nah dran Samstag, 30. 5. 2020, 0:00

Damit alle, die – maskiert – hineindürfen (also weit nicht alle), weiter herumfliegen können, müsse, zu aller Sicherheit, der Service im Flugzeug auf ein Minimum reduziert werden.

Dass es in diesen Dingen immer noch Einsparungspotenzial gibt! Bedenkt man, dass der Mittelsitz leerbleiben soll oder überhaupt vorne und hinter dir eine Reihe herausgenommen wird, müssen sie sich schwer überlegen, wie man es den verbleibenden Reisenden doch noch angemessen unbequem machen kann. Man könnte etwa tiefen- und höhenverstellbare Alulatten vor jedem Sitzplatz anbringen, die einen Zentimeter weniger Platz lassen, als das zuvor biometrisch vermessene Knie des jeweiligen Passagiers beanspruchen würde.

Wir waren, zuletzt, schon nah dran: Es gibt immer Luft nach unten.

[21.5.2020]


Pseudonym? Freitag, 29. 5. 2020, 0:00

Niemand neuer Rektor an der Katholischen Privat-Uni
orfon

Auf ihre alten Tag’ greift nun also die Religion auf die Mythologie zurück. Vielleicht hilft’s ja.

[19.5.2020]


eingebüxt Donnerstag, 28. 5. 2020, 0:00

Ausgebüxte Schafherde frisst Garten kahl 
orfon

Das Schaf ist nicht nur Rasenmäher sondern auch Gartenkähler.

Mmmääähhh!

[16.5.2020]



ungewohnt Mittwoch, 27. 5. 2020, 0:00

Möbelbranche verzeichnet Rekordumsätze
orfon

Gegenwärtig wird gewohnt auf Teufel komm raus: So gewohnt haben wir noch nie, seit Menschengedenken nicht, und selbst der Teufel bleibt daheim. Bei uns, soll heißen: in jedem Haushalt. Gewohnt.

In Wien gibt es für jeden Haushalt einen Gutschein für die Gastronomie.

Jetzt, wie?

[15.5.2020]


Lauteres Klingen Dienstag, 26. 5. 2020, 0:00

Mir schupft es das Blut eimerweise durch den Körper
Andreas Okopenko

Du spielst ein kleines Motiv, variierst es sinnreich, addierst deinem frühlingshaften Florilegium einen wohlklingenden Gedanken. Da passiert dir eine kleine, völlig unbedeutende Unreinheit im Ton, ein leichtes Bröseln, eine Bindung gerät etwas holprig und das Intervall ist nicht so sauber, wie du es gerne gehabt hättest und es jedenfalls sein müsste: Fehler! Um zu kaschieren, wiederholst du ihn, sie!, wörtlich, sinngemäß, in Paraphrasen, so gut es geht. Dadurch erscheint jetzt alles Erklungene wie genau so gewollt: ›Wenn du einen Fehler machst, wiederhole ihn dreimal, dann ist er richtig.‹ Diese Strategie hat als unfreiwillig verinnerlichtes Erbe der einst mehr durchlittenen Schule des Jazz in dein Spiel hineingewirkt, fein marmoriert, manchesmal auch gröber: nicht jeder hat immer das Zeug zum Kobe-Rind, und wer täte einen auch dreimal täglich wohlig und zielführend massieren, zu wessen Vorteil, der vom persönlichen Jenseits her jedenfalls anderen schmeckt?!

Beim Weiterspielen passierst du zusätzliche Unebenheiten, regelrechte Schlaglöcher klaffen auf, üble Patzer passieren. Derart steckst du mitten im dich beim Tun zunehmend abschätziger Kritisieren, gleich von allem Anfang an war es das erschreckend wohlbegründet befürchtete ausufernde Schlamassel! Nichtswürdiger du, nüchtern besehen hast du nie noch im mindesten einen klar artikulierten, korrekt intonierten Ton hervorgebracht! … Die immer verzweifelteren Rechtfertigungsaffirmationen überwuchern, umklammern jedes zarte melodische Rinnsal, wie du es möglicherweise intendieren würdest, kanalisieren es unter die Erde, ein trauriger Wienfluss dem gleichermaßen avitalen Donaukanal zu, Rattenzone im besten Fall. Bereits der erste Schritt brachte dich vom Weg aller Tugend ab. Sich verselbständigender Bestemm ist der Höllenweg zu polterndem Populismus unseligster Art. Es ist ein großes Glück für die Menschheit, dass unsereins fast nie irgendein hochrangiges öffentliches Amt zu bekleiden bekommt! Mea culpa! Mea culpa!

