kann man dieses Abäsen, wenn auch ohne beim Raunen gehört werden zu können, auch im Internet machen, was einem eingeborenen Steyrer das zeitweilige Exil entschieden erleichtern kann. Nun war der Uhrmacher gestorben, nicht irgendeiner, sondern der alte Fritz, weltberühmt in Österreich, vermutlich nach dem Hartlauer der bekannteste Namen, der, erwähnte man ihn und dass man auch aus Steyr sei, ein dezentes Augenbrauenhochziehen beim Gegenüber bewirken konnte. Jedoch, mehr als einen Tag nach der Meldung in der der Stadt gewidmeten Lokalrubrik der Provinzzeitung, war beim Stigler (jenem bürgerlichen Bestatter, bei dem die Toten gut zehn Jahre älter auf ein geglückteres Leben mit mehr Tröstungen durch die Sakramente der Hl. Kirche versehen annonciert zu werden pflegen) noch keinerlei virtuelle Parte zu finden. Gab man seinen Namen ein, kam da nur die oben zitierte Systemantwort. 

Insbesondere die Suche nach ähnlichen Suchbegriffen, z.B. Notebook statt Laptop, etc. regt das forschende Bewusstsein an: Was können wir, laptopanalog, eingeben für Schmollgruber?



… gefunden! 11.6.2022, 0:00

Queen zeigt sich bei Pferdeshow in Windsor
orfon

Als was ist sie denn gegangen?

Die Königin sei eine Pferdeliebhaberin und besitze mehrere Tiere. 

Reiterinnen werden immer gesucht
Loriot, Kosakenzipfel



Aus Lehn gebaut  9.6.2022, 0:00

Muskelfieber, so ein schönes Wort, es fühlt sich so richtig an. Muskelfieber, lehngebildet nach febra musculara (rum.). Die Verwendung des gemeindeutschen Substantivs Muskelkater ist in Rumänien selten.

In Südostösterreich sagen sie Spatzen. 

Aus Lehm gebaut, zerfallen wir, allesamt, zu Asche. 

Es schwindet der Muskel, es bleibet das Fieber.

Man will da nicht mehr dabei sein.

Grinsekatze, schnurr!



Backstage 7.6.2022, 0:00

Ich wollt, ich wär ein Huhn
(vertont von) Peter Kreuder (1936)

Welch Licht leuchtet dort?
Richard Wagner, Götterdämmerung

Peter Kreuder, von dem das zauberhafte Lied Musik! Musik! Musik! stammt wurde 1905 während der Götterdämmerung geboren, in der Garderobe des Stadttheaters von Aachen, Aachen, wo so vieles anfängt. Hab’ ich unlängst als nutzloses und desto wertvolleres Wissen aufgeschnappt, wie man halt heutzutage sein Wissen akkumuliert, beiläufig, kaum klimaschonend (trotz des Akkus in akkumulieren).

Du suchst etwas und findest soviel anderes. Das nennt man heute Immersion.

Weiter also: Peter Kreuders Vater Peter Kreuder war Sänger, ein klassischer Tenorbuffo, und wenn er, wie berichtet wird, in der 1905er Götterdämmerung gesungen haben soll, so kann er nur den Siegfried gegeben haben, allerhand, der aber wird, weil es sich reimt, von Hagen erschlagen. Gestorben ist Peter Kreuder 1930 in Hamburg während einer Rheingold-Aufführung, in der er noch eben den Mime fertig gesungen hatte, in der Garderobe.

Bei den Muppets hat die Garderobe eine dramaturgisch bedeutende Funktion: Backstage, that’s where it really happens!

Peter Kreuder seinerseits ist 1981 in Salzburg gestorben. Ob er als Letztes Mahl eine Melone zu verzehren versuchte, an deren Kernen er sich verkutzt habe, was zu einem Aortariss geführt habe, indes er, auch für seinen weiland Vater sprechend, röchelnd mehr, »Wir brauchen keine Millionen«, was aber eher wie »… Melonen!« geklungen habe, als Letzte Worte hervorgewürgt hat, ist nicht überliefert, erscheint aber zuhöchst plausibel.

Dies zur Problematik patrilinear vererbter Vornamen.

In bestimmten Fällen sind Garderoben zu meiden. Jedoch, deinem Schicksal entkommst du nicht. Und, der Ring lehrt es, Millionen machen nicht glücklich, dich nicht und mich nicht. 

