zwielichtig 31.7.2021, 0:00

Hüte dich, sei wach und munter!
Joseph von Eichendorff (via Robert Schumann)

Mir träumte, Kim Jong Un sei plötzlich und völlig unerwartet über Nacht verstorben. Eine große, übergroße Ratlosigkeit sei um die Welt gegangen, was jetzt werde mit der Erde, als wäre Kim Jong Un die Schlüsselgestalt aller Weltenlenkung und nicht etwa die Freimaurer, Bilderberger, das Weltjudentum: letztlich Bill Gates.

Hüten wir uns.



alla breve 26.7.2021, 0:00

kurzficker
dr. kurzficker
dr. dr. kurzficker
univ. prof. dr. dr. kurzficker
univ. prof. dr. dr. dr.h.c. kurzficker

Ernst Jandl: Idyllen (1989)

Der Heilige Ernst sagt es uns unübertrefflich pointiert: Egal, was aus uns geworden sein mag, wir bleiben, was wir sind. 

Dies als kurze Annotation zu manchem hierblogs vorangegangenen Eintrag.



Höhepunkt 22.7.2021, 0:00

Nußbach wird im September zum Nabel der Faustballwelt
nachrichten.at

Bekanntlich befindet sich der Nabel oberhalb der Gürtellinie. Nach dem September drohen jedoch weitere, dann auch explizite Tiefschläge: Jedem Gipfelerlebnis folgt notwendig der Abstieg.



abtauchend 18.7.2021, 0:00

Die Zahl der Schwimmbäder in Österreich sinkt
derstandard.at

Es wäre ein Trugschluss, anzunehmen, dass – bei abnehmender Gelegenheit – damit proportional die Zahl der Ertrinkenden zu den gleichermaßen Sinkenden gehöre: Gehen wir eben woanders baden. 

Und munter unter: Bei uns Kindern war das beliebteste Becken im Steyrer Stadtbad das kühlere, dunkelblaue Tauchbecken, mit seinen drei pastellfarbenen Betonringen zum Durchitauchen. Durch seine Glaswand mussten wir für unseren Wagemut von allen, die sich beim Buffet um ein Wafferl anstellten, bestaunt werden.



Rotverschiebung 14.7.2021, 0:00

Rotlichtszene im Wandel: »Das Bordell ist eine Auslaufmodell«
kurier.at

Also doch die Mafia, denkt sich der Leser, stellt sich das Zitat, damit es als grammatisch korrekt gedacht empfunden werden kann, mit diesem anheimelnden Deutschitalienisch vor, wie wir es von bayrischen Fußballtrainern kennen, und bald haben sie wohl fertig mit die Bordellen.

Was aber, wenn sich einmal alles, was zweifellos geschehen muss, ins Infrarot verschoben haben wird? Wie kann man diesen speziellen, bedarfssexuellen Dopplereffekt vorausberechnen? Wie lenken und – gestalten? 

Für die Wissenschaften tun sich da ganz neue Anwendungsgebiete auf, und sie werden einen großen Zulauf erleben. Zulaufhäuser, genau.



kaum gaumig 10.7.2021, 0:00

Technisch gelingt ihm alles makellos, der dritte Aufzug mit seinen nicht enden wollenden vokalen Leidensvariationen gelingt Kaufmann glänzend. In den ersten beiden Aufzügen schleicht sich bisweilen sein einschlägiges gaumiges Timbre ein.
derstandard.at

Jonas, meine Batterie lässt nach
Jonas, meine Batterie ist alle
Jonas, ich habe keine Batterien mehr
Jonas …

Frank Zander, Der Ur-Ur-Enkel von Frankenstein (1974)

Jeder Verfall fängt in aller Regel ganz harmlos an. Zum Ende hin aber wird es – zunächst unmerklich, dann immer beschleunigter – langsamer und tiefer. Das schlägt dann schon ordentlich ein. 

