Abstammung Montag, 6. 7. 2020, 0:00

Studie: Wo der Apfel herkommt
orfon

(Auf ebenem Untergrund wohl nicht weit vom Stamm.)

Will heißen: Wir entkommen ihr nicht, unserer Herkunft. Das mag für lange Lebensjahre ein quälender Gedanke sein; schließlich versöhnen wir uns, in echt. Macht vieles leichter, und das Leben ist so schon hart genug.

Weich, das auch. Es gilt, zur rechten Zeit hart und zur rechten Zeit weich sein zu können, zu wollen.



Wodurch? Sonntag, 5. 7. 2020, 0:00

Wildschweine gehören in Lainz zu den ökologischen Problembären
Bildunterschrift, orfon

Im Lainzer Tiergarten erschießen Jäger Wildtiere in großer Zahl, weil sie das ökologische Gleichgewicht gefährden.
Artikelanfang, orfon

Jetzt, wer? Und, ich wiederhole (wir müssen an den Ursachen schrauben): Wodurch?



Rollin’ (2) Samstag, 4. 7. 2020, 0:00

Rolltreppen zu Christus-Statue in Rio sorgen für Streit
orfon

Ach, diese Rolltreppe!
Hanna Schygulla zugesprochen

Geht es immer weiter?

Es geht immer weiter.



Rollin’ (1) Freitag, 3. 7. 2020, 0:00

E-Bike-Boom hält an
orfon

Das bedeutet: Er geht weiter. Wohin das noch führen wird?

Es geht immer weiter.

Geht es immer weiter?



Hatschi Donnerstag, 2. 7. 2020, 0:00

Kann vorkommen, man muss niesen. Wär aber schad, das stylische Mundnasenfetzerl mit ungustiösem Auswurf zu verunreinigen: Wir husten in die Luft.

So verteilt sich alles gerecht, im Zug, im Bus, in der U-Bahn.

[30.6.2020]


Anliegen Mittwoch, 1. 7. 2020, 0:00

Zurückdenkend dereinst wird sich wohl herausgestellt haben, dass für die allermeisten Menschen das obligatorische Anlegen eines Mund-Nasen-Schutzes als überzogene Maßnahme zu bezeichnen ist; ein gewöhnlicher Maulkorb (für Möpse passende Modellreihen dürften über die bestgeeigneten Konfektionsmaße verfügen) hätte es durchaus auch getan. Eine Lockerung der Verpflichtung zum permanenten Tragen dieses erwiesenermaßen wirkungsvolleren Schutzes wäre aber kaum je wieder zuzugestehen gewesen. Und gegen das Kratzen mit den Klauen hilft er halt auch nicht.

… Leinen (paarweise)?



besser gemeinsam besser Dienstag, 30. 6. 2020, 0:00

Paare schlafen besser gemeinsam
Behauptung 1 (Schlagzeile), orfon

Paare schlafen gemeinsam besser, weil sie dadurch längere erholsame Traumphasen haben.
Behauptung 2 (Teasertext), orfon

Jetzt sollen wir vom breitstreuenden orfon auf die forderndere Wissenschaftsseite hinüberklikken. Wollen sie. Es genügt aber bereits der Abgleich von Schlagzeile und Kurztext, um dem folgend zu Lesenden eine unsaubere Wissenschaftlichkeit attestieren zu müssen. Sie ergründen jedenfalls zwei Aspekte des Miteinanderschlafens, die wenig bis nichts miteinander zu tun haben. Indes, wir spüren den kalten Hauch der großen Regierungspartei, wie das halt so ist bei staatlichen Leitmedien: Sie setzen den moralischen Impetus (Behauptung 1) zuoberst.
Was es mit den erholsameren Traumphasen auf sich hat, ob sich die beiden etwa genüsslich wegträumen, darüber woll’n wir nicht weiter spekulieren. 

Spekulieren, speculum, Spieglein an der Wand … spiegeln, die narzisstische Art sichselbst zu verdoppeln. 

Grundsätzlich jedoch gilt: Wer allein schläft, kann nicht als Paar bezeichnet werden. (Bei Würschtln nennt man sowas Einspänner.)



innerösterreichisch Montag, 29. 6. 2020, 0:00

Grimming, Südkrater (gesehen von Osten)
topographische Beschreibung

Heuer machen wir Urlaub in Österreich.

