Recht hat es Dienstag, 15. 9. 2020, 0:00

Schwechat verkauft Multiversum
orfon

Recht hat er
historischer Werbewahrspruch

Angefangen hat es mit Peter Schlemihl, der einst (um 1813, ein Großes Jahr) seinen Schatten verkauft hat. Seit 1980 gehört der Mond Dennis Hope (man glaubt’s nicht: ein Amerikaner!), der ihn seither fleißig parzelliert, sodass, wer will und entsprechend liquide ist, frohgemut sein lunares Sacherl planen kann. 

Sind alles Anfänger, wissen wir nun. Die Schwechater halten sich nicht mit so Kinkerlitzchen wie unserem Sonnensystem auf. Unsere Galaxie, ja selbst das Universum scheint ihnen zu lediglich vierdimensional.

Jedoch: Man passe auf, wem man das Multiversum (wir nehmen an: zu astronomischen Preisen) verhökert. Bereits beim Schlemihlschatten war’s eine dunkle, eine sehr dunkle Gestalt.

Wie dem auch sei: Ein paar Promille genügen.

Ich bitte, mich an den Zinsen zu beteiligen.



durchschaubar Montag, 14. 9. 2020, 0:00

Beethovens Brille in Baden zu sehen 
orfon

Das Pendant zu Beethovens Brille wäre wohl ein (noch aufzufindendes) Hörrohr Schuberts. Verfügte man über beides, würde das einem aber immer noch nicht die persönliche Genialität garantieren.

Aber bereits vor-ausgerüstet wäre man. Ein Anfang, immerhin.



Expedition (2) Freitag, 11. 9. 2020, 0:00

Laufen, laufen, auslaufen, auslaufen lassen. Alles rauslaufen lassen. Und nach dem Laufen in den Fluss. Hinunterschwemmen, alles abschwimmen. Sich neu formieren, mit Gelassenheit imprägnieren. 

Da sind die Schwäne mit ihrem phänomenalen Bruterfolg: Alle fünf Jungen haben sie durchgebracht, sie sind schon mitten im Flugtraining. Flugmuskulatur kräftigen, anlaufen auf dem Wasser; noch heben sie nicht ganz ab. Aber unter den Flügeln sind sie bereits weiß. Sie müssen fliegen lernen, weil das tarnende Grau von ihnen weicht. Es geht alles seinen Gang, fliegt seinen Flug. Tut das wohl, den Schwänen zuzusehen!Die Welt besteht zugleich auch aus Aufbauendem, nicht nur aus Absterbendem oder mit Mühe seine Höhe Haltendem.

Werden Schwäne, wenn sie alt sind und das Fliegen beschwerlich wird, wieder grau, so wie die Menschen?



Expedition (1) Donnerstag, 10. 9. 2020, 0:00

Aufsichtsservice am frühen Morgen, die Mama ist beim Zahnarzt heute die erste, wegen der Abdrucke für die dringend überfälligen Prothesen. 

Papas Anziehen zieht sich. Unterhose, linkes Bein, Unterhose, rechtes Bein. Kurz verweilen. Hinstellen zum Sockenanziehen, jeder einzelne Socken bedeutet mühsames Bücken, der rechte ist der zähere, aber zäh auch der linke. Rasten. Jetzt die Hose, die neue Kurze (die Obrochane). Hemd, rechter Ärmel, Hemd, linker Ärmel (der blöde).

Alles braucht seine Zeit. Und bekommt sie. Auch das Kaffeewasser im Wasserkocher wird zubereitet, als handle es sich um ein komplexes Laborexperiment. Ist es.

Alt sein ist eine große Expedition. Die größte, wen es selbst betrifft. 