Noch aber – und hoffentlich lange noch – ist es nicht so weit. Soll aber keiner nachher sagen, wir hätten es nicht bemerkt.



Alte Knaben 9.7.2021, 0:00

There are known knowns; there are things we know we know. We also know there are known unknowns; that is to say we know there are some things we do not know. But there are also unknown unknowns – there are things we do not know we don’t know.
Donald Rumsfeld (nach 2001)

Donald Rumsfeld ist tot. Wir erinnern uns an einen US-Verteidigungsminister mit idealtypischem Namen, Rrrumsfeld – und es ist Ruhe im Kartong!, vor allem aber an einen (möglicherweise unabsichtlichen) Erkenntnisphilosophen erster Ordnung.

In nicht allzulanger Zeit werden auch Nachrufe auf Henry Kissinger (*1923) auszubringen sein. Wir harren neuer Erkenntnisse, von denen wir noch gar nicht wissen, dass wir sie nicht wissen.



-kch! 4.7.2021, 0:00

GPS-Tracker aus Tirol erschwert Diebstahl von E-Bikes
orfon

… vom Trecker überfahrn! (…)
Otto Waalkes, Ein Versicherungsvertreter kommt aufs Land…

Ob das Konzept GPS-Tracker als tiroler Produkt tatsächlich so internationalisierbar ist wie im (höchst lesenswerten!) Artikel behauptet, wird gesondert zu besprechen sein.

Insbesondere was das Phonetische betrifft.



Alter Bekannter 30.6.2021, 0:00

Evolution: Österreichische Forscher entdecken einen neuen unbekannten Menschentyp
kurier.at

Gespannt harren wir weiterer patriotischer Details. Schon jetzt allerdings ist das Schicksal dieses neu-alten homo austriacus klar vorausgezeichnet: weltberühmt – in Österreich (das bereits geraume Zeit Der Rest ist).



Kokosmilch? 4.6.2021, 0:00

Oberösterreichischer Bauernbund kritisiert Kokosfett im Eis
derstandard.at

Kokosnüsse – Konkurrenten der Kuh
Bildunterschrift, derstandard.at

Ohne allen Zweifel ist der Bauernbund (der ob.-öst. gar) ein differenzierter Meinungsbildner und uns verlässlicher Ratgeber in allen Lebenslagen.

Bekanntlich sterben mehr Menschen durch Kokosnüsse alswie durch Haiangriffe.

Wir müssen genauer schauen und vernünftig abwägen.

(Ich persönlich bevorzuge ja Cremango, aus Schweden, das liegt in Italien, am Donaukanal.)



Roter Riese 3.6.2021, 0:00

Wien will Solarenergie bis 2025 verfünffachen
orfon

Da haben wir die wahren Schurken des Klimawandels!

Als Frage verbleiben muss die entscheidende Frage nach der Umsetzung dieses gigantischen astronomischen Vorhabens. Wer fliegt rauf und zündet den Superturbo?

Dosko-Man, hilf!



unzivilisiert 31.5.2021, 0:00

Moderna will EU-Zulassung für Jugendliche 
orfon

Eine zivilisierte Gesellschaft sollte es jedenfalls ertragen und, ja, wertschätzen, dass es junge Menschen gibt. Wir brauchen sie zu unserem Fortbestand, in jeder Hinsicht. Eine zusätzlich formelle Zulassung wäre dafür nicht nur überhaupt nicht nötig sondern schlichterdings sittenwidrig.

Bedenket auch, dass ihr, späterhin, der vielfältigsten Unterstützungsleistungen durch ebenjene bedürfet, die jetzt noch, dieweil jugendlich, mit klappernden Skateboards auf den Plätzen unserer Städte vornehmlich der bürgerlichen Lärmerregung frönen.



Pauschalvermutung 28.5.2021, 0:00

All inclusive / fair use
integrale Nutzungsabmachung (Telekombranche)

Bedenkt man, wen er alles angerufen haben soll, so müsse der scheidende Schiverbandspräsident eine Handyrechnung wie eine ganze Schulklasse haben, meint der Moderator zur Einleitung seiner Auskunfteinholung beim Fachreporter Adi »JAAA!« Niederkorn.