Derart in selbstdestruktiven Zwangsgedanken eingesponnen klingt indes draußen dein Spiel fort, es verhallt, der Meister der Aufnahme zeigt mit beiden Daumen nach oben, und du kannst dir nicht vorstellen, was er damit andeuten könnte. Was ist geschehen?

(Soviel zur gerne propagierten Mär vom achso lauteren, seelenreinen und aller Absichten frischfreien Sein im Spiel; womit ich nichts weniger als die Weltherrschaft anstrebe. Sie werden sich noch wundern!)

[14.5.2020]


Paradiese der Tiere Montag, 25. 5. 2020, 0:00

Auch Flamingos haben Freunde 
orfon

Derweilen vereinsamen in Japan alle Aale. Haben sie tatsächlich gemeldet.

Jaja, die Japaner.

Doch nun, o Freunde, lasset uns nicht über all das in diesen Tagen allzu präsente Unerquickliche murren, sondern woll’n wir uns besser am Guten erfreuen! (Wenn wir auch bis heute nicht genau wissen, wie und wo die Vermehrung gelingt.)

Und ob.

Aale Japaner Flamingos, und die Kirschen längst verblüht.

[8.5.2020]


bissig Sonntag, 24. 5. 2020, 0:00

Mundschutz 8€
Reinerlös für Tierschutz

Werbetafel, Einzelhandel

Schutz vor? Schutz für?

Sicher erscheint: Wir, die Mundschutzerwerbenden, schützen – und erlösen! – uns vor allen wilden Tieren, sie seien so groß und riesenhaft, wie sie nun einmal sind: Bestien, minusquamanimalische. 

Nachfragen: Wie ist das mit dem Mundschutz beim Zahnarzt? Tierzahnärzte, womit schützen die sich? Wovor?

[7.5.2020]


Dekantäne Samstag, 23. 5. 2020, 0:00

Das Buch ist sehr gut!
Der versand war sehr dauer
Rosio Pfeiffer-Tafur, Rezension zu Decameron (Versandhandel)

Tja, die Geister, die er rief. Nämlich, wir wissen bzw. werden dieser Tage bei jeder der sich so zahlreich aufdrängenden bildungsheischerischen Gelegenheiten sinnenreich belehrt, dass, seinerzeit, 1348, als die Pest in Florenz wütete, zehn junge Edelleute (7f, 3m) außerhalb der Stadt, in faucibus etruriæ (in den Schluchten Etruriens, remember Cicero), konkret: in Fiesole (sprich: Fiësole – hat nichts mit Strankalan zu tun), einander zehn Tage lang täglich zehn Geschichten erzählt haben, Novellen, auf dass die Zeit in Neuer Normalität vergehe. Sowas dauert, und nicht erst dieser Tage auch im Versand, sind ja Bücher und Geschichten angeblich nicht von vitaler Wichtigkeit.

Im Ernst und ohne unangebrachte Humorigkeit: Wer’s nicht derwarten kann, geht ab jetzt nur mehr in die Buchhandlung des persönlichen Vertrauens, und Vertrauen verdient, wer, bei Gewinnen, Steuern zahlt, dann gewinnen wir alle.

[7.5.2020]


