hard skulls 23.1.2021, 0:00

Sämtliche dafür hoch bezahlte neoliberale Weltverzerrer haben es nicht geschafft, all das unnötige Zeug wegzurationalisieren, das uns an der Produktivität hindert: die von der Sache ablenkenden Gespräche am Gang, in der Teeküche, störendes fachfremdes Zeug, Bilder von den Kindern, der neue Pulli, (…), soft skills. Das hat nun also ein Virus vermocht: Unsere Welt ist so stromlinienförmig geworden, wie wir sie uns immer wünschen hätten sollen. Gewisse Verwaltungsjuristinnen täten glatt jubeln, wenn es nicht so unsachlich wäre.

Bei einer Korallenbleiche bleibt lediglich die Grundstruktur übrig, und dauert sie zu lange, kann es zu keiner Wiederkolonisierung kommen: Das Riff stirbt ab. Damit es wieder bunt werden kann, braucht es Algen, Lagen von Algen, Algenablagerungen.

Am Lagerfeuer hat sich dereinst (dawn of mankind – aber auch, individuell, im Bubenalter) die Menschheit konstituiert. Wir brauchen Geschichten, keine Skelette.



Clockdown 22.1.2021, 0:00

Mo-ment!
Loriot

CoV lässt Zeitgefühl verschwinden 
orfon

Ach?
Loriot

Es handle sich um den Verlust der Gegenwart.

(Bitte, wenn’s nur nicht mehr ist.)

1940/41 hat Olivier Messiæn das Quatuor pour la fin du temps komponiert, Ausdruck des Wunsches, dass doch bitte jetzt dann aber schon schön langsam die apokalyptisch verheißene Aufhebung aller Zeit geschehen möge, wer’s glauben mag.

Ich glaube, die Zeit steht ganz still und ich bewege mich in ihr, manchmal langsam und manchmal mit rasender Geschwindigkeit.
Marlen Haushofer, Die Wand

Jedoch – siehe oben – wer spürt ihn, diesen Tick ohne tack?

Eiszeit.



treuherzig 21.1.2021, 0:00

Glock im ›Ibiza‹-Ausschuss: Hofer in Tierheim kennengelernt
orfon

(Keine weiteren Fragen.)



forever great 20.1.2021, 0:00

In den Vereinigten Staaten von Amerika ist es wohlgeübte Praxis, dass einem scheidenden Präsidenten eine in engem ideellen Zusammenhang stehende Presidential Library eingerichtet wird, eine dokumentarische Institution, durchunddurch amerikanisch, schön fett salbungsvoll-pathetisch. Dieser Brauch wird wohl auch Donald Trump nicht verwehrt werden können, und bekanntlich nimmt er – zumindest – alles, was ihm zusteht.

Wollen wir uns nun vorstellen, welche Bände in die Regale dieser Ehren-Bibliothek geschlichtet werden? Wäre dort irgendwas außer Tschinbumm-Heftln, Schmuddelmagazinen und angeranzten Siebziger-Pornos vorstellbar? Egal, Herr Trump wird jedenfalls dafür sorgen, dass alles in edelstem Leder gebunden wird, im Folio-Format und selbstredend mit Goldprägung. Zudem wird er einen weiteren Superlativ für alle Ewigkeiten okkupieren, den als sparsamster Präsident aller Zeiten, dessen Alphabetismus mit einem einzigen Buchstaben auskommt, dem allerbilligsten Letter noch dazu: »I«.



ehemalig 19.1.2021, 0:00

Alles ist eitel!
nach Gryphius nach Kohelet

put put put
Glücksvogerlherbeiruf (engl. Verb)

Die Ehe einer gewesenen Außenministerin hat, wie wir eben im Rahmen der Berichterstattung über einen Prozess erfahren mussten (man einigte sich, so ein Glück, außergerichtlich), kaum länger als die Funktionsperiode der damaligen Regierung – jetzt kommt das Verb! – gehalten. Das tut uns von Herzen leid, und noch mehr betrübt, dass, wie sich gezeigt hat, nicht einmal die stiftende Präsenz (nennen wir’s eine Patenschaft) des aufgrund einschlägiger beruflicher Erfahrung perfekt deutsch sprechenden russischen Präsidenten langjähriges (ewiges!) Glück zu gewähren vermochte. 