Haydnarbeit (2) Dienstag, 1. 9. 2020, 0:00

Die Schöpfung ist übrigens – entgegen anderslautenden Behauptungen – von Haydn und van Swieten. Das Libretto bezieht sehr alte Quellen ein, die sich aus Menschheitserzählungen nähren, deren Sachgehalt leider (besser: zum Glück; Gottseidank hier wäre wenig angebracht) als de facto in keiner Weise wissenschaftlich belastbar gelten muss.

Von wem also die so wunderbar besungene Gesamtschöpfung sei, ja, ob es so etwas überhaupt geben könne, kann nach wie vor nicht gesagt werden. 

Soviel ist sicher.



Knochenarbeit Samstag, 29. 8. 2020, 0:00

Die Gebeine der legendären Königin Nofretete wurden nach wie vor noch nicht gefunden
orfon

Man suche weiter. Das kann doch nicht so schwer sein!



umpolen Montag, 24. 8. 2020, 0:00

Die community nurse werde ganz sicherlich kommen in der Altenpflege, das Vorbild aus England zeige, dass sich eine solche Einrichtung bewährt habe. Sagt der Gesundheitsminister, und wir glauben ihm gerne. Wie er es ausspricht klingt fast wie community nerds, und derlei gibt es ja mehr als genug: ein wahrlich immenses personelles Potential. Zur Umschulung gilt es lediglich, die bekanntermaßen durchaus ausgeprägten special interests auf ein humanes Gegenüber umzupolen. 

Sollte zu schaffen sein. 



still Sonntag, 23. 8. 2020, 0:00

Sodastream® kann getrost als ein segensreiches Produkt bezeichnet werden: Nicht nur im Sommer können wir frisch Wasser aufsprudeln, dass es nur so eine Freude ist. Zeitbewusste Geister werden sich bald eine zweite Füllstation leisten. Dafür brauchen sie nur eine alte, ausgekugerlte Patrone, und damit können sie, ein kurzer Drücker genügt, aufs leichteste Sodastream® still herstellen.

Heutzutage verlangen die Leute nach sowas.

Vegan kommt sicher auch bald.



sapperlot! Montag, 17. 8. 2020, 0:00

Ex-Kinderstar wird 65: So sieht Heintje heute aus
kurier.at

Stellen Sie sich vor: gar nicht mehr wie ein Bub! So gewachsen ist er!



Redimension(en) Dienstag, 11. 8. 2020, 0:00

Biblisches Jerusalem offenbar kleiner als gedacht
orfon

Wir wagen nicht zu bedenken, was das für das himmlische Jerusalem bedeuten mag.



Krone Dienstag, 14. 7. 2020, 0:00

Affenberg Landskron offizielle Uni-Außenstelle
orfon

Sosehr sie sich aufdrängen mögen: Man enthalte sich billiger Witze.



neurontisch Sonntag, 12. 7. 2020, 0:00

Hans Peter Doskozil: »Ich mache linke Basispolitik«
derstandard.at

Es gibt Politiker, bei denen erscheint es nicht unangebracht, dass wir sie uns sich oft im Spiegel betrachtend vorstellen. Müssen.



status quo? Freitag, 10. 7. 2020, 0:00

Vettel startet in ungewisse Zukunft
orfon

… and the end is always near/clear
The Doors/Status Quo

Wessen Zukunft, starte er je, sei nicht eine ungewisse? Indes, es geht um’s Beginnen! – Vettel, rappel dich doch auf! Alles andere (der Pulk aller/s anderen) folgt wie von selbst.

Es gibt Kulturen, die deuten für die Vergangenheit nach vorne, weil sie die schon kennen. Die Zukunft ist hinter ihnen.

