kautig 11.8.2022, 0:00

Gedachtes kann von entsprechenden Empfängern wachgedacht werden
Ellis Kaut

Wachdenker, wer kennt nicht solche? Es gilt aber, no na, das Gute wachzudenken.

Da sich der Impuls der Mutter des Pumuckl verdankt, können wir getrost den Moralinanteil dieser Erkenntnis geringer ansetzen als er rein im Lesen und Nachdenken daherkommt.

Vordenken, auch so eine edlere Disziplin.

Indem wir schön blöd ausschauen, sind wir hernach immer gescheiter. Immer noch gescheiter. Ter. Terter.



zertagt 10.8.2022, 0:00

Wiener Linien testen Viertagewoche
orfon

Die Wiener Strichlinien werden von der Viertagewoche getestet. Bald wird die Dreitagebartbahn gekommen sein.

(Um allfällig keimende Missverständnisse von vornherein auszuschließen: Ich gönn’s ihnen von Herzen, und sowieso wird alles im Takt bleiben. Hee, wir sind in Wien, und Wien funktioniert, eben weil mit Herz.)



gefräßig 19.7.2022, 0:00

Ein internationales Team von Astronomen hat eigenen Angaben zufolge ein extrem schnell wachsendes Schwarzes Loch entdeckt. Es habe eine Masse von drei Milliarden Sonnen, verschlinge jede Sekunde das Äquivalent einer Erde und leuchte 7.000-mal heller als das gesamte Licht unserer eigenen Galaxie.
orfon

Video: See-Elefanten jagen in völliger Dunkelheit
orfon

Ganz schön finster ist es bei uns, wir wissen es längst. Und, wie wir sehen können, insbesondere die Seeelefanten (bringen wir doch den Mut auf, den unschönen Bindestrich wegzulassen; schließlich schreiben wir ja auch Stachelschwein oder Seeadler) scheinen sich perfekt daran angepasst zu haben.

Zu Pfingsten (wann sonst!?) sind im Burgenland sechs Stachelschweine ausgekommen. Sie breiten sich seither rasend aus. Ob es ein Video gibt von den entlaufenen Stachelschweinen, von irgendeiner Überwachungskamera, so eine, die auch im Dunkeln gut filmt, fürs Radio?



umgefragt 28.6.2022, 0:00

Umfrage: Hälfte der Kinder wünscht sich Schule ohne Noten
derstandard.at

Da wird ein zweifellos konsiderables Thema angesprochen. Das Grundproblem unserer Postzivilisation jedoch ist die umgekehrte Verfasstheit, Noten ohne Schule: Wo du gehst und stehst und sitzt und schläfst und Brot erstehst und Zähne bebohren lässt, selbst am Klo beim Hinausgehen wird dir eine persönliche Bewertung abgenötigt.

Das halten die Leute mittlerweile für Demokratie.

Auch hier gilt: Ausformulieren!



ab- und angelegt 21.6.2022, 0:00

Einsame Kinder sind auch im Alter oft einsam
orfon

Kinder im Alter, danke, das ist allerdings wirklich ein Thema, das wir, generell, dringend breiter diskutieren sollten.

Gelebte Jahre sind nicht vorbei, sondern sie legen sich als (anfangs unsichtbare) Jahresringe um einen.

Ob wir im Alter einsam (oder blöde; beides) werden, das haben wir nur sehr bedingt in der Hand. 

Altklug? Pah!



Wiedergabe 16.6.2022, 0:00

Trend zum Heiraten rückläufig
orfon

Moment bitte, wir sind in einer woken world, da ist mit dem spoken word kärfulli umzugehen! Also nicht in einem derart rüden Ton: Jemanden, der sich gerade nun doch nicht verheiraten will, als rückläufig zu bezeichnen, stellt einen Gipfelpunkt in der an Diffamierungen aller Art überreichen österreichischen Sprachlandschaft dar, den wir nicht so mirnichtsdirnichts hinnehmen werden.