Wir können, indes, beruhigen. Wohl mag die schwere und verantwortungsvolle Aufgabe eines Präsidenten des österreichischen Schiverbands eine ehrenamtlich auszuführende Tätigkeit sein (die einen ganzen Mann erfordert), ist es aber so, dass es – mit Sicherheit! – ein großzügig handhabbares Spesenkonto geben dürfte. Weil wer täte sich sonst all den Unbill an und opferte sich derart auf für unsere so schneidigen Sportlerinnen und Sportler?



Listening comprehension 18.5.2021, 0:00

Forscher wollen von stotternden Finken lernen
orfon

Der Whiskymixer mixt Whisky mit Wasser. – Was mixt der Whiskymixer? – Der Whiskymixer mixt Whisky mit Wasser.
Übesatzfolge (laut auszusprechen)

In echt? Stottern kann man lernen? Von Vögeln? 

Derweil stochern Amsel, Drossel, Fink und Meise und die ganze Vogelschar im blickdichten Fichtendickicht, ein einziges Zwitschern, w-w-wie ww-w-wunderbar!



flachhalten /1 14.5.2021, 0:00

Außerhalb des Politalltags versuche er, ein möglichst normales Leben mit Einkaufen und Kochen zu verbringen, so Doskozil.
orf.at/burgenland, 2021

Shoppen und Ficken
Aktivitätenausgleich, nach Mark Ravenhill (1996)

Hand aufs Herz: Wer wollte nicht, abseits allen Politalltags, ein möglichst normales Leben mit Einkaufen und Kochen verbringen (so wie Doskozil)? Wer würde je etwas anderes wollen wollen oder wollen sollen? Dürfte es je anders sein? Fässer indes, sie laufen über, und geheiratet wird dann ja auch noch.

Flachhalten ist eine, ja: die genuin pannonische Disziplin, und Normal, das ist der rechte Winkel. Ziemlich steil, das. 

Gespannt warten wir auf die überfällige Homestory des glorreich dornauerischen Tirolers (die D-Achse): Welche Freizeit, welches Auto, welche Hinterbank? Irgendwelche Flecken?



Grauwerte, doppelt verblindet 9.5.2021, 0:00

Das Teilprojekt A01 »Koloristische Humandifferenzierung« des geplanten Sonderforschungsbereichs 1482 »Humandifferenzierung« an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz sucht – vorbehaltlich der Förderbewilligung ­­– ab dem 01.07.2021 eine/n Doktorand:in.
akademische Stellenausschreibung

Grau, teurer Freund, ist alle Theorie,
Und grün des Lebens goldner Baum.

Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil

Rassismus nach Hautfarbe heißt jetzt also »koloristische Humandifferenzierung«. Klingt ja auch irgendwie fröhlicher, weil bunter: Sämtliche einschlägigen Probleme dürften getrost bald schon für final gelöst gelten; theoretisch, aber immerhin. Lässt sich so auch besser akademisch evaluieren. Bitte aber nicht auf die Kontrollgruppe vergessen, damit Placebo-Effekte ausgeschlossen werden können.



höchst geschwind 7.5.2021, 0:00

Neue Renault-Autos sollen nicht schneller als 180 fahren 
orfon

Die Interessensvertreter alter Renault-Autos, aber auch Peugeot-Wägen, nicht zu vergessen die sämtlicher Citroën-Karossen (aficionadesquement luftschwimmerige alte gleichwie frisch beim Fabrikstor hinausgekarrte), möglicherweise auch von internationalen Fabrikaten anderen Namens sind derweil heftig am lobbyieren, dass es nur so wummert. 

Fix ist: Der legendäre Austro-Porsche bleibt außen vor und rotiert weiterhin am Stand, wie eh und je und demnächst wohl auch elektrisch. 