Uns zieht’s ganz tief ins Österreich!

Ganz tief ins Österreich zieht’s uns!

Wir machen heuer Urlaub in Österreich!

Ins tiefe, tiefste Österreich!

Urlaub, das kommt von Erlaub, sagt der Papa jedesmal (jedesmal mehrmals), wenn er Urlaub hört.

Urlaub, ach!



twice Sonntag, 28. 6. 2020, 0:00

Männer sterben häufiger an Covid-19 als Frauen
orfon

Gemäß einem Agentenfilm ist die Anzahl der persönlichen Leben auf lediglich zwei limitiert, jedenfalls für männliche Geheimdienstagenten, und das sind wir doch alle, in eigener Sache. Für’s Sterben jedoch gilt: Jeder bitte nur ein Kreuz. Und die Damen dürfen zusehen.

Katzen wiederum müssen sieben Tode haben.



passgenau Samstag, 27. 6. 2020, 0:00

Es war ein vertrautes, merkwürdig herbeigesehntes Ritual bei jedem Besuch: die kalkulierte kulinarische Katastrophe im lokalen Caférestaurant, bestellt aus einer Speisekarte, die schon auch einen Crashkurs in Italienisch hinter sich hatte. Es faszinierte irgendwie, wie die freundlichen Leute in der Küche eigentlich recht ordentliche Zutaten derart vernichtend zuzubereiten vermochten. Er musste wohl, von ihm selbst unbemerkt, allein deshalb jedesmal wieder Pizza bestellt haben, um diese Speisenzumutung endgültig umfassend bezeichnen zu können. Nun war es soweit, es schoss ihm regelrecht ein: Fertigteilpizza! Heureka! Das war es! Eternit auf Resopal mit Linoleum, darauf Lego mit Wettex. 

Er war schon nahe daran gewesen, kam ihm, erkennend, in den Sinn. Am Vorabend das Gespräch mit dem Geschäftsführer der Sprengstofffabrik musste nun, koralmtunnelsynchron, den Weg zum Durchstich endgültig freigeräumt haben.

Ab dem nächsten Mal würde an den Nudeln gearbeitet. Endlich. Und wer weiß, würde er gar Hinweise auf die sagenumwobene Zentralküche aufschnappen können, in der alle (sämtliche) steirischen Nudeln verkocht (zerkocht) werden? (Die Quelle des Nil war dagegen nichts.)



wettern Freitag, 26. 6. 2020, 0:00

Hagelforschung zum Mitmachen
orfon

Ja, bitte, ich möchte endlich auch das Hageln erlernen! Hageln! Das echte, jenseits von Beschwerdebriefen und -emails, die es, in Briefform, stets waschkörbeweise zu hageln pflegte. (Die englischen Fotomodelle aus der Kronenzeitung ihrerseits bekamen w.körbeweise Fanpost, ach!) 

Es wird Zeit, endlich das Genre der Wetterkritik als vollwertige Literaturgattung anzuerkennen. Gibt der berühmte Mime auch vor, sich nicht für das unsägliche, inkompetente Kritikergeschreibsel zu interessieren: Das behauptet er nur. Und wir, die Rezensenten, gewinnen einen unnennbaren Einfluss. Diese Chance muss bitte genutzt werden!



Widerliches Luder! Donnerstag, 25. 6. 2020, 0:00

Putzroboter reinigen oft schlampig 
orfon

Es gibt Reis
Helge Schneider

Wie wir gelernt haben, impliziere das Wort Luder ein (versachlichtes) Femininum. Aber Halt! Heißt es nicht Roboter, der? Denn die Ursache unsachgemäßer Reinigungsarbeit, die zu berechtigter Unzufriedenheit und, bei forschendem Pioniergeist, in der Folge zur Optimierung Anlass gebe, muss wohl darin liegen, dass Männer schlicht nicht so gut putzen können: Sie sind von der Natur nicht dafür vorgesehen; kleinere – weibliche – Hände kommen doch wesentlich besser in Ecken, Zwischenräume, Verschneidungen.

Es wird also Zeit, dass endlich morphologisch weibliche Putzroboter entwickelt werden, Roboterinnen, Robotinnen (wie immer es korrekt heiße). Irgendwo muss doch so eine Roboterrippe sein, aus der man das bastle.