Finale Sicherheit gewähren allein bei Begräbnissen zelebrierende und/oder nekrologierende Höchste Würdenträger; man kümmere sich um sie beizeiten.



Pluralwort? 18.1.2021, 0:00

Heuer weniger Meisen 
orfon

In den deutsch synchronisierten Filmen der anbrechenden Jugend wurde Bargeld oftmals salopp Piepen oder eben auch Meisen genannt. Die danach verlangten, waren in aller Regel mittelschwere Jungs, Ganoven. 

Heuer gibt es davon also weniger. Schon mehrere, aber nicht viele, mehr weniger. 

Bekanntlich ist das Glück, das dieser Tage, was wenig überrascht, alles andere als einer Inflation unterworfen ist, ein Vogerl. Es sollte ein Verweiltier sein, und wenn schon Vogerl, dann sowas wie der Kakapo. Oder Dodo. Aber ach!, hier lauert ein Denkfehler!

Lassen sich Meisen züchten? 

Kröten?



Schutzschild 17.1.2021, 0:00

Gemeinsam schaffen wir das
legendäre Affirmation (zutreffend)

NASA und ESA gemeinsam gegen Asteroiden 
orfon

Ich bitte auch! Wo kann ich unterschreiben?

Achja, gibt es bitte irgendwo eine Petition gegen Corona? Heißt ja Krone, also sollte es sowas in einer gefestigten Demokratie jedenfalls geben. Da würden doch mittlerweile viele unterschreiben, denke ich. Ausgenommen halt jene, die dafür nicht verfolgt werden wollen. Gibt es, analog zum Barzahlen, eigentlich auch so etwas wie eine Barunterschrift, ohne Masernimpfung, Tracking, 5G-Strahlen und Asteroiden, gewissermaßen aluhutbeschützt?

Dann hätten wir das. Gemeinsam.



fahrenheitlich? 16.1.2021, 0:00

Beobachter rechneten – auch aufgrund der extrem niedrigen Temperaturen – mit einer geringen Wahlbeteiligung
orfon

Für wahre Demokratien (etwa, wie hier, kasachischen Zuschnitts) ließe sich eine prima Formel zur Wahlbeteiligung aufstellen, direkt vom Wetter abgeleitet. Pro Grad 100 Prozent, das wäre die Grundformel, die je nach Jahreszeit an der Skala verschoben wird. Es soll nicht zu kompliziert werden, deshalb scheint es für die Regierungspartei und ihren Vorsitzenden legitimationsmäßig empfehlenswert, sich eher im Sommer wählen zu lassen. Dabei wird strenge Obacht zu üben sein, damit nicht unglaubwürdige Ergebnisse herauskommen. Das begänne bei etwa 110 Grad. 

Ach, dieser Klimawandel!



geregelt 15.1.2021, 0:00

Italien will Ampelsystem wieder einführen 
orfon

Völlig unbemerkt vom Ausland wurde da wohl in Italien ein Beschäftigungsprogramm angeleiert: Es muss als gescheitert vermerkt werden. Trotz der mittlerweile erfreulich vielen von Lokal-, Regional- bis zu führenden Landespolitikern eröffneten Kreisverkehre ist es heutzutage nämlich schlechterdings unvorstellbar, dass an jeder verbliebenen Kreuzung wie früher ein Polizist, eine Politesse oder sonst ein mit der wichtigen Aufgabe der Lenkung der Verkehrsströme betrautes Organ stehen kann. Es ist wie bei uns in der Gastronomie: Sie kriegen scheints kein Personal. Sowas macht dir heute kein Italiener. Und innen.

Abermals müssen sie sich in Italien (auch wir, sobald wir wieder hindürfen; und wieder zurück) kalten, von einer unbekannten fernen Instanz gesteuerten Technologien unterwerfen und stur nach stupiden, völlig dialogunfähigen Lichtern stehen, fahren oder gehen.