Wollen wir es vorläufig bei dieser Warnung belassen.



outgesorßt, mit Konsequenzen  30.5.2022, 0:00

Forschende bringen Robotern das Essen und Schmecken bei
derstandard.at

Attila der Hunnenkönig
Frißt zuviel und scheißt zu wenig

Lustiger Witzreim, Elterngeneration

Ka Germane
Schifft alane

LWR, EG

Scheißende und brunzende Roboter, das ist’s doch, worauf wir allesamt gewartet haben. Aber schön hinsetzen. Ja, bei Klein und Groß.

Mit Roboterinnen hat man weniger Probleme.

Das Wort Roboter entstammt dem Tschechischen.



zentriert 28.5.2022, 0:00

›Bis ins Letzte durchgestaltet‹, mehr, eine ›letzte, beeindruckende und bis ins Letzte durchgestaltete Aktion eines Künstlers‹ sei das Begräbnis Hermann Nitschs gewesen, lesen wir, und der Mund bleibt uns offen vor einer derartigen Determinationsmacht, über den Tod hinaus direkt in die behauptete Ewigkeit, was für eine exekutive Geisteskraft, bis ins Letzte, jeder Wimpernschlag, jedes Fallen frischgeföhnter Haarsträhnen aparter Ministrantinnen, das, wie wir erfahren, nur chaotisch erscheinende asynchrone Gehen der Katafalktragenden, annähernd so riesig wie weiland Kleopatras Prozessionswagen im beispielgebenden Monumentalfilm (1963), und dort haben sie bereits fast alles fast bis ganz ins Letzte durchgestaltet; bei Ben Hur (1959) haben sie noch eine Uhr übersehen, ein anagrammatisches Versehen.

Lasset uns also fürderhin nichts (Nichts) mehr dem Zufall überlassen. Morgen schon, mit dem Aufstehen, wolln wir anfangen.

Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Ewiglich.



progressiv 15.5.2022, 0:00

Nehammer mit 100 Prozent zum ÖVP-Obmann gewählt
orfon

Dieses indertat beeindruckende Ergebnis (wär’s nicht die ÖVP, müsste man es ein stalinistisches nennen, wir gratulieren!) bedingt nun aber nichts anderes, als dass die Ansage seines Vorgängers, der Politik endgültig und für immer entsagt zu haben, damit obsoletisiert wurde, mit Putz und Stingl. Weil das kann Er wahrlich nicht auf sich sitzen lassen, und keiner außer Ihm könnte das je noch toppen. 

Unter 120 Prozent kannst du nicht mehr Obmann werden, fürderhin, und wer mit dem Klatschen aufhört, dem wird die blasstürkise seidene Schnur gebracht.

Man nennt das die Abschaffung der Eiskalten Progression.



einmal nur 12.5.2022, 0:00

Elfter Mai. Für einmal nur sei die bescheidene Vorstellung ausgemalt, dass, eh nur der Bundeskanzler, eh nur bei einem Interview, einmal wirklich ehrlich antwortet, also nicht sagt, dass er jetzt ganz ehrlich sagt, was ist, sondern wirklich ehrlich: Dass ihn die Elli und die Schramböck voll anscheißen, dass sein Vorvorgänger im Kanzleramt es wieder nicht auslassen hat können, ihm einizuscheißen, dass ihm die Bünde- und Länderarithmetik der ÖVP voll aufn Arsch geht, und dass der Vorarlberger Landeshauptmann und sein Wirtschaftsbund samt ihrer auffällig zufälligen, turnusmäßigen Handy-Tablet-Laptop-Löschroutine niemanden für so blöd verkaufen sollen, das alles ernsthaft glauben zu wollen.

Dann würden wir einander fürderhin fragen: Wo warst du damals am 11. Mai?

So aber werden wir weiterhin nicht wissen, was wir am 11. Mai getan haben. Nicht im Österreich.