Man nennt das Fortschritt. In ihm sind wir begriffen. 



Normal, Super, Diesel 29.4.2021, 0:00

Dreifacher Tankstellenraub: Verdächtiger gefasst
orfon

Interessant wird’s, wenn dereinst E-Tankstellen (Gleichstrom, Wechselstrom, Drehstrom) überfallen werden werden. Gibt es da schon etwelche Erfahrungswerte? 

Stromschurken, wir erwischen euch!



einspurig 27.4.2021, 0:00

Erstes fertiggestelltes Tunnelprojekt von Elon Musk enttäuscht
kurier.at

Merke (Sprachregelung): Wenn etwas Großes fertiggestellt ist, so ist das ein, nein: der Anfang. Wer dort ein Licht erwartet, bewegt sich aufs Ende zu.

Kann sein, es ist der Gegenzug.



mühlsam 14.4.2021, 0:00

»Die Mühlen der Ebene« habe ich verstanden, wie ich dieses Sprachbild zum ersten Mal gehört habe. Es leuchtete augenblicklich ein, weil in der Ebene, wenn ein Bächlein nur mehr zäh dahinrinnt, kein Gefälle weit und breit, wird es allerdings mühsam, fast unmöglich, so ein schweres Mühlrad anzutreiben.

Am Ramingbach, ziemlich genau in der Mitte zwischen Kleinraming und Steyr, befindet sich die Bambergermühle, eine Kunstmühle, denn korrekterweise liegt sie nicht am, sondern nur beim Ramingbach. Bei der Bambergamüü hat sich meine Mutter immer das Mehl geholt, etwas, das in den Siebziger Jahren eigentlich nicht mehr üblich war, hat es doch längst den Rimnac (Spar) und auch den Konsum gegeben, der hat niemandem persönlich (gesagt haben sie: uns allen) gehört. Die Siebziger waren ja die Hochzeit des Konsums. Mama aber hat sich beharrlich zur Mühle bringen lassen, und viel später erst glaube ich, ihr auf die Schliche gekommen zu sein, warum sie immer wenigstens ein Stück in die Raming wollte: Waren sie doch im Krieg, bevor die Wohnungen im Münichholz fertig waren, weiter drinnen einquartiert als junge Familie, direkt am Ramingbach. Später waren sie dann dahamdraußtn in Waidmannsfeld evakuiert und haben spielerisch das Pfeifen der über ihren Köpfen ausgeklinkten Bomben für Wiener Neustadt imitiert. Bald danach war der Krieg aus, aber nicht vorbei. 

Damit es mir niemand verwechselt: Bei der Ortstafel von Steyr, das ist die Greamüü, Griehmühle, vielleicht bedeutet es Grüne Mühle, Grünmühle, ich weiß nicht. Dass dort das Zollamt untergebracht war, konnte ich nicht recht verstehen, Steyr, so weit von der Grenze. Der Ramingbach war seit jeher Grenzbach, seinerzeit zur russischen Zone, und in meiner Kindheit haben sie bei jedem Brückerl mit sonderbar braun angefeuchteten Sägespänen einen Seuchenteppich zwischen Nieder- und Oberösterreich ausgebreitet, Maul- und Klauenseuche. 

Rauschen tut der Ramingbach auf seinen letzten Kilometern nicht mehr, und wenn, dann geht er über. 

Die Kindheit wächst im Hohen Alter.



Heraus! Heraus! 12.4.2021, 0:00

Der Mai ist kommen
der Winter ist aus!
Wilhelm Müller

Der hoffentlich irgendwann einmal hinter uns gelassene Winter 2020/21 verhält sich wie diese vermaledeite Coronaseuche: Auch er sollte schon dringend aus sein, da, in der Nachspielzeit, kommt er mit heimtückischen Mutationen und Varianten daher, bis weit in Richtung Mai, wie’s ausschaut.



supernormal abgefüllt 5.4.2021, 0:00

Faßmann: Ab 11. April normaler Schulbetrieb mit Einschränkungen
kurier.at

Ein ehrliches Wort: Mit Einschränkungen ist das neue Normal.