Das nützt sicher wieder irgendwem.



Polizeigott 14.1.2021, 0:00

Nur für Gott und Polizei gibt es kein Wort
Aus einem Radiobericht über eine aussterbende Sprache (Feuerland)

Dem abzuhelfen wäre eigentlich recht einfach, denn seit jeher genügte ein und dasselbe Wort für diese lediglich zwei unterschiedlichen Aggregatzustände ein und derselben Angstlust.



besonderer Influencer 13.1.2021, 0:00

Pierre Cardin auf Friedhof in Paris beigesetzt
orfon

Bis zuletzt und nun also auch über den Tod hinaus war Pierre Cardin eine herausragende und prägende Persönlichkeit: Jetzt hat man ihn, sowas aber auch, ausgerechnet auf einem Friedhof bestattet, in Paris, das auch noch! Dazu hat man ihn, wie es für einen Modemacher standesgemäß ist, in einem Maßanzug in den Sarg gelegt. Und allerdings, als Beigabe, ein von ihm zu diesem Zweck entworfenes Schwert: Es möge ihm von Nutzen sein, wenngleich wir ihm wünschen wollen, dass er es nicht mehr wirklich braucht.

Renato Bialetti, der Junior (gestorben mit über Neunzig), hat sich ja in der von seinem Vater entworfenen Moka bestatten lassen; damit das möglich war, hat er sich zuvor mit einem besonderen thermischen Verfahren auf den mokageeigneten Mahlgrad granulieren lassen. Sieht man sich die Bilder von der Trauerfeier an, so dürfte es für gut 70 Tassen reichen.

Was sie wohl dereinst mit weiteren Modegrößen wie Aldo Colitti oder Angelo Litrico alles anstellen werden? Oder, Branchenwechsel, mit Didi Mateschitz? Johann Grander? Ach, der ist schon verstorben. Hat man ihn im Tode noch belebt?

Weiterleben nun im 21er-Jahr. Wir bleiben dran. Und planen für uns.

Jeder ist besonders besonders.



angebrochen 12.1.2021, 0:00

›Last Christmas‹ erstmals an der Spitze britischer Charts
orfon, 2.1.2021

Die Letzten werden die Ersten sein
orig. Jesuswort, ca. 32 n. Chr.

Keine zweitausend Jahre nach der Bergpredigt ist es nun also soweit: Das Himmelreich bricht an. Und ein Wort, das im Englischen gefehlt hat (wir wussten’s bislang nicht, nun aber erkennen wir), muss schleunigst (rechtzeitig!) eingeführt werden: Allerlast. The (sprich: »ði:«) Allerlast.

Alles indes dauert noch.

Fortsetzung folgt. 

Gna-den-los.



übersetzen 11.1.2021, 0:00

Die Macht ist an
Gebrauchsanweisung (aus dem Englischen)

Annahmen sind wie Seepocken an der Seite eines Bootes; sie verlangsamen uns.
Dissertationsexzerpt, Mag.(FH) Christine Aschbacher, PhD (S. 55)

Wer in einem Boot sitzt, kann, je nachdem, wie weit sie entfernt sein mag, leicht oder weniger leicht auf die andere Seite übersetzen. Wichtig ist, Kurs zu halten und sich nicht verlangsamen zu lassen. Es ist einer zeitgemäßen Führungskraft zudem angemessen, Unwesentliches zu deligieren und lediglich subsidiär einzugreifen, wenn etwas gar nicht durch vertraute Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter im persönlichen Sekretariat gemacht werden kann: Als Führungskraft hat man zumeist wichtigere Dinge zu erledigen.

Die Macht ist ab
Gebrauchsanweisung (aus dem Englischen)



Normalroute 10.1.2021, 0:00

A Waunsinn normal, Herr Dokta
Hans Orsolics, Boxer

Oft sind es ja nicht die als solches erkennbaren sog. Geistesmenschen, die einen Umstand auf den Punkt zu formulieren wissen, und es muss ja nicht immer alles, was gesagt wird, absichtsvoll visionär sein, und das ist wohl auch besser so.