Soviel ist gewiss.



plusquammethusalesk Donnerstag, 9. 7. 2020, 0:00

Elf Millionen Jahre alte Schildkröte gefunden
orfon

Tausend Jahre sind ein Tag
Udo Jürgens

An sich wäre ja bereits allgemein bekannt gewesen, dass die gepanzerten Echsen, denen – möglicherweise auf ähnliche Weise unbegründet wie bei den bekanntermaßen in Wirklichkeit fiesen Delphinen – unsere Sympathie gilt, ein biblisches Alter erreichen können. Die Heilige Schrift indes, die als Synonym für die nunmehr erwiesene Alterspotenz der nun als – paradox! – neu erscheinen müssenden Schildkrötenart herhalten muss, wurde bislang noch nicht entdeckt. Man soll in der Nähe der – tunlichst geheim zu haltenden! – Fundstelle nachschauen. Wer der auf ihr begründeten Religion beizutreten beabsichtigt, überlege sich die Konsequenzen allerdings recht genau.



Rollin’ (2) Samstag, 4. 7. 2020, 0:00

Rolltreppen zu Christus-Statue in Rio sorgen für Streit
orfon

Ach, diese Rolltreppe!
Hanna Schygulla zugesprochen

Geht es immer weiter?

Es geht immer weiter.



Rollin’ (1) Freitag, 3. 7. 2020, 0:00

E-Bike-Boom hält an
orfon

Das bedeutet: Er geht weiter. Wohin das noch führen wird?

Es geht immer weiter.

Geht es immer weiter?



Anliegen Mittwoch, 1. 7. 2020, 0:00

Zurückdenkend dereinst wird sich wohl herausgestellt haben, dass für die allermeisten Menschen das obligatorische Anlegen eines Mund-Nasen-Schutzes als überzogene Maßnahme zu bezeichnen ist; ein gewöhnlicher Maulkorb (für Möpse passende Modellreihen dürften über die bestgeeigneten Konfektionsmaße verfügen) hätte es durchaus auch getan. Eine Lockerung der Verpflichtung zum permanenten Tragen dieses erwiesenermaßen wirkungsvolleren Schutzes wäre aber kaum je wieder zuzugestehen gewesen. Und gegen das Kratzen mit den Klauen hilft er halt auch nicht.

… Leinen (paarweise)?



besser gemeinsam besser Dienstag, 30. 6. 2020, 0:00

Paare schlafen besser gemeinsam
Behauptung 1 (Schlagzeile), orfon

Paare schlafen gemeinsam besser, weil sie dadurch längere erholsame Traumphasen haben.
Behauptung 2 (Teasertext), orfon

Jetzt sollen wir vom breitstreuenden orfon auf die forderndere Wissenschaftsseite hinüberklikken. Wollen sie. Es genügt aber bereits der Abgleich von Schlagzeile und Kurztext, um dem folgend zu Lesenden eine unsaubere Wissenschaftlichkeit attestieren zu müssen. Sie ergründen jedenfalls zwei Aspekte des Miteinanderschlafens, die wenig bis nichts miteinander zu tun haben. Indes, wir spüren den kalten Hauch der großen Regierungspartei, wie das halt so ist bei staatlichen Leitmedien: Sie setzen den moralischen Impetus (Behauptung 1) zuoberst.
Was es mit den erholsameren Traumphasen auf sich hat, ob sich die beiden etwa genüsslich wegträumen, darüber woll’n wir nicht weiter spekulieren. 

Spekulieren, speculum, Spieglein an der Wand … spiegeln, die narzisstische Art sichselbst zu verdoppeln. 

Grundsätzlich jedoch gilt: Wer allein schläft, kann nicht als Paar bezeichnet werden. (Bei Würschtln nennt man sowas Einspänner.)



wettern Freitag, 26. 6. 2020, 0:00

Hagelforschung zum Mitmachen
orfon

Ja, bitte, ich möchte endlich auch das Hageln erlernen! Hageln! Das echte, jenseits von Beschwerdebriefen und -emails, die es, in Briefform, stets waschkörbeweise zu hageln pflegte. (Die englischen Fotomodelle aus der Kronenzeitung ihrerseits bekamen w.körbeweise Fanpost, ach!) 