Philichef Freitag, 22. 5. 2020, 0:00

Der Rasierer, was für ein Wunderding. Papa hat immer einen Philishave gehabt, also musste auch der neue wieder einer sein, mit drei Rotorscherköpfen: der wankelmotorische unter den Rasiergeräten. Weil immer alles sehr sorgsam gepflegt werden muss, nimmt ihn Papa, bei beständig abnehmenden feinmotorischen Fertigkeiten, deutlich mehr auseinander (auseinanderer) als er sollte. Die Söhne dürfen sich dann spielen, und es ist wirklich eine Tüftelei, alle Teile wieder korrekt zusammenzusetzen. Ist dieses Werk schlussendlich – man kann nicht sagen, wie – doch noch gelungen, erzählt Papa (stets mit Neuigkeitswert), dass man sich mit dem Rasierer auch rasieren kann, ohne dass er an der Steckdose angesteckt sein muss, eben: ein Wunderding. – Man nennt sowas Batterie, erinnere ich ihn, woraufhin er nickt, aber er traut dem nicht recht, fragt nach dem Kabel, mit dem fühlt er sich wohler, weil da rasiert er besser. Es ist in der Lade, in der der Rasierer tagsüber ruht, die untere in der Mitte vom Allibert, und auch die verschiedenen Bürsten und Beserln sind da drin, vor allem aber, das wichtigste: der Pemsl, die kleinere Ausgabe jenes Pinsels, mit dem einen der Friseur am Ende der Behandlung wohlig weich die übrigen Härchen vom zugekreppten Kragen streichelt. Ich nehme das Kabel heraus, um es anzustecken, da wendet Papa ein, dass das wohl ein Kabel, aber eben nicht das richtige Kabel sei. Ich zeige ihm, dass es funktioniert, wenn man es vorne und hinten richtig zusammensteckt, außerdem stehe ja sowohl auf dem Rasierer als auch auf dem kleinen integrierten Trafoteil der Schriftzug Philishave drauf. – Ja schon, aber es sei doch das falsche Kabel, beharrt Papa. Das richtige habe nämlich in der Mitte so einen Hebel. Wir regen an, er solle doch im Nachtkästchen nachschauen, weil dort ist immer alles, aber es ist nicht und nicht aufzufinden, und warum auch. Schließlich gibt er sich, wenig überzeugt vom durch beruhigendes Pulsieren erkennbar korrekt ablaufenden Aufladevorgang, für ein Weilchen mit dem angebotenen Kabel zufrieden. Abermals kann er es nicht glauben, dass er sich rasieren kann, ohne dass ein Kabel angesteckt sein muss. Aber wo ist jetzt das richtige Kabel? Das hier kann es nämlich sicher nicht sein, es fehlt ja dieser Hebel. (…)

(Papa war Elektriker.)

[6.5.2020]



Er will nur spielen Donnerstag, 21. 5. 2020, 0:00

Schlangen vor Indiens Alkoholgeschäften
orfon

Schlangenlinien hinter Indiens Alkoholgeschäften
mutmaßlich unterbliebene Meldung, orfon

Notwendige Grundbedürfnisse gibt es eben weltweit – und gattungübergreifend: Unwillkürlich müssen wir uns den berühmten Yogi mit weiß gewickeltem Turban vorstellen, aus seinem Bastkörbchen sich emporschlängelnd die Kobra. Keine Angst, er hat sie zuverlässig im Griff: Sie reagiert auf jeden Triller.

[4.5.2020]


outdoor Mittwoch, 20. 5. 2020, 0:00

Jetzt dürfen auch die Museen wieder aufmachen. Aber vorerst können noch keine Interieurs gezeigt werden, nur die Landschaftsbilder. Ausnahmsweise auch Veduten, immer aber mit bzw. aus sicherem Abstand. 

[1.5.2020]


vertigo Dienstag, 19. 5. 2020, 0:00

Die Zahl der Todesfälle in NY geht zurück
derstandard.at

Durchatmen. Das wäre dann doch ein starkes Stück! 

Indes, wir müssen davon ausgehen, dass niemand aus dem Reich der Toten zurückkehrt, was entweder, kämen sie strahlenumkränzt-verklärt daher, (zunächst) Große Freude auslösen würde oder aber (im zombistischen Fall) das Pure Entsetzen.

So aber fördert bereits kürzeste Recherche (check, re-check, double-check) zutage, dass es sich beim vermeintlichen newyorker Coronawunder um eine verringerte Zuwachsrate bei den Neuverstorbenen handelt.

Was mit ihnen in der Folge passieren wird, darüber gibt es weltweit geteilte Meinungen.

[29.4.2020]


leggero Montag, 18. 5. 2020, 0:00

Italien lockert Lockdown
kurier.at

In Österreich geht’s, warte nur, balde, zum Friseur, dominiert derweil die Lockdown-Locke locker das haupthaarige Trachten, dem Vater fliegen die Federn um die Ohren und über den Kragenrand hinaus, halswärts hinab. 

Wir dürfen nun den oberen Knopf aufmachen. Und, das hatten wir bereits, den Gürtel noch weiter schnallen. 

Lockerungen allenthalben. 