It ceased not to be  10.5.2022, 0:00

Vollständig rekonstruierte DNA: Lässt sich der Dodo von den Toten zurückholen?
derstandard.at

This is an Ex-Parrot
potentiell überholter Aussagesatz

Wenn man dann den Dodo aus dem Reich der Totenvögel zurückgeholt haben wird, wird man nicht umhin können zu sagen, dass die dereinstige Ansicht, der Spruch »Dead as a Dodo« sei das finalstmögliche Verdikt, lediglich eine vorläufige Wahrheit gewesen sei.

Es ist das Wesen jeder Wissenschaft, dass sie sich für überholte Erkenntnisse nicht zu schämen braucht. 

So ist es: Die Wissenschaft schreitet fort, sie beyondiert, gewissermaßen.



enterbt 25.4.2022, 0:00

Menschliches Erbgut komplett entziffert
orfon

Keine Sorge: Das macht die Notare dieser Welt nicht brotlos. 

Im Gegenteil. 

Nachdem es lange von allen Seiten umworben worden war, weil jeder als erster in seinen Besitz kommen wollte, war es nun still geworden um das menschliche Genom. Es hatte sich entschlüsseln lassen, und nun hatte es das Gefühl, es sei beraubt und ausgeweidet worden. Nicht Goldschmiede, Schlossermeister mit dem Wissen von Erfindern der Renaissance oder Leonardo da Vinci persönlich waren am Werk gewesen, sondern die Daten waren in falsche Hände geraten. Das Genom gab bekannt, es werde sich in den nächsten 21 Tagen wieder verschlüsseln. 
Angela Krauß, Im schönsten Fall



Error 404 26.2.2022, 0:00

In den nächsten eineinhalb Jahren wird Raiffeisen Oberösterreich bis zu 60 der derzeit 404 Filialen zusperren oder zusammenlegen. Wie viele Jobs betroffen sind, ist vorerst offen.
orfon

Wieder einmal lernen wir: Irgendeinen Ausweg gibt es immer, und am Schluss bleibt immer noch was offen.

(Wie legt man eigentlich eine Filiale zusammen? Wie ein Hemd? Socken?)

Einfältig, das.



mit Zinsen 18.2.2022, 0:00

Sau spazierte in Bankfiliale in Niederösterreich
orfon

Das Schwein an sich steht ja für die Mehrung des Glücks, und das nicht nicht nur (süß-sauer, chop-suey) in China. Auch hier, Zitat: »Nach dem Ausflug brachte sie am Bauernhof mehrere Ferkel zur Welt.« Was für ein Segen.

Gerne wird allenthalben über die (evidente) fortschreitende Verhausschweinung des Menschen geredet, geklagt, das auch. Die Vermenschung des Hausschweines, darüber müssten wir uns – aber bitte dringend! – unterhalten!



plusquamemm  15.2.2022, 0:00

Großlochkäse. Großlochkäse. Großlochkäse. Aaaahh! Was für ein Wort, was für ein perfektes Wort. Was sag ich: Das perfekte Wort. Der 73er unter den Worten. Großlochkäse. Sprechen Sie es laut aus, gemeinsam mit mir: »Großlochkäse.« Was für ein Hochgefühl!

In Wien beim Hofer haben sie keinen. Großlochkäse. Aber im Oberösterreich. (Nickt stanlaurelesk.)

Oberösterreich, Großlochkäseland. Obergroßlochkäsereich. Und der Landeshauptmann sein Großlochkäsehoch. Oberdreigroßkäselochhoch!

(Dabei ist der Großlochkäse doch gar kein Goaßkas nicht.)



lost/listen 12.2.2022, 0:00

Radstar Bernal hätte beinahe sein ›Leben verloren‹
orfon 

»What d’ya got to lose, ya know? You come from nothing, you go back to nothing. What’ve ya lost? NUFFING.«
Eric Idle als Stan (›Loretta‹), vom Kreuze herab (zu Brian)

Die Frage, die sich ergibt (beinahe bei Bernal ergeben hätte): Was wäre dann übrig geblieben? Also, außer einem einigermaßen zermerscherten Rennradl. 