Es wird Zeit, endlich das Genre der Wetterkritik als vollwertige Literaturgattung anzuerkennen. Gibt der berühmte Mime auch vor, sich nicht für das unsägliche, inkompetente Kritikergeschreibsel zu interessieren: Das behauptet er nur. Und wir, die Rezensenten, gewinnen einen unnennbaren Einfluss. Diese Chance muss bitte genutzt werden!



Widerliches Luder! Donnerstag, 25. 6. 2020, 0:00

Putzroboter reinigen oft schlampig 
orfon

Es gibt Reis
Helge Schneider

Wie wir gelernt haben, impliziere das Wort Luder ein (versachlichtes) Femininum. Aber Halt! Heißt es nicht Roboter, der? Denn die Ursache unsachgemäßer Reinigungsarbeit, die zu berechtigter Unzufriedenheit und, bei forschendem Pioniergeist, in der Folge zur Optimierung Anlass gebe, muss wohl darin liegen, dass Männer schlicht nicht so gut putzen können: Sie sind von der Natur nicht dafür vorgesehen; kleinere – weibliche – Hände kommen doch wesentlich besser in Ecken, Zwischenräume, Verschneidungen.

Es wird also Zeit, dass endlich morphologisch weibliche Putzroboter entwickelt werden, Roboterinnen, Robotinnen (wie immer es korrekt heiße). Irgendwo muss doch so eine Roboterrippe sein, aus der man das bastle.



Tschopperln Mittwoch, 24. 6. 2020, 0:00

Ich habe viel Geld für Alkohol, Frauen und schnelle Autos ausgegeben, den Rest habe ich einfach verprasst.
George Best (1946-2005), Fußballkünstler

Ausgezahlt werden 1000 Euro im Monat, wobei die Zahlung in Raten erfolgen soll. 
Künstlerische Unterstützungsankündigung

Wenn man einem Kunstschaffenden zuviel auf einmal in die Hand gibt, stellt er damit nichts an alswie einen Blödsinn, ganz sicher kommt nichts Vernünftiges heraus.

Nun raten wir, aus welchem Gebinde in was für einer Frequenz das Förderfüllhorn über 15.000 Menschen ausgeschüttet werden soll:
• Gießkanne (Modell Friedhof), d.h. wöchenlich: 250,00 €/Woche
• Gießkanne (mit Rosette), d.h. täglich: 33,33 €/d
• Pipette, d.h. stündlich: 1,38889 €/h
• Zerstäuber, d.h. sekundengenau: 0,000386 €/s
Man wird, so hat es sich bewährt, den Verwaltungsaufwand hoch zu halten wissen. So sichert Kunst zuverlässig Arbeitsplätze. 

Kunst ist unvernünftig. Muss es sein. 



ahead Dienstag, 23. 6. 2020, 0:00

In front of the train is the First Class
Zugdurchsage (InterCity, Innsbruck – Graz), ÖBB

Die Letzten werden die Ersten sein
Je nach Position (vor/nach S.) mehr/weniger beliebtes Bibelwort

Der Schreiber dieser Zeilen, als Fahrgast, saß im Zug ganz hinten. Aber nur bis Selzthal. Bekanntlich stürzt in Selzthal alles: Das Zuunterst wird zum Zuoberst und das Zuoberst zum Zuunterst. Und die Vorersten werden die Hinterletzten. Bahnmäßig ein einziges Weltgericht, und manchmal auch in Bischofshofen. 

Komfort bedeutet letztlich Tröstung, Trost.