[28.4.2020]


tavola calda Sonntag, 17. 5. 2020, 0:00

Coronavirus: Italiener entwickeln Fiebermesser für Lokale
kurier.at

Bratenthermometer lassen sich zu so allerhand Sinnvollem umfunktionieren.

Vor jeder Cooling-Down-Phase gilt: Nichts wird so heiß gekocht, wie es gegessen wird.

Zerschneiden, dieses Fieber, in seine kleinsten Bestandteile, jawohl. Atomisieren.

[24.4.2020]


aufzu Samstag, 16. 5. 2020, 0:00

Offene Fragen zu geschlossenen Berghütten
orfon

Gibt es eigentlich sowas wie geschlossene Fragen?

(Offene Berghütten ja gegenwärtig eher nicht.)

[23.4.2020]


Eigennutz Freitag, 15. 5. 2020, 0:00

Teufel freut sich über Öffnung der Kirchen
Presseaussendung, Freiheitlicher Klub im NÖ Landtag

Der Teufel ist ein Ingenieur. Es überrascht wenig, dass ER auch (möglicherweise vor allem) hier seine Finger im Spiel hat: Man braucht sich nun einmal gegenseitig, bedingt einander, und was wäre das auch, der Nikolaus ohne Krampus (…)?

Mit der Öffnung der Kirchen für Gottesdienste wird nun ein wesentlicher Schritt zur Erlangung der Neuen Normalität gesetzt. Halt ohne Weihwasser, was einen gewissen, möglicherweise nicht unentscheidenden Wettbewerbsvorteil für die andere Partei darstellen dürfte.

[24.4.2020]


Maskenzwang Donnerstag, 14. 5. 2020, 0:00

Maskierter Bankenbesuch ist schwierig
orfon

Wir leben in einer Zeit, in der sich alles umzudrehen scheint. Galt es bislang als allgemein anerkannt, dass es sich nicht empfiehlt, einen Banküberfall unmaskiert durchzuführen, so finden sich etliche präsumtive Bankbesucher nun in der gewissermaßen reziproken Situation, ein Dilemma.

Was also tun, um zu seinem Geld zu kommen?

(Zur Sicherheit erschießen, wäre die wohlbewährte Methode in den USA, unter den gegenwärtigen Umständen eine Serviceleistung am Kunden, und bis heute hat noch keiner sich beschwert.)

[20.4.2020]


’zefix encore une foi! Mittwoch, 13. 5. 2020, 0:00

Bewaffnete Polizisten stürmen Gottesdienst in Paris
orfon

Es muss sich wohl um sowas wie aufgestaute Betwut handeln. Natürlich haben da Exekutivkräfte, bewaffnete zumal, gewisse Vorteile, als erste bis zum Altarraum zu gelangen. Ob sie jeder schön ihre Kniebeuge gemacht haben, wird nicht berichtet.

Wir wollen’s hoffen.

[23.4.2020]


Hochsaison Dienstag, 12. 5. 2020, 0:00

Särge äußerst gefragt: Salzburger Fabrik expandiert
orfon

I’m gonna make him an offer he can’t refuse
The Godfather

Also doch auch ein saisonales Geschäft: Eine ehrenwerte Branche lebt auf.

[19.4.2020]


doch gar? Montag, 11. 5. 2020, 0:00

Kochen ist keine Raketenwissenschaft
Radio Österreich 1, help

We have a lift-off
beliebte Durchsage, NASA

Ein Kelomat kann Kartoffeln beschleunigen
Harald Gsaller, zack!

Am End’ aber gar doch? 

[18.4.2020]


ablegen Sonntag, 10. 5. 2020, 0:00

Das Leben gilt für alle
José Saramago, Das Memorial

Die Eltern, wie sie nach und nach Gewohnheiten aufgeben, eigentlich hergeben: Das geht jetzt nicht mehr, dann das, und so weiter. Bei den Pensionistenausflügen sind sie schon seit gut drei Jahren nicht mehr dabei, es haben ja auch die Jungen übernommen, da können und wollen sie nicht mehr mithalten. Und Mörbisch sieht man ohnehin im Fernsehen besser, außerdem: seit der Serafin nicht mehr dabei ist, heißt es eh nichts mehr, aber nichts gegen diese Deutsche, die ja auch nicht mehr ist.