Was wir heute wissen ist, dass Herrn Orsolics schon in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts eine taugliche und wohl recht endgültige und denkbar konzise Analyse der gegenwärtigen Neuen Normalität vorab geliefert hat. 

Ein legendärer Langausleger, gewissermaßen.



erweichend 9.1.2021, 0:00

Trump begnadigt Stone
orfon

Einen römischen Kaiser hat es gegeben, der hat ein Pferd zum Konsul gemacht.

Wer ins Glashaus zieht, der werfe den ersten Stein.



Santi subito 8.1.2021, 0:00

Leopold Figl soll seliggesprochen werden 
vorweihnachtliche Agenturmeldung

Postulator im Prozess ist der lokal zuständige Bischof in St. Pölten, Schwarz mit Namen, was aber eher nach dem – wesenswichtigen! – Amt des Advocatus Diaboli klingt, zugleich war es dereinst die alleinseligmachende Nichtfarbe des selig Verewigten politischer Partei, nach der im Weltall Löcher benannt sind: Allein der Umstand, dass Figlselig Gründer der Schwarzen und Wiedergründer des insbesondere in Niederösterreich völlig überparteilichen Bauernbunds war, müsste schon als hinreichend für seine Kanonisierung angesehen werden.

Wobei, einen Hl. Leopold gibt es in Niederösterreich bereits, noch dazu als Landespatron. Man hätte also Bischof Schwarz besser nicht aus Kärnten hinwegloben sollen. Dort wäre ein Märtyrer sonder Art heiligzusprechen gewesen, per Subitosantoakklamation. 

Nun, dieses Zeitfenster scheint sich geschlossen zu haben.



verscheucht? 7.1.2021, 0:00

Känguru in Oberwart entlaufen 
orfon, 24.12.2020

Es ist ein Ross entsprungen
beliebte weihnachtliche Verballhornung

Das Tier höre auf den Namen ›Springs‹ und sei sehr scheu. Dennoch, wer eines laufenden Kängurus gewahr wird, wird dergleichen sein Lebtag nicht mehr vergessen können. Muss ulkig aussehen, das schwartelnde Antipodenleittier, und ist es blau, dann kann es sich nur um Elise, das Erdferkel, handeln. Die joggt auch in einer ihr eigenen Eleganz.

Charlie, gib acht!



sauber eingefädelt 6.1.2021, 0:00

›Hellseherin‹ soll Ex-Skistar betrogen haben
orfon

Selbst Geistesgrößen wie ehemalige Schifahrerinnen … ähm, so fängt man einen Text heutzutage aber nicht mehr an … hmm … nun, die österreichischen Jubelmedien wollen uns doch unsere Schiheldinnen und -helden permanent als umfassende Rollenvorbilder hineindrücken, Menschen, die den Durchblick haben, im Leben alles schaffen, sich überall auskennen, und manche erhalten sogar einen Raiffeisen-Werbevertrag, davon kann man doch sein Leben im Dorf meistern, auch, wenn man nicht mehr bester Österreicher ist. Daran werden sie nun gemessen, und auch, wenn einem Häme (wie mir und allen pt. Mütterlogaficionadas und -os) völlig fremd ist, es kriecht doch unwillkürlich sowas wie ein heimliches na da schau her! und/oder hoppala! bzw. öha! in dir hoch, und ganz frei von derartig spekulativen Absichten dürfte die zitierte Schlagzeile im elektronischen Leitmedium des Schipatriotismus wohl auch nicht platziert worden sein. Der gutgläubigen und seinerzeit recht sportfleißigen Betrogenen wurde von der hellsichtigen Betrügerin was von schlechten Strahlen vorgefaselt, darauf ist die gut gläubige ein- und sogleich zum Bankomaten hingegangen, 2.500 über die Gasse, allerhand, insgesamt Bargeld und Goldmünzen im Gesamtwert von sage und schreibe die Kleinigkeit von 30.646 Euro. »(…) die Philharmoniker wären ›verstrahlt‹ und müssten von ihr gereinigt werden.«

Was für ein Geschäftsmodell, und was, wenn was dranwäre!