Wird Bildung hierzulande in Austro-Barrels gemessen und zugeteilt?

Normalerweise ist für alle was da.



Verschrottungsnotiz 22.3.2021, 0:00

›Sissi‹-Kutsche kommt unter den Hammer
orfon

Handelt es sich auch lediglich um die Filmkutsche von Romy Schneider und Karlheinz Böhm, so würde man doch gerne annehmen, dass ein derart sentimentalisch belegtes Objekt unter besonderem Denkmalschutz stünde. Ist uns doch jede Verfilmung tausendmal lieber als sämtliche (stets der breiten Masse unerreichbare) Originale. 

Man nennt eine solche Einstellung eine demokratische. 



Auf Kur 18.3.2021, 0:00

Durch die Mutationen werden die Patienten im Spital immer jünger
zeitgemäße journalistische Auskunft

Je älter wir sind, umso gefährdeter sind wir, einem uns günstig erscheinenden möglichen Fehlschluss aufzusitzen. Obacht also: Die insinuierten Mutationen machen einen nämlich nur jünger im Sinne des final erreichbaren absoluten Lebensalters. Abgerechnet wird nämlich am Schluss, von anderen. Wer früher stirbt ist länger tot, und keiner geht ins Spital und kommt jünger heraus, so ein Blödsinn aber auch.

Aber vermutlich ist da ohnehin eine einzige Große Verschwörung dahinter. Ganz sicher.



Parallelverschiebung 14.3.2021, 0:00

Und braucht man keine Klempner mehr
na dann werd’ ich halt Installateur 

Reinhard Mey

Weniger rechtsextreme Straftaten, dafür mehr rassistische
orfon

Falls es beim Arbeitsmarktservice (AMS) eine einschlägige Umschulung gibt, so ließe sich konstatieren: Sie greift. Ist aber wohl ein kurzer Kurs, eher ein Aufbaumodul, nur ein paar Vokabel. 

Wer zahlt? Wieviel?

Wer zählt? Wieviel?

Wo wollen wir uns anstellen? 



Wortlicht 7.3.2021, 0:00

findend, ein stück
personen
   suchend
   findend

ernst jandl

Ähnlich der sagenumwobenen Dunklen Materie gibt es wesentlich mehr Worte nicht, als die, die es gibt. So viele Wortgelegenheiten versickern ungenützt. Nehmen wir irgendein beliebiges Wort her und deklinieren wir es gewissermaßen durch, von A bis Z. 

Zum Beispiel Senf: Aenf – Benf – Cenf – Denf – Eenf – Fenf – Genf – Henf – Ienf – Jenf – Kenf – Lenf – Menf – Nenf – Oenf – Penf – Quenf – Renf – Senf – Tenf – Uenf – Venf – Wenf – Xenf – Yenf – Zenf: Es bleibet lediglich Senf aus Genf, nicht mehr als ein Reimpaar für schlichtere Gastropoeten; Kenner wissen: Der Senf kommt aus Dijon, und das liegt gut 200 km nordwestlich der so calvinistisch-frugalen Metropole.

Oder Hammer: Aammer – Bammer – Cammer – Dammer – Eammer – Fammer – Gammer – Hammer – Iammer – Jammer – Kammer – Lammer – Mammer – Nammer – Oammer – Pammer – Quammer – Rammer – Sammer – Tammer – Uammer – Vammer – Wammer – Xammer – Yammer – Zammer: Ein paar Lichte Worte mehr, dennoch, die Dunkle Wortmaterie überwiegt, bei weitem.

Eines noch, Lampe: Aampe, Bampe, Campe, Dampe, Eampe, Fampe, Gampe, Hampe, Iampe, Jampe, Kampe, Lampe, Mampe, Nampe, Oampe, Pampe, Quampe, Rampe, Sampe, Tampe, Uampe, Vampe, Wampe, Xampe, Yampe, Zampe.