Schränk Montag, 22. 6. 2020, 0:00

Ich schränke schon alles ein
Otto Schenk (90)

Aber, bitte, irgendwas Uneingeschränktes soll schon noch bleiben, und es sei noch lange, maßlos lange bis bis zuletzt. 



eingefahren Donnerstag, 18. 6. 2020, 0:00

Wer durch einen Blitzeinschlag stirbt, muss schon ordentlich Pech haben. Die Wahrscheinlichkeit, bei Olympischen Spielen die Goldmedaille zu erringen oder ein Super-Model zu daten, ist ungleich höher.
kurier.at

Eschatologisch gewähnt, hätte der bedauernswerte angewandte Stochastiker (ein konservativer Politiker!) nun alle Chancen, auch noch die anderen beiden Aufgaben zur erstmaligen Erlangung eines veritablen Wahrscheinlichkeitshattrick(s) zu lösen. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir davon erfahren, muss als gering bewertet werden – aber eben dieses Ende der Skala ist ja der Reiz aller passionierten Stochastikadepten.

Bleibt noch die Frage: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Olympiasieger/Supermodel durch Blitzschlag ums Diesseits kommt (im Stehen, beim Wasserlassen, an einem Strommasten)? Welche Disziplin?



Har-Har Freitag, 12. 6. 2020, 0:00

Großrazzia gegen Camorra in Neapel
orfon

Bei dieser Meldung kann es sich nur um eine Ankündigung handeln. Müssen schwer aufpassen, die Camorristi, die nächste Zeit. 

Bald haben sie sie, alle.



X <—> U Mittwoch, 10. 6. 2020, 0:00

Fixtarife für Taxi und Uber in Wien nicht fix
orfon

Nichts ist fix: Fichts an!



Philipp /2 Sonntag, 7. 6. 2020, 0:00

Dieses Projekt hat keinen Nutzen, es hat Sinn.
Philipp Harnoncourt (1931-2020)

Man stelle sich vor: Ein Mensch stellt sich mit über Achtzig eine Aufgabe, die gut ein Jahrzehnt immense Kräfte von ihm fordern wird – und er bringt sie auf! Heute feiern wir die Fertigstellung der renovierten Heiligen-Geist-Kapelle inmitten des Verkehrsstrudels von Bruck an der Mur, »ein Pfeil, der in den Himmel zeigt«, wie Philipp das so typisch plastisch benannt hat.

Dass er nicht mehr dabei sein kann, erinnert daran, wie seinerzeit Moses (also Charlton Heston) nur von einer Anhöhe hinabschauen, aber selber nicht ins Gelobte Land ziehen durfte, darüber eigenartigerweise nicht grob unzufrieden war, sondern befand, dass das schon passe so. Sollen die Jüngeren weitermachen.

Philipp ist nun gut übern Berg, und wir haben die Mühen der Ebene. Im lebendigen Gedenken an seine Person und Persönlichkeit wird es uns vielleicht gelingen, den Sinn zu erkennen. Mit allen Sinnen.



Welttennis Donnerstag, 4. 6. 2020, 0:00

Rendezvous der heimischen Asse
orfon

Das Wesen eines Asses ist, dass es, zu seiner Gestehung, keines Gegenübers, gar Miteinanders bedarf: Es geht, bodenauf, ins Leere. Jedwedes Gegenüber, Partnerschaftliches, nichtet (annihiliert) alle Asse.
Irgendwie ist es eine sehr traurige Vorstellung, all die Asse, jedes trifft und Keiner trifft Keinen.

[25.5.2020]


Die Moral Mittwoch, 3. 6. 2020, 0:00

Was werden wir gelernt haben? – Infiziert, nicht infesziert; Karantäne, nicht Gwarantäne. Sowie: Die Bezeichnung Corona (Koron) für eine Fermate war so antiquiert nicht; eine Koron kann das Verweilen auf dem sie überkrönenden Ton, Akkord und insbesondere Tacet als Verweile-doch-du-bist-so-schön-Moment des Innehaltens weit über die Dauer eines sich einem tiefen Atemzug verdankenden Langaushaltens übersteigen. Insbesondere im gegebenen dritten Fall kann das bedeuten: Wochen, Monate, Saisonen. Merke dabei: Die Dauer des Anhaltens (der Anhaltung) obliegt den jeweiligen Interpreten, falls vorhanden, Dirigierenden. 