Tschopperln Mittwoch, 24. 6. 2020, 0:00

Ich habe viel Geld für Alkohol, Frauen und schnelle Autos ausgegeben, den Rest habe ich einfach verprasst.
George Best (1946-2005), Fußballkünstler

Ausgezahlt werden 1000 Euro im Monat, wobei die Zahlung in Raten erfolgen soll. 
Künstlerische Unterstützungsankündigung

Wenn man einem Kunstschaffenden zuviel auf einmal in die Hand gibt, stellt er damit nichts an alswie einen Blödsinn, ganz sicher kommt nichts Vernünftiges heraus.

Nun raten wir, aus welchem Gebinde in was für einer Frequenz das Förderfüllhorn über 15.000 Menschen ausgeschüttet werden soll:
• Gießkanne (Modell Friedhof), d.h. wöchenlich: 250,00 €/Woche
• Gießkanne (mit Rosette), d.h. täglich: 33,33 €/d
• Pipette, d.h. stündlich: 1,38889 €/h
• Zerstäuber, d.h. sekundengenau: 0,000386 €/s
Man wird, so hat es sich bewährt, den Verwaltungsaufwand hoch zu halten wissen. So sichert Kunst zuverlässig Arbeitsplätze. 

Kunst ist unvernünftig. Muss es sein. 



ahead Dienstag, 23. 6. 2020, 0:00

In front of the train is the First Class
Zugdurchsage (InterCity, Innsbruck – Graz), ÖBB

Die Letzten werden die Ersten sein
Je nach Position (vor/nach S.) mehr/weniger beliebtes Bibelwort

Der Schreiber dieser Zeilen, als Fahrgast, saß im Zug ganz hinten. Aber nur bis Selzthal. Bekanntlich stürzt in Selzthal alles: Das Zuunterst wird zum Zuoberst und das Zuoberst zum Zuunterst. Und die Vorersten werden die Hinterletzten. Bahnmäßig ein einziges Weltgericht, und manchmal auch in Bischofshofen. 

Komfort bedeutet letztlich Tröstung, Trost.



Schränk Montag, 22. 6. 2020, 0:00

Ich schränke schon alles ein
Otto Schenk (90)

Aber, bitte, irgendwas Uneingeschränktes soll schon noch bleiben, und es sei noch lange, maßlos lange bis bis zuletzt. 



Sengaling Sonntag, 21. 6. 2020, 0:00

Das Mundgefühl ist unauffällig
Verkostungsnotiz (positiv)

Hat da jemand destilliertes Wasser getrunken, lauwarm? Was wäre das auch, auffälliges Mundgefühl? Frisch gepierct Diana gurgeln? Schweizerkracherzigarre?

Wenn man beim Zahnarzt eine Lokalanästhesie bekommt, kann man nicht mehr seinen Speichelausfluss kontrollieren. Abgesehen von der segensreichen Wirkung der Betäubung mag ich sowas nicht.



In trockenen Tüchern Samstag, 20. 6. 2020, 0:00

Betrunkener nackt von Polizei aus Wiener Donaukanal gerettet
derstandard.at

Als sehr löblich ist der sorgsame Umgang mit der nicht billigen, hochqualitativen Uniform zu bezeichnen; dennoch muss die Frage erlaubt sein, ob nicht, da Gefahr im Verzug, ein beherzter Sprung (bekleidet) des Organs dem Ziel (der raschestmöglichen Errettung des Betrunkenen) dienlicher gewesen sein könnte.

Indes, es ist alles gut.



ebenda Freitag, 19. 6. 2020, 0:00

Billa ebnet österreichischen Puten den Weg in die Supermärkte
derstandard.at

Es wäre ein unerträglicher Gedanke, die armen Tiere müssten über Stock und Stein hinein in die Truhe. Merke: Die Kühlkette ist so kalt wie ihr wärmstes Glied. 