Merke: Auch Abfahrerinnen können einfädeln.



Gluck Glock 5.1.2021, 0:00

Vorarbeiten für »Ibiza-Video«-Vorführung laufen
orfon

Unter den Pavillons am Heldenplatz (sic!) bunkern sie gerade wie wild Red Bull und lagern ordentlich Vodka ein, auch wird der Keller mit Koks wohl bald schon reichlich gefüllt sein.

Ach, die Pavillons sind gar nicht unterkellert? – Jetzt brauchen wir den Video-Beweis!



E wie evolutionär 4.1.2021, 0:00

Wahrlich peinlich lange überfällig, hat die Deutsche Buchstabiertafel endlich zu den seinerzeit von den Nazis eliminierten Buchstabierhilfswörten zurückgefunden. D wie David, I wie Isidor, J wie Jakob, N wie Nathan und Z wie Zacharias kehren allerdings nur kurz zurück, bevor sie 2022 durch Ortsnamen ersetzt werden, wie uns im Standard Birgit Baumann aus Berlin wie B berichtet (wohl heimlich triumphierend).

B wie Elefant wird bis dann hoffentlich endgültig Geschichte geworden sein. Der wächst nämlich auch heran, langsam zwar, aber stetig.

Soll schrumpfen!



Hello 3.1.2021, 0:00

Mann zeigt Polizisten Hitlergruß
orfon

Es muss zur Ausbildung einer demokratisch gefestigten Exekutive gehören, dass jeder Streifenpolizist verschiedenste öffentliche Grußformen aus dem Effeff beherrscht, türkische und serbische Wolfsgrüße, wie man Getränke bestellt, Grüß Gott, Hare Krischna, Vogerltanz (to name a few). Um derart ausdifferenzierte Kommunikationsmittel jederzeit treffsicher (auch bei schlechten Lichtverhältnissen) unterscheiden zu können, braucht es ohne Zweifel gewiefte Ausbildner. Sie sind wahre Spezialisten ihres Fachs und man nennt sie Grüßauguste.

Die stets bürgernahe Freundlichkeit unserer österreichischen Polizei wird weltweit gerühmt, in höchsten Tönen, und das zu Recht.



Feintaub 2.1.2021, 0:00

Von Josef Hader wissen wir, dass Delphine fiese Tiere sind.

Es ist nachgerade unvorstellbar, dass weiße Tauben scheißen. Zumindest lassen sie sich nicht dabei erwischen. Die weißen Tauben in der Aichet etwa, wie sie auf den Leitungen ruhen, erscheinen wie der Inbegriff umfassender Reinheit und schlichter Anmut.

Ich habe die monströse Vorstellung, dass sie umvadrata zu den vorwiegend weißscheißenden gewöhnlichen Tauben graublauen Dreck abgeben, gewissermaßen Reziprokkot. Aber so heimlich, dass ihnen das niemand auch nur im entferntesten unterstellen wollen würde.

Frieden ist nicht steril, springt uns da die Metapher an. Wer hört’s?



vorsätzlich 1.1.2021, 0:00

Wiener Feinstaubbilanz so gut wie noch nie
orfon

Nun, über weite Strecken erlebte die Stadt das letzte Jahr ein über weite Strecken wesentlich geringeres Pferdeäpfelaufkommen als sonst. Ob es daran gelegen sein könnte?

Die Frage ist, ob wir das auch so wollen. 

Ich, wenn mich wer fragen würde, ich würde ihn ja überhaupt verbieten, den ganzen Staub mitsamt allem Dreck. Aber mich fragt ja wieder einmal keiner. 

Diese Staubmafia! Da steht sicher jemand dahinter, der davon profitiert, so ein Bill Gates, und wir dürfen bitte nicht die Einflüstermacht seiner Frau Belinda unterschätzen, Belinda, Putzfrauenname. 

