ehemalig 19.1.2021, 0:00

Alles ist eitel!
nach Gryphius nach Kohelet

put put put
Glücksvogerlherbeiruf (engl. Verb)

Die Ehe einer gewesenen Außenministerin hat, wie wir eben im Rahmen der Berichterstattung über einen Prozess erfahren mussten (man einigte sich, so ein Glück, außergerichtlich), kaum länger als die Funktionsperiode der damaligen Regierung – jetzt kommt das Verb! – gehalten. Das tut uns von Herzen leid, und noch mehr betrübt, dass, wie sich gezeigt hat, nicht einmal die stiftende Präsenz (nennen wir’s eine Patenschaft) des aufgrund einschlägiger beruflicher Erfahrung perfekt deutsch sprechenden russischen Präsidenten langjähriges (ewiges!) Glück zu gewähren vermochte. 

Finale Sicherheit gewähren allein bei Begräbnissen zelebrierende und/oder nekrologierende Höchste Würdenträger; man kümmere sich um sie beizeiten.



fahrenheitlich? 16.1.2021, 0:00

Beobachter rechneten – auch aufgrund der extrem niedrigen Temperaturen – mit einer geringen Wahlbeteiligung
orfon

Für wahre Demokratien (etwa, wie hier, kasachischen Zuschnitts) ließe sich eine prima Formel zur Wahlbeteiligung aufstellen, direkt vom Wetter abgeleitet. Pro Grad 100 Prozent, das wäre die Grundformel, die je nach Jahreszeit an der Skala verschoben wird. Es soll nicht zu kompliziert werden, deshalb scheint es für die Regierungspartei und ihren Vorsitzenden legitimationsmäßig empfehlenswert, sich eher im Sommer wählen zu lassen. Dabei wird strenge Obacht zu üben sein, damit nicht unglaubwürdige Ergebnisse herauskommen. Das begänne bei etwa 110 Grad. 

Ach, dieser Klimawandel!



angebrochen 12.1.2021, 0:00

›Last Christmas‹ erstmals an der Spitze britischer Charts
orfon, 2.1.2021

Die Letzten werden die Ersten sein
orig. Jesuswort, ca. 32 n. Chr.

Keine zweitausend Jahre nach der Bergpredigt ist es nun also soweit: Das Himmelreich bricht an. Und ein Wort, das im Englischen gefehlt hat (wir wussten’s bislang nicht, nun aber erkennen wir), muss schleunigst (rechtzeitig!) eingeführt werden: Allerlast. The (sprich: »ði:«) Allerlast.

Alles indes dauert noch.

Fortsetzung folgt. 

Gna-den-los.



Santi subito 8.1.2021, 0:00

Leopold Figl soll seliggesprochen werden 
vorweihnachtliche Agenturmeldung

Postulator im Prozess ist der lokal zuständige Bischof in St. Pölten, Schwarz mit Namen, was aber eher nach dem – wesenswichtigen! – Amt des Advocatus Diaboli klingt, zugleich war es dereinst die alleinseligmachende Nichtfarbe des selig Verewigten politischer Partei, nach der im Weltall Löcher benannt sind: Allein der Umstand, dass Figlselig Gründer der Schwarzen und Wiedergründer des insbesondere in Niederösterreich völlig überparteilichen Bauernbunds war, müsste schon als hinreichend für seine Kanonisierung angesehen werden.

Wobei, einen Hl. Leopold gibt es in Niederösterreich bereits, noch dazu als Landespatron. Man hätte also Bischof Schwarz besser nicht aus Kärnten hinwegloben sollen. Dort wäre ein Märtyrer sonder Art heiligzusprechen gewesen, per Subitosantoakklamation. 

Nun, dieses Zeitfenster scheint sich geschlossen zu haben.



noch besser 31.12.2020, 0:00

Es war ein gutes Jahr. 

Wieder wurden die zahllosen, vom Kameraauge meines Tablets heimtückisch aufgenommenen Videos, in denen man mich, als Hauptdarsteller meiner selbst explizite Filmchen betrachtend, heftig Hand an meine Mitte legen sehen kann, an sämtliche in meiner Adressdatei gespeicherte Kontakte nicht versendet, und das, obwohl ich nicht fristgerecht die 3.000 Dollar in Bitcoins bezahlt habe. 

Auch meine Festplatte (eig. die meines Computers) wurde nicht verschlüsselt, und auch hier habe ich nicht fristgerecht überwiesen, noch dazu unter Ignorieren der wahrlich horrenden Verzugszinsen.