(Wählen wir also die Liebe.)



zentriert 28.5.2022, 0:00

›Bis ins Letzte durchgestaltet‹, mehr, eine ›letzte, beeindruckende und bis ins Letzte durchgestaltete Aktion eines Künstlers‹ sei das Begräbnis Hermann Nitschs gewesen, lesen wir, und der Mund bleibt uns offen vor einer derartigen Determinationsmacht, über den Tod hinaus direkt in die behauptete Ewigkeit, was für eine exekutive Geisteskraft, bis ins Letzte, jeder Wimpernschlag, jedes Fallen frischgeföhnter Haarsträhnen aparter Ministrantinnen, das, wie wir erfahren, nur chaotisch erscheinende asynchrone Gehen der Katafalktragenden, annähernd so riesig wie weiland Kleopatras Prozessionswagen im beispielgebenden Monumentalfilm (1963), und dort haben sie bereits fast alles fast bis ganz ins Letzte durchgestaltet; bei Ben Hur (1959) haben sie noch eine Uhr übersehen, ein anagrammatisches Versehen.

Lasset uns also fürderhin nichts (Nichts) mehr dem Zufall überlassen. Morgen schon, mit dem Aufstehen, wolln wir anfangen.

Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Ewiglich.



berufen 26.5.2022, 0:00

Kürzlich Verstorbene
Juri Awerbach (100), russischer Schachspieler (+ 7. Mai)
Wikipedia, Hauptseite

Wäre der berühmte Schachspieler nicht im 101. Lebensjahr verstorben, es käme einem (naja, jedenfalls mir) nicht aufs erste Hinsehen der Gedanke, der Verewigte habe sich seinen letzten Zug scheints allzulang überlegt. 

Beim Schach musst du blitzschnell denken, aber langsam handeln. 

Merke: Ein Schachspieler ist ein Schachspieler, auch wenn er was anderes alswie schachspielen tut, einkaufen gehen, staubsaugen, fußballspielen, ja, ein fußballspielender Schachspieler (Maurer, Politiker, Volksschullehrer, Gitarrist) wird deswegen noch nicht zum Fußballspieler, das ist nämlich, auch, ein Beruf. Schachspielende Fußballer gibt es sicherlich auch, Unterhundertjährige zumindest. 

Von schachspielenden Schachspielern, die über ihrem Spiel starben, ist wenig bekannt. In der Oper hingegen, insbesondere bei Tristan und Isolde, besteht höchste Gefahr, vor allem im Orchestergraben, dass bei Dirigenten allzuplötzliches Dirigierende eintritt.

Dirigentinnen? Überleben.



nicht öfter 25.5.2022, 0:00

Je seltener man den Aufzug benutzt, desto länger kommt man ohne ihn aus
derstandard.at

sursum corda
finales Motto, Philipp Harnoncourt (1931-2020)

Das ist natürlich eine Binsenweisheit. Dennoch ist dieser Aussagesatz wesentlich klüger und inhaltspraller, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Manche sollten ihn öfter nicht benutzen.

Mein Freund Philipp ist, solange es irgendwie gegangen ist, täglich auf den Schlossberg, zu Fuß. Fast 90 ist er geworden. Heute vor zwei Jahren ist er gestorben, sattgelebt, aber er fehlt trotzdem, sosehr.

Weiter, gehen.



richtungsweisend 22.5.2022, 0:00

Waurum host Da kan Bungalow kauft Kurti! 
Kondolenzadresse, Duzfreund

Wenn du den Halys überschreitest, wirst du ein großes Reich zerstören
Pythia

Wenn es doch so einfach wäre! Nämlich: Wem die Treppe bestimmt ist, der entkommt ihr nicht, wie auch Caesar den Iden des März, nicht. Wäre er 24 Stunden nicht aufgestanden, man hätte ihn im Bett erdolcht; auch Brutus.

Hüten soll man sich vor Orakelsprüchen aller Art. Die sind aber, eh du dich versiehst, dem Geflecht der Zähne entsprossen (Homer sagt es so, und der kennt sich aus). Manche stürzen ja eine Treppe hinauf und werden z.B. Herrscher der Welt (oder was man dafür halten mag): Du musst nur die Laufrichtung ändern.