Schrottmaschinen bei ihrer unerbittlichen gleichwie emotionslosen Arbeit zu beobachten, erzeugt ein merklich wohliges Gefühl umfassender Zufriedenheit: Eine einschlägige Videorecherche sei hiermit ausdrücklich empfohlen. Vom fröhlich ausleitenden Förderband lassen sich die Bestandteile bequem aussortieren, sei’s zur Wiederverwertung, sei’s zur Endlagerung.

Listen sind anzulegen und -wenden. Sonst kommst du da nicht raus. 



Vorhaben 23.1.2022, 0:00

The future’s uncertain 
and/but the end is always near/clear

The Doors/Status Quo

Se vogliamo che tutto rimanga come è, bisogna che tutto cambi. // Wenn wir wollen, dass alles bleibt wie es ist, ist nötig, dass alles sich verändert. 
Giuseppe Tomasi di Lampedusa

Im Radio kündigen sie eine Sendung an, die uns verraten soll, »wie Bhutan den Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft bewältigt.« Noch ist darüber nichts bekannt. Solange sich am gegenwärtigen Zustand nichts zu ändern anschickt, bleiben unsere Türen jedenfalls sperrangelweit offen. 

Es gibt zweierlei Spagat, einen für die Damen, einen für die Herren: Wir bleiben gespannt. 



Morgengrauen 22.1.2022, 0:00

Zukunft jetzt
zeitgenössische Initiative

Obacht ist geboten, denn nur allzuschnell bekommen wir dann die Vergangenheit morgen. 

Vor übermorgen wird gewarnt. Übermorgen, Pluralwort, zum Fürchten.



Alleinstellungsmerkmal 5.1.2022, 0:00

Thiem erlebte ein Jahr zum Vergessen
orfon 

Das woll’n wir jetzt einmal so stehen lassen.

Was wir indes brauchen sind Teamplayer: Erinnern wir uns später daran. 



Bumerang 3.1.2022, 0:00

Mit Pfeil verletzter Schwan geborgen
orfon

Gewiss! Im Fluge treff’ ich, was fliegt!
etwas voreiliges Erlegerbekenntnis

Wo bist du her? – Das weiß ich nicht. – Wer ist sein Vater? – Das weiß ich nicht. – Wer sandte dich dieses Weges? – Das weiß ich nicht. – Dein Name denn? – Ich hatte viele, doch weiß ich ihrer keinen mehr.
Schwanenerlegervernehmungsprotokoll (Version Bühnenweihfestspiel)

Somit kann das parsifalische Heilungswerk nun aufs Neue beginnen. Und der Gral ist auch nicht weit.

Wir aber sind indes beruhigt, der Schwan ward nicht erlegt, lediglich verletzt.

Üben, Bub, üben! Dann kehrt auch der Speer bald (keine zwanzig Jahr’) wieder zurück.



… aber jetzt! 24.12.2021, 0:00

Noch etwa 0 Tage
Downloaddauerhinweis

Wenn eine solche Meldung erscheint, dauert es in Oberösterreich (z.B. Christkindl) nu a Neichtl bzw., überall sonst (international übersetzbar), noch ein Weilchen, fürwahr. 

Soviel für heuer also zum Thema Weihnachten. Wie lange Alles Andere noch dauert, wird erst im Nachhinein gesagt werden können; dann aber werden wir es immer schon gewusst haben.



Dackelland 30.11.2021, 0:00

Opernball wackelt weiter
orfon 

Wackeln (oö.: ›im wiglwågl sei‹) ist die generelle Verfasstheit dieses Landes, und naturgemäß bildet das auch die Höchste Gesellschaftliche Repräsentanz ab, nachgerade verlustfrei, was auch sonst!? So wandeln wir wenig wacker wider widrige Zeitläufte. 

Den Blick auf die Welt aus operösterreichischer Perspektive nennt man Wackelblick. 

Weiter so.