Das Jahr hat so viele Möglichkeiten geboten. Ich kann jederzeit alle ennuyierten Singlefrauen mit Tagesfreizeit in der Nähe (Google weiß gottlob stets, wo ich mich befinde; ich weniger) kontaktieren. Egal wo ich gehe, es blinzeln mich alle permanent an, jedoch geht mir keine über Julia aus meiner Umgebung, die fast täglich mein Profil besucht: Mit ihr im Talon bin ich für alle Eventualitäten gerüstet, wenn die Singlefrauen dann doch keine Zeit haben sollten, was ja, obwohl in höchstem Maße unwahrscheinlich, immerhin passieren kann. 

In welcher Epoche war die Menschheit derart von einem Ring aus garantierten Sicherheiten umgeben wie der unsrigen? Ich sag’s ja: Es war ein gutes Jahr. Als nächstes nehme ich mir die Business-Opportunities vor, wie sie täglich hereintrudeln; das Investment Project von Herrn Mr. Richard Sun from Hong Kong erscheint mir am erfolgversprechendsten, es steht fifty-fifty, denn er hat außer mir nur Roger Jones angefragt, und he!, mit dem werde ich wohl noch fertigwerden! (Unter uns: Es geht um Mil-li-ar-den!)

Und auch den 5G-Chip, den mir Bill Gates bei der, wie sich herausgestellt hat, erfreulich nichtflächendeckenden angeblichen Testabstrichnahme mittels eines als Wattestäbchen getarnten Applikators in der Nasenhöhle verankern hat lassen, kletzl ich mir heute noch mit meinem inzwischen von mir gezielt wachsen haben lassenden Nagel am Kleinen Finger meiner linken Hand geschickt schraubschabend aus dem rechten Nasenloch. Was wird es denen krachen in ihren Wanzenkopfhörern! Von wegen, schickst du mir eine Ansichtskarte, wenn du oben bist? Nasenbohren ist Wi-der-stand!

Nächstes Jahr wird alles besser.

Noch einmal viel besser.



Haarende 24.12.2020, 0:00

Vor Weihnachten: Es könnte knapp werden mit dem Friseurtermin
kurier.at

Das nun also auch noch. Jetzt reicht’s aber wirklich end-gül-tig! Lediglich des Verfassers (mittlerweile recht dünne) Schicht disziplinierter Zivilisiertheit beim Niederschreiben und Freischalten eines Texteintrags in diesem historischen Diarium erspart den p.t. Lesenden einen Schwall touretteartig herausgeworfener Fäkal- und Genitalausdrücke. Damit Sie sich nicht (weiter) die Haare raufen müssen, machen Sie doch das letzte Türl auf in Ihrem Adventkalender, und siehe da: Wir haben wieder Zeit, ein ganzes Jahr!

Wieder Zeit, so lange Zeit, Zeit, so lange, bis Gras über die Sache gewachsen sein wird.

Wir harren der Dinge: Es ist immer vor Weihnachten. Außer eben heute.

(Es geht, generell, um gezielte Umnachtung.)



leb endig 21.12.2020, 0:00

Tot denn alles, alles tot
König Marke 

Soso, die kommende Pressesprecherin des Weißen Hauses will sich also insbesondere für die jungen Kinder stark machen. Wer will und wird dann bei unsereins alten Trotteln noch schwach werden? Indes, man wird uns dereinst auf Händen tragen. 

Im hohen Alter verkinden wir stark, und die Hoffnung stirbt zwar zuletzt aber schließlich doch.

Soviel ist sicher.



Parallelschwenk 18.12.2020, 0:00

Pertl verpasst Parallel-Podest knapp
orfon 

Schifahrer leben an sich in einer Parallelwelt. Schielende Schilegenden enden zwischen allen Stühlen, welche hier Stangen und Tore sind.

Absturz dräut: Auch die Expedition auf die beiden Gipfel des Mt. Kilimanjaro (ein Schwank) musste seinerzeit scheitern.



Pflegscharen 15.12.2020, 0:00

Arbeitslose werden zu Pflegern umgeschult
orfon

Die Großwetterlage (wirtschaftlich; human) ist ja, abgesehen von über billiges Lippenpathos hinausgehender tätiger Wertschätzung, gegenwärtig eher nicht eine den Pflegefachkräften Wind entgegenblasende, weshalb auch der Aktionspfeil eine unumkehrbare Vektorausrichtung verpasst bekommen hat müssen.