Jetzt aber wirklich weiter beim Doppelstrich. (Nächstens darüber mehr.)

[22.5.2020] 



saisonal Dienstag, 2. 6. 2020, 0:00

Bügelbretter werden vor allem im Herbst gekauft, weshalb man gegenwärtig noch keine Aussagen machen könne, inwieweit sich die Coronakrise auf den Umsatz des Unternehmens auswirke. 
Saldo – das Ö1 Wirtschaftsmagazin

Hals-Nasen-Ohrenschützer, Bügelbrett, Bikinizone, Waschmaschinenbauch, Coronabund: Ein jegliches hat seine Zeit. 

[22.5.2020]


Lauteres Klingen Dienstag, 26. 5. 2020, 0:00

Mir schupft es das Blut eimerweise durch den Körper
Andreas Okopenko

Du spielst ein kleines Motiv, variierst es sinnreich, addierst deinem frühlingshaften Florilegium einen wohlklingenden Gedanken. Da passiert dir eine kleine, völlig unbedeutende Unreinheit im Ton, ein leichtes Bröseln, eine Bindung gerät etwas holprig und das Intervall ist nicht so sauber, wie du es gerne gehabt hättest und es jedenfalls sein müsste: Fehler! Um zu kaschieren, wiederholst du ihn, sie!, wörtlich, sinngemäß, in Paraphrasen, so gut es geht. Dadurch erscheint jetzt alles Erklungene wie genau so gewollt: ›Wenn du einen Fehler machst, wiederhole ihn dreimal, dann ist er richtig.‹ Diese Strategie hat als unfreiwillig verinnerlichtes Erbe der einst mehr durchlittenen Schule des Jazz in dein Spiel hineingewirkt, fein marmoriert, manchesmal auch gröber: nicht jeder hat immer das Zeug zum Kobe-Rind, und wer täte einen auch dreimal täglich wohlig und zielführend massieren, zu wessen Vorteil, der vom persönlichen Jenseits her jedenfalls anderen schmeckt?!

Beim Weiterspielen passierst du zusätzliche Unebenheiten, regelrechte Schlaglöcher klaffen auf, üble Patzer passieren. Derart steckst du mitten im dich beim Tun zunehmend abschätziger Kritisieren, gleich von allem Anfang an war es das erschreckend wohlbegründet befürchtete ausufernde Schlamassel! Nichtswürdiger du, nüchtern besehen hast du nie noch im mindesten einen klar artikulierten, korrekt intonierten Ton hervorgebracht! … Die immer verzweifelteren Rechtfertigungsaffirmationen überwuchern, umklammern jedes zarte melodische Rinnsal, wie du es möglicherweise intendieren würdest, kanalisieren es unter die Erde, ein trauriger Wienfluss dem gleichermaßen avitalen Donaukanal zu, Rattenzone im besten Fall. Bereits der erste Schritt brachte dich vom Weg aller Tugend ab. Sich verselbständigender Bestemm ist der Höllenweg zu polterndem Populismus unseligster Art. Es ist ein großes Glück für die Menschheit, dass unsereins fast nie irgendein hochrangiges öffentliches Amt zu bekleiden bekommt! Mea culpa! Mea culpa!

Derart in selbstdestruktiven Zwangsgedanken eingesponnen klingt indes draußen dein Spiel fort, es verhallt, der Meister der Aufnahme zeigt mit beiden Daumen nach oben, und du kannst dir nicht vorstellen, was er damit andeuten könnte. Was ist geschehen?

(Soviel zur gerne propagierten Mär vom achso lauteren, seelenreinen und aller Absichten frischfreien Sein im Spiel; womit ich nichts weniger als die Weltherrschaft anstrebe. Sie werden sich noch wundern!)

[14.5.2020]


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