überhaps 23.11.2021, 0:00

Ein Rückschlag nach dem nächsten für Biden
orfon 

Du musst nur die Laufrichtung ändern, (…)
Franz Kafka 

Wenn die Nachfolgenden (Worte, Schritte, Rüpel, …) sich allzusehr vordrängeln, nennt man das verhaspeln. Es erinnert an den Soziopathen, der bekanntermaßen nach dir ins Drehtürsegment steigt, jedoch, anstatt als nächster, vor dir ankommt. Vielleicht ist aber gar kein so großes Geheimnis dahinter, und er musste dafür lediglich die Umdrehungsrichtung umkehren.

Drehtürvordrängler. Moment, das war doch ein anderer, dieser Nächste Seiner Selbst.



Den Hals voll 17.11.2021, 0:00

Nordkorea hungert, das Volk soll schwarze Schwäne essen
kurier.at

Qu’ils mangent de la brioche!
Marie-Antoinette unterschoben

Der legendäre Tipp wäre (ein bonmot – eig. mauvaismot –, obzwar es sich wohl um eine – ein selbsterklärender Terminus – Wanderanekdote gehandelt haben mag): Kuchen. Das Problem dabei: Seinerzeit, vor 1789, bei Marie Antoinette, ging es auf den Umsturz qua Revolution zu. Was nun aber tut ein glorreiches Land mitsamt seinem jugendlichfeisten -esvater, in welchem die Revolution (und damit das Volk selbst!) per definitionem regiert, weshalb alles, was sie (die Revolution und ihre Verweser) bzw. es (das Volk; repräsentiert von den Verwesern der Revolution) macht, per se frei von Fehlern ist.

Papst müsste man, müssten alle sein, nicht nur wir.

Zum Ende des ersten Bandes seiner Kulturgeschichte der Neuzeit erzählt der große Egon Friedell, dass Louis Seize am Tage der Revolution in sein Jagdjournal (er ging auf Enten – seit Hans Christian Andersen sind das junge Schwäne) das lapidare Wörtchen »rien« (»nichts«) eintrug. Das Nichttreffen mochte wohl zutreffen, welthistorisch erwies sich das Notat, was die Tragweite der ansich unbedeutenden Erstürmung der Bastille betreffen sollte, als verhängnisvolle Fehleinschätzung, die wiederum jedoch, so Friedell, die durchunddurchig mediokre Persönlichkeit des Monarchen nachgerade idealtypisch abbildete.

Merke: Von Repräsentieren kriegt kein Volk seinen Hals voll. 



Zur Sonne! 1.11.2021, 0:00

Photovoltaik-Förderung wird aufgestockt
orfon

Wir graben den Schacht von Babel
Franz Kafka

Freuen wir uns, gar am Allerheiligentag, wenn wir uns nach oben hin ausrichten dürfen.

In früheren Zeiten ging ja die Förderung von Energieträgern in aller Regel untertagwärts.



weiß nicht 30.10.2021, 0:00

In Norditalien begann Skisaison mit grünem Pass
orfon

Ach Grün, du böse Farbe du
Wilhelm Müller

Es deutet auf wenig Vertrauen in einen schneesicheren (oder schreibt man Sknee?) Winter hin, ihn ausgerechnet mit dem Grün, das wir doch gemeinhin mit ausgeaperten Wiesen assoziieren, zu verpassen.



Lebensabschnitt IV 22.10.2021, 0:00

Wer sich gesund ernährt und regelmäßig bewegt, hat gute Chancen, auch die Zeit nach der Pension noch aktiv gestalten zu können.
Ankündigungsdurchsage, Radio Österreich 1

Also doch. Das Beruhigungsgeschwafel vor jeder Wahl von der angeblichen Gesichertheit Aller im Alter hat eh keiner wirklich geglaubt. 

Wann wollen wir wieder wählen? (Einen ganz einen Jungen, immer wieder, bis wirklich alle speim.)