Die Umschulung auf Arbeitslose/r ist und bleibt jedoch mit Abstand die schwerste.



hochpotent 14.12.2020, 0:00

Biden: Klimaschutz mit Wermutstropfen 
orfon

Wir haben es immer gewusst: Oft einmal sind die kompliziertesten Probleme am einfachsten zu lösen. Nach dem Gordischen Knoten nun also der Bidensche Tropfen.

Wer mutig ist, gelangt zum Durchbruch! Dafür muss es zumindest drei Nobelpreise zugleich geben, genauer bedacht eigentlich alle (außer Literatur). Die Homöopathie hat also, in großem Maßstab, obsiegt! (Ein Wort mit derart biblischer Wucht ist hier gerade groß genug.) 

Zur Vorbereitung der liturgischen Gestaltung einer angemessen weihevollen Applikationszeremonie (des Tropfens, am Klima) werde fieberhafteste Geheimdiplomatie betrieben. Was (auch theoretisch!) nicht mit Verschwörungen irgendwelcher Art gleichzusetzen sei: Für diesmal sei mit zumindest passiver Kooperation aller einschlägig besorgten Bürger zu rechnen, wird weiters verlautet.



wunderwonder 8.12.2020, 0:00

Sie werden sich noch wundern, was alles möglich ist!
Hofer

Tourismus hofft auf Weihnachtswunder
orfon

Jaja, schon gut. Hoffen dürfen sie, hoffen dürfen alle. Kann ja sein, dass sich manches fügt, so oder so. Es ist doch so viel möglich. Einschränkend eingeräumt werden muss allerdings, dass viele Wunder nur bis zu ihrer naturwissenschaftlichen Entzauberung als solche bestehen können:

Was an Wahrheit gerettet wird auf dieser Welt, wird an Magischem eingebüßt.
Albert Vigoleis Thelen

Anders gesagt: Wunder, Leute, Wunder gibt’s nicht!

(Wer dran glauben will: Bitte, gerne! – Es ist ja so viel möglich. Aber immer schön den Kausalitäten nach.)



Heidenchristen? 4.12.2020, 0:00

Hugin und Munin müssen jeden Tag
Über die Erde fliegen.
Ich [Odin] fürchte, dass Hugin nicht nach Hause kehrt;
Doch sorg ich mehr um Munin.
Lieder-Edda (13. Jhdt.)

Seine Raben beide sandt’ er auf Reise:
kehrten die einst mit guter Kunde zurück,
dann noch einmal, zum letztenmal,
lächelte ewig der Gott.
Waltraute, in: Richard Wagner, Götterdämmerung (19. Jhdt.)

Fliegt heim, ihr Raben!
Richard Wagner, Götterdämmerung (19. Jhdt.)

Denken und sich erinnern, darum geht’s wohl grundlegend im Leben, und gegen Ende lässt beides, oftmals rasant, nach, das Denken vor allem, und nicht minder prekär das Erinnern (des Kurzvergangnen, nicht der frühen Jahre, an die das Vergessen bald wie täglich spiral sich beschleunigend herannagt).

»Denken« und »sich erinnern« ist auch die Bedeutung der Namen der beiden Odin/Wotan zugeordneten Raben Hugin und Mugin. … Was aber soll es nun bedeuten, dass auf dem Portal der brutalistischen Maria-Namen-Kirche in der Hasnerstraße, Wien-Ottakring ausgerechnet zwei Krähenvögel Wache halten? 

Was denkt sich Hugin, wessen erinnert sich Mugin? 

Gibt’s was zu denken oder zu erinnern? Dass just eine Gemeinde, die sich insbesondere der polnischen und spanischen Christen annimmt (beides keine traditionell unkatholischen Weltgegenden), sich derart heidnisch gebärden muss?



Wisser ’20 26.11.2020, 0:00

Was gibt es denn Langweiligeres, als im Reisebüro einen Abenteuerurlaub zu buchen, anstatt allein in die Wildnis zu gehen?
Xaver Bayer

Die Letten werden die Esten sein
Erstes Wiener Heimorgelorchester

Aber das Reisebüro ist doch die Wildnis! Man stelle nur einmal sommers sein Rad links vom Eissalon am Schwedenplatz ab, beziehe sein Eis (Haselnuss-Cremango) und äse eisessend die Auslage entlang. Ein einziges Abenteuer, vor allem in den Polargebieten!