Sagte die Katze und fraß sie, die Maus. Aus.



zum Abheben 21.5.2022, 0:00

Wo i geh und steh
Tuat mir mei Herz so weh

Erzherzogjohannjodler

AUA versteigert Sitze für guten Zweck
orfon

Hmm, Sitzen, wäre nicht das Sitzen so ein Guter Zweck? Wobei, Sitzen ist doch das neue Rauchen, und das ist lang schon verboten, beim Fliegen. 

Jetzt also auch das Sitzen.

Fliegen im Liegen? Das wäre zumindest herzschmerzlos.



Binnenlage 17.5.2022, 0:00

Boris Beckers erste Stunden im Gefängnis: »Er hat niemanden umgebracht«
kurier.at

Es ist eine Frage die sich die Verantwortlichen in der Justiz (engl: justice) stellen müssten: Darf man jemanden, bei dem die Gefahr besteht, dass er ansatzlos durch die Gänge berserkere, in ein Gefängnis stecken, oder wäre es nicht sicherer, eine solche Person auf freiem Fuße zu belassen?

Man sieht: Es ist alles immer eine Frage der Angemessenheit. Schlitzohren indes würden eine solche Überlegensweise rasch zu ihren Gunsten auszunützen wissen. 

Boris Becker hat niemanden umgebracht. 



It ceased not to be  10.5.2022, 0:00

Vollständig rekonstruierte DNA: Lässt sich der Dodo von den Toten zurückholen?
derstandard.at

This is an Ex-Parrot
potentiell überholter Aussagesatz

Wenn man dann den Dodo aus dem Reich der Totenvögel zurückgeholt haben wird, wird man nicht umhin können zu sagen, dass die dereinstige Ansicht, der Spruch »Dead as a Dodo« sei das finalstmögliche Verdikt, lediglich eine vorläufige Wahrheit gewesen sei.

Es ist das Wesen jeder Wissenschaft, dass sie sich für überholte Erkenntnisse nicht zu schämen braucht. 

So ist es: Die Wissenschaft schreitet fort, sie beyondiert, gewissermaßen.



Bravonot 8.5.2022, 0:00

Hernández bedauert seine Unschuld 
abschließender Satz einer Kurzmeldung 

Manchesmal stolpert selbst die wackerste Nachrichtensprecherin, und natürlich wissen wir, dass sie ›beteuert‹ sagen hätte wollen, allein, es wollte halt nicht so recht heraus. Nehmen wir doch die Floskelmissglückung – bei einer Inlandsmeldung wär’s die vermaledeite Unschuldsvermutung – als poetische Startrampe, spinnen wir weiter (nicht jedoch fort). 

Welche/r einst Spätpubertäre kennt sie nicht, diese vom ehemaligen Präsidenten von Honduras überlieferte Stimmungslage: Du fühlst dich schon zu Allem bereit, allein die erotisch so aufregend aufgeladene Welt hat sich für dich noch nicht im mindesten zu interessieren begonnen. Es dauert halt noch, und deshalb bedauerst du die Überlänge der noch allein abzuleistenden Zeit vor dem so herbeigesehnten Er- bzw. Sielangen deiner vollumfänglichen Schuld. Seinerzeit, im Bravo, fandest du aufstachelnden Rat zu allen Fragen derartiger Nöte. Bekanntlich eignet ja der Jugend eine große, übergroße Bereitschaft, sich selbst zu betrauern, was manchen teuer zu stehen kommen kann, bis hin zur Selbstentleibung.

Beteuern, verteuern, betrauern, vertauen, verdauen, und alles, vor allem die Unschuld: bedauern. Unschuldige Expräsidenten haben es da noch vergleichsweise einfach, oder etwa nicht?!



Rechenhilfe 27.4.2022, 0:00

Einfacher soll die Berechnung der Beihilfe werden. Bisher wurde dafür von einer fiktiven Höchstbeihilfe ausgegangen, von der je nach Vorliegen bestimmter Umstände Geld abgezogen wurde. Künftig wird von einem Grundbetrag von 335 Euro ausgegangen, zu dem bestimmte Zuschläge dazugerechnet werden.
orfon

Hier geht es um die Studienbeihilfe, und ich kann mich noch lebhaft erinnern, wie ich mir in der Volksschule die Hochschule (auf die ich dereinst gehen wollte) vorgestellt habe: Alle sitzen in (der Körpergröße Erwachsener angepassten aber sonst identen) Zweierbänken und hören aufmerksam zu, kein Schwätzen, und alles geschieht irgendwie feierlich-ernst.