Ach, die heißt Melinda? Da haben wir’s: alles Tarnung und Täuschung!



noch besser 31.12.2020, 0:00

Es war ein gutes Jahr. 

Wieder wurden die zahllosen, vom Kameraauge meines Tablets heimtückisch aufgenommenen Videos, in denen man mich, als Hauptdarsteller meiner selbst explizite Filmchen betrachtend, heftig Hand an meine Mitte legen sehen kann, an sämtliche in meiner Adressdatei gespeicherte Kontakte nicht versendet, und das, obwohl ich nicht fristgerecht die 3.000 Dollar in Bitcoins bezahlt habe. 

Auch meine Festplatte (eig. die meines Computers) wurde nicht verschlüsselt, und auch hier habe ich nicht fristgerecht überwiesen, noch dazu unter Ignorieren der wahrlich horrenden Verzugszinsen.

Das Jahr hat so viele Möglichkeiten geboten. Ich kann jederzeit alle ennuyierten Singlefrauen mit Tagesfreizeit in der Nähe (Google weiß gottlob stets, wo ich mich befinde; ich weniger) kontaktieren. Egal wo ich gehe, es blinzeln mich alle permanent an, jedoch geht mir keine über Julia aus meiner Umgebung, die fast täglich mein Profil besucht: Mit ihr im Talon bin ich für alle Eventualitäten gerüstet, wenn die Singlefrauen dann doch keine Zeit haben sollten, was ja, obwohl in höchstem Maße unwahrscheinlich, immerhin passieren kann. 

In welcher Epoche war die Menschheit derart von einem Ring aus garantierten Sicherheiten umgeben wie der unsrigen? Ich sag’s ja: Es war ein gutes Jahr. Als nächstes nehme ich mir die Business-Opportunities vor, wie sie täglich hereintrudeln; das Investment Project von Herrn Mr. Richard Sun from Hong Kong erscheint mir am erfolgversprechendsten, es steht fifty-fifty, denn er hat außer mir nur Roger Jones angefragt, und he!, mit dem werde ich wohl noch fertigwerden! (Unter uns: Es geht um Mil-li-ar-den!)

Und auch den 5G-Chip, den mir Bill Gates bei der, wie sich herausgestellt hat, erfreulich nichtflächendeckenden angeblichen Testabstrichnahme mittels eines als Wattestäbchen getarnten Applikators in der Nasenhöhle verankern hat lassen, kletzl ich mir heute noch mit meinem inzwischen von mir gezielt wachsen haben lassenden Nagel am Kleinen Finger meiner linken Hand geschickt schraubschabend aus dem rechten Nasenloch. Was wird es denen krachen in ihren Wanzenkopfhörern! Von wegen, schickst du mir eine Ansichtskarte, wenn du oben bist? Nasenbohren ist Wi-der-stand!

Nächstes Jahr wird alles besser.

Noch einmal viel besser.



ungeheuer 30.12.2020, 0:00

Akzeptieren ist ein schwaches Verb, lehrt uns die deutsche Grammatik.

So einfach ist das nicht hinzunehmen. 

Siehda, hinnehmen, das ist die Lösung! 

Derart bestärkt nun in den Tag!

Oije, auch bestärken ist ein schwaches Verb!

Ob das heuer noch was wird?



Bananenbefindliches 29.12.2020, 0:00

Allein schon der Warenabwaagetassennummer 1 wegen müssen Bananenhasserinnen und Bananenhasser an sich allgemein als unerwünscht gelten. Aber kann es eine relevante Zahl Bananenhasserinnen und Bananenhasser überhaupt geben? Lass uns doch die Notation vereinfachen: So werden aus Bananenhasserinnen und Bananenhassern, all inclusive, Bananenhassende. Allesamt mit nagendem Bananenesshass.

Bananenliebende (Bananenliebhaberinnen, Bananenliebhaber) atmen beim Begriff Bananenhassende auf, Bananenindifferente bleiben, was sie immer schon waren: bananenindifferent, banal. 