Im Sommer kann es ganz schön heiß werden.



eingefahren Donnerstag, 18. 6. 2020, 0:00

Wer durch einen Blitzeinschlag stirbt, muss schon ordentlich Pech haben. Die Wahrscheinlichkeit, bei Olympischen Spielen die Goldmedaille zu erringen oder ein Super-Model zu daten, ist ungleich höher.
kurier.at

Eschatologisch gewähnt, hätte der bedauernswerte angewandte Stochastiker (ein konservativer Politiker!) nun alle Chancen, auch noch die anderen beiden Aufgaben zur erstmaligen Erlangung eines veritablen Wahrscheinlichkeitshattrick(s) zu lösen. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir davon erfahren, muss als gering bewertet werden – aber eben dieses Ende der Skala ist ja der Reiz aller passionierten Stochastikadepten.

Bleibt noch die Frage: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Olympiasieger/Supermodel durch Blitzschlag ums Diesseits kommt (im Stehen, beim Wasserlassen, an einem Strommasten)? Welche Disziplin?



wahrhaftig! Mittwoch, 17. 6. 2020, 0:00

Zunächst das Wetter, von und mit Verena Schöpfer
Verkündigung, Radio Österreich 1

Wir haben es, wissend, geahnt: ER ist eine Frau. 



Disclaimer, dreifaltig Dienstag, 16. 6. 2020, 0:00

Anbei schicke ich Ihnen unser Coronainformationsschreiben. Mit der Bitte um Unterfertigung und Rücksendung im Namen ihres Vaters!
Anschreiben

Damit das Tageszentrum für Demenzkranke wieder seinen Betrieb aufnehmen kann, brauchen sie die rückversichernde Erklärung, dass sich die Besucher an alle vorgegebenen Verhaltensweisen halten werden. Dafür garantiere ich und unterschreibe Im Namen des Vaters. Und auch in meinem, des Sohnes. Und bin begeistert, dass er endlich wieder hindarf.

Was dort geschieht, ist so vielfältig hilfreich.



unsittich Montag, 15. 6. 2020, 0:00

Nachtsittich sieht nachts nicht gut
orfon

Nachtsichtlich Nachsichtiger pass auf, vor allem auf alle schwarzen Katzen!



relativ Sonntag, 14. 6. 2020, 0:00

Nürnberg und Wien: Brüder für immer
Graffito, Wien-Floridsdorf

Jetzt wollen wir aber wirklich wissen, wer die stolzen Eltern sind bzw., vermutlich wohl, waren. Und was zuerst war, das Nürnberg oder das Ei? Das Wien oder das Würstl pardon Schnitzl?



1/3 : 3/4 Samstag, 13. 6. 2020, 0:00

Jeder Dritte blinkt nicht 
orfon

… und vorwärts – rückwärts – seitwärts – stopp!
beliebter Marschiervers

Die Behauptung mag auf den ersten Blick etwas merkwürdig erscheinen, aber nicht erst heutzutage gibt es Verkehrsteilnehmer, die durchaus auch mal, stiff upper lip, schlicht geradeaus fahren. 

Die dürfen das!

(Dies zum kürzlich stattgehabten 75er von Wolfgang Schüssel.)



Har-Har Freitag, 12. 6. 2020, 0:00

Großrazzia gegen Camorra in Neapel
orfon

Bei dieser Meldung kann es sich nur um eine Ankündigung handeln. Müssen schwer aufpassen, die Camorristi, die nächste Zeit. 

Bald haben sie sie, alle.



41 : 4 Donnerstag, 11. 6. 2020, 0:00

Alle lebenden Ex-US-Präsidenten verurteilen anhaltenden Rassismus
kurier.at

Danke, liebe Ex-Präsidenten, für Ihre löbliche Intitiative. Ist sicherlich gut gemeint. Dennoch, bei dem ungenannt bleibenden Adressaten muss sie als, nunja, etwas ungeschickt eingefädelt erscheinen. Ist es doch ein billig verfügbares Dumpfargument der Demagogie, dass, wieviele Menschen immer sich etwa zu einer Manifestation versammelt haben mögen, dies nichts sei gegen jene, die ihre Meinung zur öffentlichen Streitsache durch ihr Daheimbleiben aktiv kundgetan hätten.

Wir halten beim 45. Präsidenten der USA; 4 Ex-Präsidenten leben noch.

Schaut nicht gut aus.



X <—> U Mittwoch, 10. 6. 2020, 0:00

Fixtarife für Taxi und Uber in Wien nicht fix
orfon

Nichts ist fix: Fichts an!