Auch in der Volksschule ist uns das Zusammenzählen leichter gefallen als wie das Abrechnen, wie, etwas später, uns auch das Malrechnen einfacher von der Hand ging als das Teilen.

Wir gehen immer von dem aus, was wir kennen. Und können.

Sowas nennt man lebenslanges Lernen.



Rechenrochen 26.4.2022, 0:00

Fische können addieren und subtrahieren
orfon

weniger ist mehr
Bescheidungsweisheit

Jungfrauen, Schützen, Wassermänner, möglicherweise Zwillinge auch.

Wir haben ja das Addieren noch als Zusammenzählen gelernt, und mit und addiert. Und zum Subtrahieren haben wir Abzählen oder Weniger-Rechnen gesagt, und mit weniger abgezählt. Dass man subtrahieren und nicht substrahieren sagt, verlangt mir noch heute eine gesonderte Nachdenkanstrengungsleistung ab, nicht mehr und nicht weniger. Das aber schon auch.



fulminant, oder? 23.4.2022, 0:00

Zum Beispiel haben Jubiläumskonzerte von Stadtmusikkapellen in aller Regel fulminant zu sein. Und sämtliche schwierigen Stellen werden selbstredend von allen (insbesondere vom tiefen Blech, den Hörnern, Trompeten und Flügelhörnern, aber auch von den Klarinett- und Flötinnen) stets ausschließlich mit der allergrößten Bravour gemeistert. Alles unter fulminant unterflöge nämlich jedes Wertungsspielradar. Mit Auszeichnung, Kunststufe hin oder her.

Meine einzige Auszeichnung ist das Jungmusiker-Leistungsabzeichen in Bronze. Mehr war nicht drin, aber die Prüfung war fulminant. Muss fulminant gewesen sein.



Lesetheater 22.4.2022, 0:00

Ein Fehler trat auf, bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut
Systemmeldung

… und schon bist du mitten im Geschehen, es ist wie in einem Roman, lässt sich vielversprechend an, könnte ein veritabler Pageturner werden! Wie aber kam es, dass du ihn nicht bemerktest, den Fehler, als er auftrat, kam er von links, von rechts, von oben oder gar aus dem Orkus, will heißen praktischerweise aus dem Souffleurkasten, und wer sagt denn, dass es ein Fehler war, wie wär’s mit einer Fehlerin, bitte schön immer alle miteinbedenken, eine FLINTA*-FehlerIn, sonst verliert die Geschichte an Gehalt, und keinesfalls Dreadlocks, ist sie blond und europäisch, wobei wir bei ukrainischen FLINTA*-FehlerInnen generös und auf beschränkte Zeit eine Ausnahme machen werden und es bei einer Verwarnung belassen wollen.

Bei mir sind – ich bin doch kein System – noch nie Fehler aufgetreten; dennoch will ich es gern zu einem späteren Zeitpunkt erneut versuchen. Und dann noch einmal. Hab ja keine Krone, zumindest kein Steinchen, das mir aus ihr fallen könnte, und wenn, dann eh nur in den Mund. 

Aufpassen beim Zubeißen heißt’s, generell.



Flippsie 19.4.2022, 0:00

Beliebte Delfine haben mehr Nachwuchs
orfon

»Flipper, Flipper, gleich wird er kommen, jeder liebt ihn, den klugen Delphin!«, haben wir begeistert mitgesungen, mit ph noch, und hatten nicht die geringste Ahnung, dass ›kommen‹ mehrere Bedeutungen haben kann, situationsabhängig. 

Nun schwant uns, warum der Meeressäuger immer gar so gequietscht und geschnattert hat! 

Indes, er war ein Weibchen, Susie und Mitzi hat er geheißen, ergibt bereits kürzeste Recherche. Flipper, das war ja mehr als einer, und auch das war Kennern längst bekannt: Schwärmerinnen, tümmelnde.

Heutzutage ist der Bedarf an gefügigen Wasserartisten nicht mehr so groß, heißt es.



homegrown 13.4.2022, 0:00

Mutter vertrieb mit Söhnen Marihuana
orfon

kscht!
Verscheuchsilbe

Unsere Mutter hat uns auch von Drogen fern gehalten. Von Anfang an.

Ist aus allen was geworden.



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