Wieviele Monate dauert Ihre Pension? Welche Aktivitäten wollen Sie hernach setzen?



Jungspund’ (Pluralwort) 5.10.2021, 0:00

Im Pensionistenverein gibt es ein Tabu, das aufs heftigste gepflogen wird: Das Altsein. In panischer Agilität werden Veranstaltungen durchgeführt, in deren Mittelpunkt, wogegen es nichts zu sagen gibt, die Geselligkeit steht: Stelzenessen, Wandertag mit Jause, Betriebsbesichtigung mit Verkostung und Jause, Ganslessen mit Schnapsl. Auf den Seniorenteller wird sowas von gepfiffen. Es gilt, vom Damals zu schwadronieren und die Behauptung aufrecht zu erhalten, seit eh und je und insbesondere jetzt in der Pension, wo wir endlich Zeit haben, der Welt einen Haxen auszureißen: Was sind wir doch für Kerle! 

Alle paar Jahre übernehmen die Jungen das Kommando, wenn die zuvor Jungen plötzlich doch nicht mehr ganz so junggeblieben sind, wenn sie halt zu alt für die Pensionisten geworden sind. Das gibt’s nämlich. Weil die, die zu alt für uns sind, auf die wir Rücksicht nehmen müssten, die gar krank sind und nicht mehr ihren Herzzucker beiseitedrücken wollen oder können, deren statistisch relevante und also merkbare Dementierung voranschreitet und die nicht nur angesoffener inkontinent sind, die wollen wir bitte nicht bei uns, und eine Stelze geht noch. Ja damals.

Pensionisten (organisierte) werden nicht alt. 

Nun sind die Eltern seit gut fünf Jahren also Postpensionisten, und von denen ist keiner noch zurückgekehrt. Was sollen die eigentlich tun (außer sich auf den Partezettelaushang schleichen)? Abwarten.



günstlig 17.9.2021, 0:00

Parlamentarier-Weltkonferenz beginnt in Wien
orfon

Was für eine ideale Gelegenheit, Partnerschaften zu knüpfen!

Mo-ment!, die müssen doch alle von jemandem beraten werden! Vielleicht hat ja Dr. Alfred Gusenbauer noch ein paar Termine frei. Nnnein, privat, nicht auf Kassa; auf Kassa heißt’s warten, weltweit, immer.



… und retour! 27.8.2021, 0:00

Kaisergeburtstag (der 191.). Knapp nach neun wird gemeldet, dass mit dem 26. Oktober das 1-2-3-Ticket bundesweit startet. Es wird zwar jetzt KlimaTicket heißen, in unser aller Herzen hat es sich aber mit dem infantilbequemen 1-2-3 von allem Ankündigungsanbeginn an fest verankert. 

Kann es im Österreich eine symbolträchtigere Einheit geben, als die Spanne vom segensreich-einen Kaiserreich bis hin zur zweiten Republik! Ab dem Nationalfeiertag fahren wir alle von Westen nach (vorläufig noch nicht ganz so) Osten, jederzeit und sooft wir wollen! Und retour! Wie wir sehen, beherrscht auch die grünbewegte Regierungspartei die politisch so wichtige Kunst der symbolträchtigen Gesamtumarmung durchaus aus dem Effeff.

Nicht auszudenken, bestünde noch die der heutigen vorausgegangene Regierung! Dann müssten wir bis zum 20. April warten. Dafür wäre wohl aber auch der ganze Osten dabei, bis zum Ural.



aufstrebend 24.8.2021, 0:00

Zuschussüberschuss
bürokratisch korrekte Formulierung

Man kann nicht nicht kommunizieren 
Paul Watzlawick

Das Leben, ein Weben: Schuss und Gegenschuss. Ahnein, das heißt ja Schuss und Kette. Schuss und Gegenschuss, das gibt’s beim Duell, Morgengrauen und so.

Was nicht alles dialogisch passiert. 

Wer früher stirbt, ist länger tot.

Abgerechnet wird nach dem letzten Schluss.



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