Nichts für Singles Dienstag, 9. 6. 2020, 0:00

Frau versuchte Pferd zu stehlen
orfon

In früheren Zeiten gab es noch gedruckte Heiratsannoncen, die waren nicht dynamisch, gnadenlos algorithmisch aussiebend. Für eine gewisse Alterskohorte fungierte die Suche nach einem Partner zum Pferdestehlen als fixe Wortschablone, mit der auch weniger originelle Werber sich verwegen fühlen durften.

Die bedauernswerte Dame hat einen solchen Partner ganz offenbar noch nicht gefunden. Sämtliche notorisch ungezählten Verehrer werden sich für einmal bestätigt fühlen, und hier dürfen sie’s, ohne alle Einschränkung.

Merke: Das rechtsfreie Entwenden von Gäulen geht ausschließlich zu zweit. (Bereits zu dritt kann’s schon wieder schwierig werden.)



Gewährleistung? Montag, 8. 6. 2020, 0:00

Neuer Koala im Tiergarten Schönbrunn
orfon

Ach, war der alte kaputt?



Philipp /2 Sonntag, 7. 6. 2020, 0:00

Dieses Projekt hat keinen Nutzen, es hat Sinn.
Philipp Harnoncourt (1931-2020)

Man stelle sich vor: Ein Mensch stellt sich mit über Achtzig eine Aufgabe, die gut ein Jahrzehnt immense Kräfte von ihm fordern wird – und er bringt sie auf! Heute feiern wir die Fertigstellung der renovierten Heiligen-Geist-Kapelle inmitten des Verkehrsstrudels von Bruck an der Mur, »ein Pfeil, der in den Himmel zeigt«, wie Philipp das so typisch plastisch benannt hat.

Dass er nicht mehr dabei sein kann, erinnert daran, wie seinerzeit Moses (also Charlton Heston) nur von einer Anhöhe hinabschauen, aber selber nicht ins Gelobte Land ziehen durfte, darüber eigenartigerweise nicht grob unzufrieden war, sondern befand, dass das schon passe so. Sollen die Jüngeren weitermachen.

Philipp ist nun gut übern Berg, und wir haben die Mühen der Ebene. Im lebendigen Gedenken an seine Person und Persönlichkeit wird es uns vielleicht gelingen, den Sinn zu erkennen. Mit allen Sinnen.



Philipp /1 Samstag, 6. 6. 2020, 0:00

Wer nicht bereit ist, sich bloßzustellen, oder wer immer nur ein gutes Bild von sich selbst darstellen möchte, sollte besser schweigen.
Philipp Harnoncourt (1931-2020)

Philipp, Mutmacher du auch. Und was für einer!

(Es gibt Menschen, die einen für sich entdecken und solange mitheben, wie man von Vorteil für sie ist. Hernach allerhöchste(n)s Achselzucken. Eine gläserne, zugleich dumpfelastische Decke richtet’s, und sie bleiben unbefleckt: Es ist doch nichts passiert. Herkunft perpetuiert sich in ungeschriebenen Codes, und manch einer riecht nun einmal nach einem minderwertigen Stall. Parvenus des Geistes, alle, woimmer sie sitzen, gesichert von und vor ihresgleichen.)

Philipp Harnoncourt war mir in den letzten zehn Jahren ein im allerbesten Sinn kompromissloser Freund. Ein so aller Dünkel barerer ist schlicht unvorstellbar.

Es ist ein ehrenhafter, traurig-schöner Freundesdienst, wenn ich heute für ihn spielen darf, da wir ihn in Grundlsee zu Grabe tragen. Die lebendige Erinnerung an seine unvergleichliche Präsenz wird wohl mein Spiel unterfüttern, durchaus auch, was den Aspekt seiner Eigenwilligkeit, ja Schalkhaftigkeit betrifft – hat Philipp sich doch stets gern mit seinem Patron Philipp Neri identifiziert, in dessen Gedenktag er – man möchte sagen: so elegant – hineingestorben ist.

Ich indes darf zutiefst dankbar sein für eine wunderbar leichte gleichwie ernsthafte Freundschaft, die Philipp und mich verbunden und vielfältig inspiriert hat.

Wozu und vor wem also bitte sich genieren?



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