Selber bananenindifferent mit – insbesondere kanarischer – Tendenz zum Bananenliebhaber bekenne ich: Ich liebe Bananenhasserinnen. -hasser weniger: Ich bin inkonsequent, aber nicht immer.



Belanglossendung 28.12.2020, 0:00

… wipe them up, and shove them off the face of the earth … mash that dirty red scum, kick ‚em in the teeth where it hurts. (…) I hate ‚em! I hate ‚em! Aaargh! Aaargh!
Abmoderation Bicycle Repair Man, Monty Python’s Flying Circus

Extralive-Streaming montags im Radio. Da träufeln geschlechtslose, glatthaarige Bleichgesichter ihr destilliertes Wasser lauwarm aus ihren schönen Instrumenten. Dazu hauchzen duttbetopfte Cyborgfräuleins angesagte Befindlichkeiten mit Fuchstraubenintonation ins künstliche Vintage-Interieur und diffundieren so Hochnebel zum Weghören. Norah Jones etwa wäre dagegen eine Vitalitätsbombe.

Es gibt griechische Hirtenhunde, die kannst du nicht von einem versifften Flokatiteppich unterscheiden. Beide aber, Hund gleichwie Teppich, strahlen größere Lebendigkeit aus als diese katatonisch kraftlosen Zumutungen. 

Hypotonie wird auch mit Pulverln behandelt. Kneipppulverl?

Bitte dann wieder einmal Musik, adressierende!



Verweser 27.12.2020, 0:00

Kroatische Staatsbeamte missachteten Regeln und randalierten
orfon

Randalieren verboten
Erste Regel für Kroatische Staatsbeamte

Regeln missachten verboten
Zweite Regel für Kroatische Staatsbeamte

Es stimmt übrigens nicht, dass Piloten nichts verboten sei. Lediglich den Toten ist nichts verboten. Man muss sich allerdings hüten, ihnen irgendetwas aufzutragen: Das wird nichts mehr.

Was freuen wir uns darauf, wieder erfüllbare Aufgaben gestellt zu bekommen, solange wir leben.



Traumzeit 26.12.2020, 0:00

Nachtzug Wien-Paris startet in einem Jahr
orfon

Und wann kommt er an? Gegenzug? Wo treffen sie sich?

Derweil stellen wir uns schon einmal den Wecker. (Reisewecker, versteht sich.)



meeting 25.12.2020, 0:00

Samuelsson gewinnt Biathlon-Verfolgung, einzig Eder schießt fehlerfrei
derstandard.at

Das wollen wir uns jetzt aber, so wie frisch mündende Schneeflocken, feuchtgenüsslich auf der Zunge zergehen lassen, nämlich die Vorstellung, wie es bei so einer Biathlon-Verfolgung zugehen mag, und wieso Herr Samuelsson gewinnen konnte, wenn einzig Herr Eder fehlerfrei und also meisterhaft geschossen hat? 

Wobei, schießen, fehlerfreies, das kann bald jemand; es geht ums Treffen.



Haarende 24.12.2020, 0:00

Vor Weihnachten: Es könnte knapp werden mit dem Friseurtermin
kurier.at

Das nun also auch noch. Jetzt reicht’s aber wirklich end-gül-tig! Lediglich des Verfassers (mittlerweile recht dünne) Schicht disziplinierter Zivilisiertheit beim Niederschreiben und Freischalten eines Texteintrags in diesem historischen Diarium erspart den p.t. Lesenden einen Schwall touretteartig herausgeworfener Fäkal- und Genitalausdrücke. Damit Sie sich nicht (weiter) die Haare raufen müssen, machen Sie doch das letzte Türl auf in Ihrem Adventkalender, und siehe da: Wir haben wieder Zeit, ein ganzes Jahr!

Wieder Zeit, so lange Zeit, Zeit, so lange, bis Gras über die Sache gewachsen sein wird.

Wir harren der Dinge: Es ist immer vor Weihnachten. Außer eben heute.

(Es geht, generell, um gezielte Umnachtung.)



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