Xaver Bayer, diesem Wisser, sollte das doch bekannt sein!



vorletztlich 19.11.2020, 0:00

We put the fun in funeral
Werbewahrspruch, Bestattung Wien

Sich etwas zuunterst auf die Todolist setzen
mau ambitionierter Vorsatz

Todolist. Wir wollen dieses überaus hässliche Wort einmal aussprechen, als wär’s dem Deutschen entstammend (vermutlich maskulin): Der Todolist. Es muss sich um einen ungenießbaren Pilz handeln, den Tod hat er schon in seinem Namen eingeschrieben. Wer vom Todolist gekostet hat, steht unter seiner Knute, lebenslang: eine irreversible Infektion.

Der alte Bialetti (der Erfinder; nicht sein Bub, der Vermarkter, der sich, also seine Asche, in einer Makro-Moka bestatten hat lassen) hat ihm (dem Todolisten) sein persönliches Schnippchen geschlagen und sein Leben, was die zeitliche Ausdehnung betrifft, voll (völlig!) ausgekostet: Geboren zu Neujahr, gestorben an einem Silvestertag. Für an einem ersten Jänner Geborene (und nur für die!) könnte es nun ein (tunlichst unverbissen) anzulegendes Spiel mit dem Tod sein, das mit exakt jedem ersten mitternächtlichen Pummerinschlag in seine einjährige Verlängerung zu gehen hat. Der Wichtigkeitszuordnungsvorschlag für diesen einigermaßen exklusiven Vorsatz ist oben abzulesen. Menschen gibt’s ja, die tun sowas. 

Interessant wäre, welches Vorhaben an der vorletzten Stelle dieses letztlich monströsen Mau-Mau-Spiels lauert.

Soviel also zum 19. November, meinem persönlichen Allerheiligentag. (Morton Feldman auf die Frage, warum er komponiere: »Aus Trauer über Schuberts Tod.«)



unwiederbringlich 17.11.2020, 0:00

Heintje trauert um Mutter
orfon

Immerhin, die – zugegeben: herausgepickten, ihres Kontextes beraubten – Zeilen »Du wirst doch nicht um deinen Jungen weinen« haben sich nun auf traurigste Weise bewahrheitet: Herr Hein weint um seine Maama. Zwar haben wir immer gewusst, dass es wohl einmal so kommen würde müssen, aber den Gedanken nur an die Möglichkeit in dumpfer Panik stets weit von uns gewiesen. 

Unser aller Kindheit ist nun endgültig vorbei.



alles erlaubt 8.11.2020, 0:00

Künstlerische Darbietungen ohne Publikum bleiben weiterhin erlaubt – unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln. 
Verordnungsentwurfsdetail

Wir haben es gelernt und verinnerlicht: was im Österreich nicht ausdrücklich erlaubt ist, ist verboten. Höchstwahrscheinlich sogar streng (strengstens) verboten. (Schdrenxdenz verbotten, im Oberösterreich.)

Dringend zu klären wäre die Frage, was denn nun eine künstlerische Darbietung sei. 

Also, erstens: Darbietung (ohne Publikum) und, zweitens: künstlerisch. Wann also bietet jemand etwas dar (ohne Publikum; unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln), bietet gar sich dar (ohne Publikum; unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln)? Es muss sich um eine Art religiösen Akt handeln: wir haben es mit Hingabe zu tun (ohne Publikum; unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln). Darf sich vor dem Spiegel dargeboten werden? Wär’s gar Eitelkeit? (…)

Zweitens: künstlerisch. Was lässt sich für künstlerisch erklären? Welcher Behauptungskraft bedarf es? Wer bewertet es? – Wir brauchen Kommissionen!

Kehren wir zur urösterreichischen Kernprämisse zurück: Was nicht erlaubt ist, ist, grundsätzlich!, verboten, wo kämen wir da sonst auch hin? Das betrifft nun alle Lebensbereiche. Nahrungsaufnahme. Ihre Verstoffwechselung. Die Ausscheidung. Triebhaftes Sichausleben (unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln; ohne Publikum). Künstlerische Gestaltung vom Akt des Ausscheidens wurde längst in den Kunstkanon aufgenommen, sowas lockt heutzutage keinen Hund mehr hinterm Ofen hervor. Und beim triebhaften Ausleben (ohne Publikum, vollhygienisch) verhält es sich wohl ähnlich.