All dieses Aufgeben erinnert an das zuvor für unvorstellbar gehaltene Ablegen altersgemäßer (kindheitlicher; pubertärer; adolsezenter; …) Gewohnheiten, geborgen in der Sicherheit, dass auf jede eine Lebensphase begleitende Unabkömmlichkeit sogleich die nächste folgte, von der sie rest- und schmerzlos ersetzt wurde, bis zuletzt. Jetzt legen sie ab, mit dem – allerdings entscheidenden – Unterschied, dass keine neuen Wichtigkeiten hinzukommen.

Wie ein Eisbär auf seiner in den Klimawandel hinwegschmelzenden Eisscholle.

Es schmerzt, da zuzusehen, zugleich aber ist es folgerichtig. Und selber, die Eltern, sie scheinen’s gelassen zu nehmen: Wir sind ja nicht die einzigen.

Ja schon






[17.4.2020]


Ratstadion Samstag, 9. 5. 2020, 0:00

Klagenfurter Gemeinderat tagt in Fußballstadion
orfon

Gehen wir, im Geiste, tagende Körperschaften anderer Städte und Länder durch, fragen wir uns, wie wohl eine adäquate Übertragung dieser weisen Klagenfurter Regelung geordneter Distanzerzeugung für willkürlich und spontan ausgewählte Orte und Länder aussehen könnte. Wir brauchen, generell, Wahrzeichen – obwohl sie sehr oft alles andere denn wahr zu nennen sind – man nehme etwa gleich die wunderliche Waidmannsdorfer Wellblechgarage. Es gilt: Wir brauchen Luft nach oben, damit der Sicherheitsabstand zwischen Schädel- und Raumdecke nicht unterschritten werde.

Der Gemeinderat von Syrakus kann im gemeindeeigenen griechischen Theater nur im Stehen tagen, leider darf man sich dort nämlich nicht auf die marmornen Sitzreihen setzen, obwohl sie seit der Antike gehalten haben – du setzt dich hin und wirst sofort von einem (schleifenlosen!) Ordner mit Trillerpfeiferl auf- und weggescheucht; immerhin, in Taormina ist’s leichter, dort besteht Hinsitzerlaubnis (Hinsetzerlaubnis?). Selbiges gilt für Lyon, sogar zweikämmrig. Carnuntum, Epidauros, Pompei, Segesta (etc.) wären auch bestens geeignet; es fehlen dort mittlerweile undalso gegenwärtig halt nur die zugehörigen Städte.

Innsbruck pilgere, wie dereinst, zum Bergisel.

Und Wien? Wien ist anders – oder war es zumindest bis zur Umstellung seiner Werbelinie vor einigen Jahren. Vorerst könnte man das Riesenrad zweckmäßig adaptieren (multipler Einkammergemeinderat), dieweil wir warten, bis das Parlament wieder zurück in seinem runderneuerten Gebäude ist und seine temporären parlamentarischen Schuhschachteln wieder abgebaut sind, dann ist wieder Platz am Heldenplatz!

So könnte es gehen.

[17.4.2020]


Wertstellung Freitag, 8. 5. 2020, 0:00

Klopapier – Germ – Blumenerde
zeitgemäße Begehrensabfolge

In der Volksschule und auch noch in der Unterstufe waren Aufsatzthemen mit konsekutiven Begriffen sehr beliebt. Da konnten selbst mit wenig Phantasie Begabte so einigermaßen plausible Geschichten erfinden: Geburtstag – Ball – Laterne …

Gemessen an der (immer individuell) seither vergangenen Zeit lässt sich einigermaßen widerspruchsfrei behaupten, dass bis vor sehr kurzem zur Abfolge Klopapier – Germ – Blumenerde wohl kaum jemandem eine konsistente Erzählung eingefallen wäre.

Was wir uns nicht alles nicht vorgestellt hätten.

Allerhand.

[16.4.2020]


endlich Donnerstag, 7. 5. 2020, 0:00

iPhone 12 bekommt neues Design mit flachen Seiten und kleinerem Notch
derstandard.at

Wir brauchen das. Die Breite an der Spitze ist nämlich massiv dichter geworden, und das beschleunigt. Mit einem noch kleineren Notch aber könnten wir es eventuell schaffen.

Gespannt harren wir, und nach zwölf kommt 13.

[14.4.2020]


extrem mittendrin Mittwoch, 6. 5. 2020, 0:00

Arme sind von der Krise mehr betroffen
orfon

Die Ente bleibt draußen
Loriot

Trotzdem, bitte keinesfalls vergessen: Es gilt stets, den Schock zu überwinden. Beine also hochlagern! Sonst sind wir alle (Alle!) arm dran.