Wir wissen nun, wonach wir zu suchen haben.



Mit Putz und Stingl 5.3.2021, 0:00

Die Ergebnisse (der Umfrage, Anm.) sind nicht repräsentativ, da Frauen und Akademiker über-, Jugendliche und Ältere hingegen unterrepräsentiert sind.
orfon 

Befragt wurden vor allem akademische Frauen. Mit den jugendlichen Älteren hingegen hat es gehörig gehapert. Wo sind die alle hin, verdammt noch mal?

(Wurden wohl alle von Versicherungs- und Autowerbespots aufgesogen.)



karottengefährlich 3.3.2021, 0:00

… Kultur eher nicht
Einschätzung zur Lage, nasvorangetragen

Österreich, Kulturnation seit eh und je: Wir bleiben kulturverliebt, und wer verliebt ist, dem ist, weil meschugge, nicht über den Weg zu trauen.

Kulturverheiratet, das wäre dann wohl sicherer: wunschlos glücklich.

(Moment, das sind wir doch!)



sub specie aeternitatis 17.2.2021, 0:00

Fernwäremeleitung in Jena läuft nach Havarie wieder
orfon

Was es da zu berichten gebe, denkt man sich spontan: Vor der Havarie ist die Fernwäremeleitung in Jena doch auch gelaufen. Bleibt nur der beide Ewigkeiten für einen unbedeutend kurzen Zeitraum unterbrechende und zugleich verbindende Moment, da die Fernwäremeleitung in Jena, havariert, nicht gelaufen und nutzlos in der Landschaft gestanden ist.

Es ist so, wie die beiden Ewigkeiten, da wir nicht existieren, von unserer individuellen Lebensspanne für die Dauer eines Blitzes unterbrochen werden. Eine solche Spanne lang nun war es in Jena kalt. Dann ward es wieder warm.

In Jena gibt es einen Bahnhof, der heißt Paradies.

(Dies zum heutigen Aschermittwoch.)



abziehend 14.2.2021, 0:00

Indiz für endgültige Trennung? Kanye West zieht mit seinen 500 Paar Schuhen aus
kurier.at

Ich gehe!
geläufige letzte Worte

Was ist denn, bitte, heutzutage schon endgültig? Indiz für eine lediglich relative Endgültigkeit ist die kolportierte Anzahl der Schuhe (1.000, für Kopfrechner) von Herrn West. Da kann er immer noch einen in der Tür lassen. Und da es sich wohl um ein mehrzimmeriges Heim handeln dürfte, kann er damit bequem etliche weitere Türen unverschlossen halten. Und mehr alswie ein Paar Schuhe kann sowieso kaum ein Zweibeiner zugleich anziehen.

Soviel zum Valentinstag. Es ist der 60. Hochzeitstag meiner Eltern. Und wenn man Papa, der das nicht mehr reflektiert, darauf hinweist, dann staunt er, mit großen Augen.

(Das Staunen bleibt.)



irrevisibel 4.2.2021, 0:00

Heidi Klum auf ungesehenem Foto aus Jugendtagen kaum wiederzuerkennen
kurier.at

(…) der braucht nimma kemma, den fotografier i auswendig
Karl Valentin, Im Fotoatelier

Wie sieht man einem Foto seine Ungesehenheit an? Ein Bild, das sich einem womöglich eingeprägt hat, lässt sich nicht mehr ungesehen machen, und wegdenken schon gar nicht.

Kann sein, es gibt zu viele Bilder, vor allem solche, auf denen man kaum wiederzuerkennen ist. Die alte Binsenweisheit: Je älter das Bild, umso jünger sind die darauf Abgebildeten. Erst recht, wenn wir es selber sind. Die Zeit wird kommen, da schaust du im Spiegel bereits jünger aus als du in Wirklichkeit bist.

Heutzutage geht ja alles so schnell.



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