Es bleibet also unermesslich viel Raum zum individuellen Ausgestalten (ohne Publikum; unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln). Das nennt man dann die österreichische Realverfassung. Nun in notorisch Neuer Normalität.

Was haben wir’s doch gut, dass wir das Volk der Tänzer und Geiger sind: Alles Künstler! Und Spitzenportler, das sowieso, insbesondere winters. 

Eines Tages wird wieder ohne Einhaltung jedweder Abstands- und Hygieneregeln vor Publikum gekünstelt und sich dargeboten werden. Und wir freuen uns alle schon sehr.

(In der Zwischenzeit wird eifrig geübt. Schließlich ist man ja, kulturverliebt, von Systemrelevanz.)



hyperbrush 6.11.2020, 0:00

3 – 2 – 1 – Ignition … and Lift-off
final countdown, Raumfahrt (amerik.)

Trump verwechselt Hyperschallrakete mit elektrischer Zahnbürste
derstandard.at

Bitte, wem kann sowas denn nicht passieren? Hat ja jeder von uns schon einmal was verwechselt. Und dass Herr Trump völlig unverhofft nachgerade poetischer Sidesteps fähig ist, lässt ihn beinah in einem milderen Licht erscheinen. 

Ijon Tichy, Held von Kosmos, grüßt aus seiner Rakete, die ja von außen auch irgendwie wie eine – Achtung, Zauberwort! – Pressstempelkanne aussieht. Und alle Hoffnung fürs Universum ruhet auf ihm. 

So heb doch schon ab!

Jetzt heißt es hoffen.



turnaround 31.10.2020, 0:00

Alternsforscherin erklärt, warum wir immer jünger werden
kurier.at

Hat es dereinst geheißen: »an den Kindern sieht man’s«, so hat sich dieser Spruch gewandelt. Wobei, die Eltern durchs hohe Alter (in Richtung ewige Jugend?) begleitend, kann ich bislang wenige Aspekte erkennen, die eine solche Behauptung fundiert belegen würden. 

Blöd sind wir alle ein Leben lang, und das Herz, es bleibet jung ewig. 



vorzügliche Chance 30.10.2020, 0:00

ÖBB wollen mit Nachtzügen Frühflügen Konkurrenz machen
orfon

Nachtzüge kommen in aller Regel früh an, oftmals sehr früh. Früher kamen sie noch früher an als heutzutage. 

Fliegt man mit Frühflügen, muss man noch viel früher zum Flughafen, sodass man selbst im tiefen Winter schon um 6 Uhr den Eindruck gewinnen muss, es sei bereits hoher Vormittag.

In manchen Regionen Deutschlands sagen die Leute Flanze, Schangse, Schemie oder aber auch Fluchhafen. Von Bahnhöfen ist entsprechendes nicht bekannt. 



Wechselstrom, abisoliert 25.10.2020, 0:00

Stromleitungsgegner beenden Hungerstreik 
orfon

Hämelos, sei’s doch gefragt: Akku leer?

Man vergesse nicht auf die vielfältigen Möglichkeiten (Potenzialitäten) von Dynamos. Also Leutchen: wechselt euch ab! Wird schon wieder!

Materialien gibt es, die brauchen keine Stromleitungsgegner. Man nennt sie IsolaToren.



cliffoff 23.10.2020, 0:00

Traumfinale
Begriffsprägung

Knapp vorm Aufwachen ist’s am spannendsten. 

Jede Fortsetzung muss neu erträumt werden.



Frittieren ohne Fett? 20.10.2020, 0:00

Team Strache will bei Wahl in Oberösterreich antreten, aber ohne Strache
derstandard.at

Mit THC, aber ohne berauschende Komponenten (H, C) … au fein, das werfen wir ein!

Hmm… 

… Waschen ohne Wasser? …
… Bungeejumping ohne Seil? …
… Butan ohne Gas? [replace]

(THC, Equilibristen allerhöchster Ordnung.)



Aufschub, prä-final 19.10.2020, 0:00

Neuer James-Bond-Film auf April 2021 verschoben
Agenturmeldung

Einmal täte ja genügen, jedoch: no time for No Time To Die: Zum Sterben (als Agent; als von Agenten beamtshandelte/r) ist es immer die falsche Zeit; wenn auch, insbesondere in bondis, gelten mag: You Only Live Twice.