(Es kann auch helfen, tief Luft zu holen.)

[14.4.2020]


Dachgeschoß Dienstag, 5. 5. 2020, 0:00

42-Jähriger gab Schüsse auf Dach in Vorarlberg ab
orfon

Lemon curry?
Monty Python’s Flying Circus, Episode 33 (1972)

Das Dach, wohl alemannische Wertarbeit, wird zweifelsohne standgehalten haben. Die alles entscheidende Frage also ist: Von wo? Sowie: Womit?
Wüssten wir beides, so wüssten wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit: Wär’s etwa eine Armbrust, dann käme der Schuss vermutlich von jenseits des Rheins, wohl aus einem der urschweizerischen Kernkantone.

Kann sein, ein Apfel hat ihn gereizt, den Helvetier.

Apfelblüte?

[11.4.2020]


Potenzial Montag, 4. 5. 2020, 0:00

Genesung von Corona in Österreich: 4.512 wieder ganz gesund, 273 verstorben
kurier.at

Wieviele, zu Ostern, auferstanden sind, konnte nicht – und kann womöglich niemals – mit Sicherheit eruiert werden.

So besehen könnte Corona für die hierlands leitkulturelle(n) Konfessionen die Tore zu einem Update bis hin zur zweifellos anstehenden Reformation aufstoßen. Aber was red ich da: Wie wär’s denn überhaupt gleich mit der Gründung einer Religion? Man durchforste also dringend sämtliche Statistiken. Ihre Zahl geht in die Tausende.

Holy Boris, pray for us!

[9.4.2020]


retour (2) Sonntag, 3. 5. 2020, 0:00

Rückgang an Neuinfektionen hält weiter an
kurier.at

Ab er soll doch weitergehen und nicht, wie Lava an der Schwelle eines ortsangemessenen Heiligtums, erstarren!

Weiterhin halten wir den Atem an.

[7.4.2020]


retour (1) Samstag, 2. 5. 2020, 0:00

Rückwärts einsteigen!
schwer realisierbare Handlungsanweisung, Wien

Nichts hinausstrecken!
(identer Anwendungsbereich)

Rückgängig oder rückläufig, was wäre wann besser? 

Es gilt: Von hinten besehen, kommen einem zurückliegende (zurückgelegte) Durst- bzw. Hungerstrecken als lässlich, ja, vernachlässigbar vor, bedenkt man, was dann alles noch gekommen ist – und erst, was alles noch gekommen sein wird!

Ich möcht’s ja gar nicht wissen.

Alle müssen wir dran glauben. Und nur ja nicht die Zunge hin- bzw. (für unsere bundesdeutschen Leser) herausstrecken! Tut man nicht!

(Man nennt sowas angewandte Dogmatik.)

[5.4.2020]


plus ultra! Freitag, 1. 5. 2020, 0:00

Genialer Lifehack: Chipssackerl ohne Gummiring verschließen
kurier.at

Endlich eine Meldung, die wirklich aufbaut. Wir brauchen das, so dringend! Das toppt sogar Musils geniales Rennpferd. Wobei: Wozu ein Chipssackerl mitwasimmer verschließen? Man legt es doch correcte erst beiseite, wenn es eines Verschlusses nicht mehr bedarf.

(Womit wir, mit bewusst altertümlich konstruiertem Satzbau, auch einmal wieder dem – hier dativischen – Genitiv die Ehre erwiesen hätten.)



Wo? Donnerstag, 30. 4. 2020, 0:00

wo bleibb da
hummoooa
wo bleibb da
hummmoooooa
wo bleibb darrr
hummmmmooooooooooa
darrr kööönich vonn
hummmmmmmmoooooooooooooooooarrrrr

Ernst Jandl

Viral indes geht der Corona-Bund, das Quarantäne-Bäuchlein am seinerzeitig recht unschuldig so genannten Gösser-Muskel. Hüftgold, für die Damen von Welt.

Man verzeihe den trivialen Witz. Wir bräuchten mehr Humor!

Und möglicherweise mehr Bewegung, das auch. Obwohl, dem Textilhandel (insbesondere, zur Behebung der allerdringendsten Not, den Lochzangenherstellern) nützt’s, beim Hochfahren von Allem.

[4.4.2020]


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