Mit diesem kleinen, zugleich opulenten Ohrwurm wünsche ich Ihnen nun einen feinen – und sicheren – Tag. 

Irgendwo lauert immer einer.



eggjogg 16.10.2020, 0:00

Wohl mag es hierlogs eher unüblich sein, aber was soll’s: weiter mit den Schwänen. Heute kommt aber kein heilig abstürzender Parsifalschwan und erst recht kein lohengriner Schleppschwan daher. Indes, vom Gewässer gehen die Anstellungen doch aus, was aber nicht besonders originell ist bei Wasservögeln: An der unteren Steyr, bei der Schwarzen Brücke, wo der Papa seinerzeit seinen Fiat (der 850er war’s) schamponiert hat, und keiner hat sich was gedacht und warum auch.

Ein Schwanenpaar hat heuer fünf Junge durchgebracht. Mittlerweile haben sie das komplette Ausbildungsprogramm fertig absolviert, bis zum Fliegen, und sie sind fast schon reinweiß. Alle Fünfe!

Sind das jetzt Fünflinge? Wie ist das überhaupt bei den Vögeln? Gibt es bei Vögeln Zwillinge, Drillinge, Vierlinge, Fünflinge? Eineiige? Fünfeiige? Gemischteiige?

Was man sich so alles denkt beim Joggen. 

Die Pure Meditation.



42 nach 18 14.10.2020, 0:00

echt siech
ächz ich
sechzig

Ernst Jandl

Ächzen. Kräftig ächzen. Heftiges Ächzen. Bei jeder beugenden Bewegung, bei jeder streckenden Bewegung: heftig ächzen.

Aber immer voll ironisch.

Derweil (37 nach 18), fast immer.



fundamental 12.10.2020, 0:00

Römische Mauern bei U-Bahn-Ausbau gefunden
orfon 

In Wien! Das ist doch bitteschön keine Sensation! Wie aber wäre es, fänden sie in Rom wienerische Überreste, Artefakte!?

Die Geschichte muss beständig neu geschrieben werden. 

Jetzt geht’s ab, Richtung Zukunft!



Labilitätspakt? 7.10.2020, 0:00

Anschober: Stabilität erreicht, Halbierung angestrebt
orfon

Allzuviel ist ungesund: Geht’s dem Esel zu gut, geht er aufs Eis tanzen, heißt es. 

Im Französischen gibt es zwischen invalide (unwert) und valide (wert), in der Mitte, den semivalide (den Halbwerten). Wird Zeit, dass sowas auch bei uns implementiert wird, von welcher Seite immer.

Flamingos können Stunden auf einem Bein verharren, in dieser Position sind sie alles andere als labil.



dauernd 3.10.2020, 0:00

»Und morgen?«, fragt das Vorschulkind (Brille, abgeklebtes Auge) im Zug die Mutter, immer wieder, und immer im gleichen Tonfall. Das dauert die Leute, unhörbare Unruhe im Waggon keimt, Gefahr. Die Mutter tut dennoch gut daran, die Frage beharrlich zu ignorieren, jede Antwort zu verweigern: was können wir schon wissen?

Und heute?

Es dauert.



Präzisierung 1.10.2020, 0:00

Heim-EM im Segeln wichtige Standortbestimmung
orfon

Einzig fest an einer verankerten Boje verzurrt lassen sich valide Ortsangaben machen. 

Wer wird Sieger? Wo genau?



unaufhaltsam 30.9.2020, 0:00

Starkregen als Mittel gegen Trockenheit
orfon

Immer wieder wissen die angewandten Wissenschaften mit unkonventionellen Ideen zu faszinieren. Gespannt warten wir auf zahlreiche Spin-Offs.



Blaumäuse 25.9.2020, 0:00

›Ibiza-Video‹: Ermittlungsstopp zu FPÖ-Vereinsspenden
orfon

Lokalaugenschein im Defereggental, Pension Edelweiß. Ein in seiner Umgebung schlichtes Häuschen, man könnte sagen liebenswert-ärmlich: Da ist nichts zu holen. Lediglich ein paar Motorräder mit UU-Kennzeichen davor, am Solder, müde lederne Graurücken (Silber- wäre euphemistisch). Ansonsten nichts verdächtiges weit und breit.

Da wird sich wohl jemand finden müssen, der eine Spendenaktion aufzieht. 

Das Gold ist immer verborgen, am Horizont ein Schimmer.



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